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Quarantäne-Kino

Streaming statt Leinwand

23. März 2020

 

Kino ist etwas Tolles: Der Saal, der sich langsam füllt, der Duft nach Popcorn, die steigende Vorfreude während des Vorprogramms, das langsam ausgehende Licht. Doch Kino kann auch nerven: Der raschelnde Nachbar, der zu grosse Vordermann, die unsäglichen leuchtenden Handybildschirme. Das, liebe Kinofans, kann euch in den nächsten Wochen nicht mehr passieren, denn die Kinos sind zu. Doch der Lockdown muss nicht heissen, dass wir auf aktuelle Filme komplett verzichten müssen. Kinobetreiber und Filmverleiher haben aus der Not eine Tugend gemacht, wie das Beispiel der Plattform myfilm.ch zeigt, wo Arthouse-Filme gestreamt werden können.

 

Im Online-Kino

Jeanne

Frankreich, 1430. Die jugendliche Jeanne d'Arc, zuvor als Retterin Frankreichs mit göttlichen Eingebungen verehrt und zur Anführerin berufen, fällt in Ungnade. Nach militärischen Erfolgen gegen die Engländer unterliegt sie mit der königlichen Armee in der Schlacht von Compiègne. In der Folge fallen Getreue von ihr ab, Intrigen werden gesponnen. Schließlich wird die junge Frau gefangen genommen. Vor einem Kirchengericht wird ihr unerbitterlich der Prozess gemacht und sie wird als Ketzerin zum Tode verurteilt.

Stream für Fr. 10.– ab 26. März 2020 auf den Webseiten folgender Kinos: kult.kino Basel,  Rex Bern, Filmpodium Biel, Bourbaki Luzern, Cameo Winterthur, Riffraff Zürich.

Filmstart: 26. März 2020
Land: Frankreich 2019
Länge: 138 Minuten
Besetzung: Lise Leplat Prudhomme, Annick Lavieville, Justine Herbez
Regie: Bruno Dumont

Alle grossen Produktionen, die jetzt und in den kommenden Wochen am Start wären, wurden verschoben, ob in den Herbst oder auf unbestimmte Zeit (hier gehts zur Übersicht). Doch nicht alle Filme hatten das Glück, zurückgehalten zu werden, bevor sie Premiere feiern. Die einen waren gerade vor dem Lockdown noch in die Kinos gekommen, andere liefen erst eine oder zwei Wochen. Das ist brutales Pech. Deshalb ist es nur logisch, dass jene Filmverleiher und Kinos, die über eine Visionierungsplattform verfügen, ihre Filme über jene Plattform gegen Gebühr zugänglich machen. So können sie doch noch gewisse Einnahmen erzielen, die in der wirtschaftlichen Not Gold wert sein könnten. Es weiss schliesslich niemand, wie lange die Restriktionen noch anhalten werden.

Die erwähnte Plattform ist nur ein Beispiel, aber alle Tipps und Hinweise hier aufzulisten, wäre unmöglich. Umso besser, haben sich die Anbieter haben sich unter zwei Hashtags gefunden, über die ihr euch in den Sozialen Medien bequem informieren könnt. Da findet sich ein bunter Strauss an alten und neuen Perlen, für jeden Geschmack ist garantiert etwas dabei:

#StayHomeWatchMovies und #SpreadMoviesNotCorona

Übrigens: Falls der Worst Case für uns Film- und Serienfans doch noch eintreffen sollte und die Streaming-Dienste rationiert oder gar ganz abgeschaltet werden, dann sind die Nostalgiker gefragt. Habt ihr noch einen Vorrat an DVDs sowie einen Player im Keller?

Wie das aus der Sicht einer Blockbuster-Produzentin anfühlt, die ihre fünfjährige Arbeit nach einer Woche aus den Kinos gespült sah, erzählt Jennifer Todd, Produzentin von «The Way Back» mit Ben Affleck, in einem sehr interessanten und auch intimen Blick hinter die Kulissen.

Weitere News in Sachen Film und Streaming in der Krisenzeit im Podcast des Outnow-Teams: