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Kinotipp: Jagdzeit

Risikoberuf Manager

18. Februar 2020

 

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Bereits im Vorfeld schlug «Jagdzeit» hohe Wellen. Klar, denn das Team um Regisseurin Sabine Boss («Der Goalie bin ig») liess sich von mehreren Selbstmorden von Spitzen-Managern in der Schweiz in den letzten Jahren inspirieren. Die Produktionsfirma Turnus Film betont nun aber, «dass ‹Jagdzeit› zwar von wahren Begebenheiten aus der Wirtschaftswelt inspiriert ist, der Film aber nicht einen bestimmten Fall oder ein Leben abbildet. Handlungen und Personen sind fiktiv. Insbesondere ist es uns ein Anliegen, klarzustellen, dass daher auch das Privatleben der Figuren im Film fiktiv ist und nicht das Familienleben realer Personen zeigt.» In den Medien waren Parallelen zum realen Fall Pierre Wauthier/Joe Ackermann gezogen worden.

Betroffener Alexander Maier: Sein Arbeitgeber steht vor dem Aus.

Der neue Chef kommt aus dem «grossen Kanton»: Hans-Werner Brockmann.

Brockmann spricht Maier sein Vertrauen aus. Alles gut?

Brockmann lädt Maier und dessen Noch-Ehefrau zum Essen ein.

Der Protagonist im Film heisst Alexander Maier (Stefan Kurt) und führt nur scheinbar ein perfektes Leben. Als Finanzchef des Schweizer Automobilzuliefer-Konzerns Walser verdient er zwar gutes Geld, doch dafür hat er einen hohen Preis gezahlt: seine Familie. Seine Frau will die Scheidung, seinen Teenager-Sohn, der trotz Eishockey-Karriere Zeit mit seinem Vater verbringen möchte, versetzt er regelmässig. Und nun ist durch den VW-Abgasskandal auch noch die Existenz von Walser in Gefahr – sein Ein und Alles. Als Notretter wird der deutsche Spitzenmanager Hans-Werner Brockmann (Ulrich Tukur) als CEO engagiert. Dieser nimmt Maier sofort in die Pflicht, spricht ihm das Vertrauen aus und versteht sich trotz seiner forschen Art gut mit dem Finanzchef. Sogar auf privater Ebene haben die beiden Kontakt.

Doch die Eheprobleme lassen sich nur schwer überspielen.

Nach dem Verrat sucht Maier nach kompromittierendem Material.

Maiers Ziel: Brockmann muss weg!

Gut gelaunt am Set: Stefan Kurt, Ulrich Tukur und Sabine Boss.

Doch Priorität hat nun mal das Geschäft. Maier sieht sich mit einer «Mission Impossible» konfrontiert, versucht die Herkulesaufgabe aber dennoch zu stemmen. Tag und Nacht wühlt er sich durch die Akten, beutet seinen Körper aus, bis ihm dieser Alarmsignale am Laufband sendet: Schlafstörungen, Albträume, Schwindel, Schweissausbrüche, Tinnitus. Dennoch sieht er eine Lösung für Walser. Doch dann merkt er, dass der eiskalt rechnende Brockmann hinter seinem Rücken ganz andere, eigene Pläne verfolgt. Verrat! Der ganze Einsatz war für die Katz, zudem stellt Brockmann Maier vor der Belegschaft bloss. Fortan hat Maier ein neues Ziel: Brockmanns Kopf muss rollen. Es kommt es zu einem unerbittlichen Machtkampf.

Wenn der Job einen auffrisst: Sabine Boss hält mit diesem unter die Haut gehenden Thrillerdrama den Mahnfinger hoch. Denn auch wenn die Geschichte fiktiv ist, haben wir alle von uns selbst eine ehrliche Antwort auf die Frage verdient: Lebe ich, um zu arbeiten oder arbeite ich, um zu leben?

Im Kino

Jagdzeit

Filmstart: 20. Februar 2020
Land: Schweiz 2019
Länge: 91 Minuten
Besetzung: Stefan Kurt, Ulrich Tukur, Anna Tenta, Sarah Victoria Frick,
Regie: Sabine Boss