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Fokus Coop

«Grössten Respekt für die Mitarbeitenden»

Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli und Coop-Chef Joos Sutter besuchen die Mitarbeitenden in den Filialen. Was sie in diesen besonderen Zeiten in den Verkaufsstellen sehen und erleben, beeindruckt sie tief.

FOTOS
Heiner H. Schmitt
30. März 2020

Koviljka Simic zeigt Hansueli Loosli den gut gefüllten Kühlraum. «Die Kunden schätzen es, dass wir für sie da sind», sagt Simic.

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Zeichen der Dankbarkeit

Die Wertschätzung der Coop-Kundinnen und Kunden gegenüber den unermüdlichen Coop-Mitarbeitenden ist gross – wir sagen Danke! 

Dass auch bei Coop nichts mehr ist, wie es einmal war, zeigt sich schon am Eingang der Verkaufsstelle Kaiserhof im aargauischen Kaiseraugst: Ein Mitarbeiter bittet Hansueli Loosli (64) und Joos Sutter (55) freundlich, aber bestimmt, sich die Hände zu desinfizieren und eine Karte mit einer Nummer zu nehmen – damit wird sichergestellt, dass sich nur die maximal zulässige Anzahl Kunden im Laden aufhält. Klar, dass die aktuellen Hygienevorschriften auch für die ­Coop-Chefs gelten.

Im Laden selber zeigt sich ein fast normales Bild: Kunden kaufen ein, ein Kind quengelt, die Mitarbeitenden füllen Gestelle auf und richten Ware her. Nur hie und da sind Leute mit Schutzmasken zu sehen. «Es ist völlig surreal», sagt Hansueli Loosli. «Wir kämpfen gegen einen unsichtbaren Feind.» Währenddessen unterhält sich Joos Sutter am Kundendienst mit Dosta Straumann (45). «Die erste Woche war unglaublich streng», erzählt Straumann dem CEO von Coop. «Inzwischen haben wir und die Kunden uns aber ganz gut an die neue Situation gewöhnt.» Vor allem der kontrollierte Einlass habe zu mehr Ruhe und Ordnung im Laden geführt, betont Dosta Straumann.

«Inzwischen haben wir und die Kunden uns ganz gut an die neue Situation gewöhnt.»

Dosta Straumann

Beim Rundgang stechen den beiden Detailhandelsprofis von Coop Dinge ins Auge, die dem Kunden vielleicht nicht einmal auffallen: einzelne Produkte, die momentan nicht lieferbar sind. «Das war leider notwendig, damit wir den Betrieb aufrecht erhalten konnten. Zum Glück sind wir bald wieder auf Normalbestand und können fast alles wieder ausliefern», erklärt Hansueli Loosli, bevor er Tomislav Sare (34), den stellvertretenden Filialleiter, auf den begehrtesten Artikel der Schweiz anspricht: WC-Papier! «Das ist inzwischen kein Problem mehr», lacht Sare. «Ich habe 36 Paletten davon an Lager!»

Silvia Meier berichtet Joos Sutter, wie sie ihre Abteilung organisiert: «Wir helfen uns gegenseitig und machen das Beste daraus.»

Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli achtet beim Filialbesuch penibel auf die geltenden Hygienevorschriften: «Es ist wichtig, dass wir die Mitarbeitenden und die Kunden optimal schützen.»

Hansueli Loosli (l.) und Joos Sutter begutachten das Angebot in der Verkaufsstelle Kaiserhof in Kaiseraugst.

Volle Lager zeigen sich auch im Kellergeschoss: «Jetzt trifft die Ware ein, solch grosse Nachlieferungen habe ich in meinem ganzen Berufsleben noch nicht erlebt», sagt Molkereimitarbeiterin Koviljka Simic (61), die seit 23 Jahren bei Coop arbeitet und nächstes Jahr pensioniert wird. Dass Coop von der Krise profitiert, ist allerdings ein Trugschluss: Über 1000 Läden der Coop-Gruppe, darunter Fust, Coop Bau + Hobby, Interdiscount etc. mussten geschlossen werden, davon sind mehr als 13 000 Mitarbeitende betroffen. Es wird versucht, so viele Mitarbeitende wie möglich in den Coop-Supermärkten einzusetzen. Aktuell sind mehr als 3000 von ihnen an anderen Standorten im Einsatz, wie hier in Kaiseraugst: «Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitern ist grossartig», sagt der stellvertretende Filialleiter. Dem pflichten Hans- ueli Loosli und Joos Sutter bei: «Was wir hier erleben, ist einzigartig. Was die Mitarbeitenden jetzt zeigen, beeindruckt mich tief», betont Joos Sutter.

«Durch unseren nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen sind wir gut gerüstet. Wir schaffen das.»

Joos Sutter

Wie lange die Krise noch andauert, vermag Sutter nicht zu sagen. Was er aber weiss: «Durch unseren nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen sind wir gut gerüstet. Wir schaffen das.» Das Wichtigste in dieser Zeit, darüber sind sich Sutter und Loosli einig: die Coop-Familie. «Was die Mitarbeitenden im Verkauf, in der Logistik und im Transport momentan leisten, ist einmalig. Ihnen gebührt unser grösster Dank und unser tiefster Respekt», erklärt Hansueli Loosli, bevor er sich verabschiedet, die Hände desinfiziert und zusammen mit Joos Sutter die nächsten Filialen besucht.