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Begegnung

Nicht für die Katz

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12. März 2018

Schreiber: Hatte grad wieder mal eine Vorsorge-Untersuchung. Will wissen, ob mein Körper mehr oder weniger in Ordnung ist. Daheim erzähle ich Schneider davon: Krebskontrolle und der Kram. Ich finde es einfach vernünftig, gewisse Krisengebiete zu beobachten. Er schaut mich kritisch an. Du solltest auch mal gehen! Das würde mich echt beruhigen, sage ich. Denn das mit der Vorsorge macht mir bei Schneider schon länger Sorgen. Er war seit Jahren nicht mehr. Natürlich schüttelt er auch jetzt wieder den Kopf: Ich muss nicht beruhigt werden. Ich fühle mich total gut. Ausserdem, wenn die was suchen, finden die auch immer etwas. Das ist bewiesen.

Früherkennung kann ein Leben verlängern.»

Blödsinn!, sage ich. Schneider blendet aus, dass Früherkennung ein Leben verlängern kann. Auch das ist bewiesen.

Was er noch nicht weiss: Ich habe meine Hausärztin bereits gefragt, ob sie auch mal Schneider durchchecken könne.

Weisst du was?, frage ich, es ist mir egal, wie du dich fühlst. Es ist egoistisch, wenn du dich nicht untersuchen lässt! Dann greife ich zum Telefon, wähle die Nummer meiner Hausärztin und sage zu ihm: Du kannst dich selber anmelden oder die Schmach ertragen, dass ich das für dich mache.

Schneider: Schreiber hält mir noch immer das Telefon entgegen: Wenn es um deinen Fussball geht, rennst du durch die halbe Schweiz zu Sportärzten, die deine Achillessehne betasten. Jetzt machst du auch mal was für uns!

Sie ist gerissen, würde ich sagen, strecke meinen Arm aus und schnappe mir den Hörer, gerade noch rechtzeitig: Ja, hallo. Hier Schneider. Haben Sie Termine frei?, frage ich die Dame am anderen Ende der Leitung.

Ist es dringend? Nein.

Was haben Sie dann?

Nichts. Aha.

Schreiber war auch schon lustiger.»

Meine Frau will, dass ich mich durchchecken lasse. Vorsorglich.

Aha. Die weibliche Stimme lacht. Und? Wollen Sie das auch? Ich blicke zu Schreiber, die mich fixiert. Sie findet das nicht lustig.

Noch bevor ich eine Antwort erhalte, greift sich Schreiber den Hörer und spricht hinein: Schreiber am Apparat, das ist alles schon abgemacht. Mein Mann macht gern Witze, aber er hat manchmal Mühe, die guten von den schlechten zu unterscheiden. Wie sieht es nächste Woche aus? Ginge das?

Ha! Schreiber war auch schon lustiger. Aber auch gut. Seit dem letzten Fussballtraining schmerzt mein rechtes Knie ziemlich stark dann ist die Konsultation wenigstens nicht für die Katz.

Schreiber vs. Schneider live auf der Bühne: Hier finden Sie die Daten.

Die besten Kolumnen als Buch: Mein Leben als Paar erhältlichauf der Website von Schreiber und Schneider.