X

Beliebte Themen

Begegnung

Gefällt mir!

Er sucht Bestätigung, die auch sie findet.

TEXT
22. April 2013

Steven Schneider: Während wir den Schopf aufräumen, berichtet das Radio von einer Studie, die besagt: Männer brauchen für den Einkauf im Supermarkt im Gegensatz zu früher länger als Frauen.

Männer sind solidarisch, das gefällt mir.»

Schreiber schmunzelt. Wozu untersuchen die das? Männer stellen sich doofer an beim Einkaufen, das weiss doch jeder. Vielleicht schauen wir nur genauer hin bei dem, was wir einkaufen, antworte ich. Sie lacht: Du guckst in der Tat genau hin, aber du siehst die Butter trotzdem nicht. So?
Nach getaner Arbeit setze ich mich an den Computer und mache meine eigene Studie.
Auf Facebook stelle ich die Frage: Kaufen Männer heute langsamer ein? Guido antwortet: Wir Männer gehen mit offenem Horizont durchs Leben. Gefällt mir!
Ralf ergänzt: Der Mann von heute hat ein anderes Qualitätsbewusstsein. Da braucht ein Einkauf mehr Zeit. Gefällt mir!
Peider meint: Die Frau schreibt die Einkaufsliste der Mann muss dann selber erahnen, welches der Shampoos das richtige ist. Das braucht eben extrem viel Zeit.
Gefällt mir!
Und ich gebe zu: Es scheint als hätten wir tatsächlich länger im Supermarkt. Egal. Das Fazit meiner Studie ist: Männer sind solidarisch!
Das gefällt mir.

Sybil Schreiber: Schneider meinte, ich solle mal auf unsere Facebookseite schauen. Von wegen, Männer würden sich beim Einkaufen doof anstellen.

Ich öffne die Seite, und fühle mich wie unter Freundinnen.»

Als ich die Seite öffne, fühle ich mich wie unter Freundinnen. Monika rät Frauen mit langsam einkaufenden Gatten: Männer erst füttern, dann zum Einkauf schicken.
Anita weiss: Männer kaufen alles, was sie in der Werbung sehen. Nicole schreibt: Männer lesen auf der Einkaufsliste auch zwischen den Zeilen und bringen Dinge nach Hause, die sie, und nur sie, als notwendig erachten.
Rosalie bringts auf den Punkt: Bei uns kaufe ich schneller ein, ich weiss, was wir brauchen und lasse mich nicht von den Kindern bequatschen. Aber mein Mann schaut sich erst einmal um, sucht sich die Packung mit dem schönsten Schinken raus, degustiert, was es zu degustieren gibt, diskutiert mit den Kindern, was man sonst noch kaufen könnte, kommt dann mit vier vollen Taschen zurück, hat aber Putzzeug, Tee und Jogurt vergessen, bringt dafür ein gefühltes 100er-Pack Wienerli mit, weil die grad Aktion waren
Kenn ich doch!
Vielleicht sollte ich Rosalie schreiben. Sie scheint ebenfalls mit meinem Mann zusammenzuleben.

(Coopzeitung Nr. 17/2013)