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Begegnung

Auf oder um?

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26. Februar 2018

Schreiber: Am Sonntagabend will ich Ordnung im Haus schaffen damit wir am Montagmorgen nicht über Wäscheberge, Einzelschuhe und Ukulelen stolpern. Damit die Mädels vor der Schule nicht panisch Taschenrechner, Turnschuhe, Arbeitsblätter suchen.

Schneider und ich machen gemeinsame Sache: Wir unten, die Kinder oben.

Es klappt. Sie hören laut Musik, wir hören laut Musik. Ich werkle im Arbeitszimmer, Schneider nimmt sich die Küche vor.

Was hab ich da bloss angezettelt?»

Als ich ihn etwas fragen muss und zu ihm gehe, sehe ich, dass die Küche bereits blitzt. Das kann er. Aber wo ist er? Es raschelt aus dem Wohnzimmer. Ich gucke um die Ecke: Schneider hat alle unsere CDs aus dem Regal geräumt und auf Sofa und Boden verteilt.

Was wird das?

Ich sortiere: Was hören wir? Was kann weg? Ausmisten, am Sonntagabend?

In einer Viertelstunde fängt der Tatort an! Ich schnappe nach Luft. Schneider will meine CDs entsorgen! Ich steige hoch zu den Kindern, mal sehen, ob sie fertig sind. Von wegen! Im Gang ist kein Durchkommen mehr. Schachteln, Kleiderberge, Kleinkram! Was soll das? Wir stellen unsere Zimmer um, trällern die beiden.

Was habe ich bloss angezettelt! Ich wollte doch auf- und nicht umräumen!

Schneider: Schreibers Idee, das Haus auf Vordermann zu bringen, gefällt mir. Ich übernehme die Küche, komme rasch voran. Schon lange nervt mich unsere CD-Schublade. Sind vor allem Schreibers Sachen:
Miriam Makeba. Cat Stevens.

Paul Simon. Angelique Kidjo. Früher, wenn ich sie in ihrer Wohnung besuchte, hörte ich bereits im Treppenhaus ihre Musik und wusste dann meist schon, in welcher Stimmung sie war. Meine Gedankenreise wird unterbrochen, denn Schreiber taucht neben mir auf, schimpft, schüttelt den Kopf und rauscht davon. Was hat sie? Wir räumen doch auf. Also können wir grad auch ausmisten. Entscheide treffen, Altlasten loswerden, Luft schaffen für Neues.

Aufräumen macht ihr keine Freude.»

Eine halbe Stunde später bringe ich ihr eine Schachtel mit CDs, stelle sie neben ihren Schreibtisch und sage freundlich: Schau das mal in Ruhe durch, da können viele CDs weg.

Ich freue mich schon auf das leere Fach, in dem unsere Fotobücher und Reisebücher herrlich Platz haben werden.

Schreiber knurrt: Die bleiben! Seltsam. Aufräumen macht ihr, im Gegensatz zu mir, leider keine gute Laune.

Schreiber vs. Schneider live mit ihrem Programm Mein Leben als Paar: 1. März Oftringen AG, 5. März Tann ZH, 9. März Scala Wetzikon ZH, 10. März Tenniken BL.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Die besten Kolumnen als Buch: Mein Leben als Paar erhältlichauf der Website von Schreiber und Schneider.