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Tatendrang

Auf zu neuen Taten!

Der Name ist Programm: Mit der Kampagne «Tatendrang» will sich Coop auch künftig für Nachhaltigkeit stark machen. Und dazu animieren, selber mitzuwirken.

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Heiner H. Schmitt
14. September 2020
Für Coop-Chef Joos Sutter ist klar: Es braucht alle, um Herausforderungen wie die Klimakrise zu bewältigen.

Für Coop-Chef Joos Sutter ist klar: Es braucht alle, um Herausforderungen wie die Klimakrise zu bewältigen.

Tatendrang bei Coop

– kurz erklärt

Seit über 30 Jahren geht Coop mit einem umfassenden Nachhaltigkeitsansatz als Pionierin voran und fasst unter dem Motto «Taten statt Worte» ihr Engagement zusammen. Mit insgesamt 390 Taten bezeugt die Detailhändlerin ihren Tatendrang für Mensch, Tier und Natur.

Die neue Kampagne «Tatendrang» rückt die Taten als Herzstück der Nachhaltigkeits-Kommunikation in den Fokus und bietet einen Überblick über die bereits umgesetzten Massnahmen.
Und sie regt an, sich für Nachhaltigkeit zu engagieren.

Coop hat nach wie vor grossen Tatendrang. Dieser ist der Inbegriff der zukünftigen Bestrebungen von Coop im Bereich Nachhaltigkeit.

Zu den Taten »

 

Das Kind, das Blumen pflanzt, die Schmetterlingen und Bienen Nahrung bieten. Die WG, die nur umweltverträgliche Putzmittel verwendet. Die Familie, die an allen Wasserhahnen und in der Dusche Wassersparventile montiert, und der Bauer, der Lebensräume für verschiedene Tiere und Pflanzen schafft und so die Biodiversität fördert. Sie alle leisten einen wertvollen Beitrag zum Wohle der Umwelt. «Jeder hat unterschiedliche Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung, etwas zu bewegen. Aber jede Massnahme ist wichtig, auch wenn sie noch so klein scheint», sagt Joos Sutter, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Coop. Der 56-jährige Bündner ist überzeugt: «Die Herausforderungen, die auf uns zukommen, etwa in Sachen Klima, können wir nur in der Multiplikation bewältigen – als Domino-Effekt. Es braucht also alle.»

Joos Sutter selber ist überzeugter Konsument von nachhaltig produzierten Lebensmitteln: Bio-, Pro-Montagna- und Slow-Food-Produkte landen regelmässig in seinem Einkaufskorb. Seit einem Jahr hat er drei Bienenstöcke im Garten. «Ich bin fasziniert, wie sich seither die Biodiversität verändert hat.» Auch in Sachen Energie bemüht er sich um Nachhaltigkeit. Er hat zum Beispiel sein Wohnhaus nach dem Minergie-Standard umgebaut und nutzt Erdwärme, um die Ressourcen zu schonen. «Durch meinen Berufsalltag bin ich sicher näher an solchen Themen dran als andere», räumt er ein. «Ich finde neue Technologien wie Wasserstoff, die Möglichkeit, Eis als Energiespeicher zu nutzen oder CO2 aus der Luft zu binden wahnsinnig spannend und befasse mich gerne damit.» Neugierde gibt einem den Antrieb, etwas bewirken und verändern zu wollen, findet er.

Jede Tat zählt

Das gilt auch für das berufliche Umfeld. «Tatendrang in einem Unternehmen ist zentral. Er ist der Motor, um sich stets weiterzuentwickeln», so Joos Sutter. Dass bei Coop Tatendrang vorhanden ist, zeigen die mittlerweile 390 Taten, die unter dem Motto «Taten statt Worte» zusammengefasst sind. Sich zu engagieren für Mensch, Tier und Natur ist in der DNA von Coop verankert. Und das schon seit über 30 Jahren. «Unsere Angestellten tragen das mit und identifizieren sich damit», stellt der Coop-Chef fest. Und er ist sich sicher: «Unsere Philosophie zieht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an, die sich für diese Themen interessieren und dadurch motiviert sind.» Nach besonders erwähnenswerten Beispielen unter den Taten gefragt, gerät er ins Schwärmen: «Die Verlagerung des Gütertransports von der Strasse auf die Schiene ist eine grosse Sache.» Begeistert ist er auch von den Schokoladeprojekten des Tochterunternehmens

Chocolats Halba in Ghana, Madagaskar, Honduras und Ecuador. «Daraus entstehen nicht nur qualitativ hochstehende Produkte, sondern sie helfen auch der Bevölkerung vor Ort.» Ausserdem zeige es, dass nicht nur das Mutterunternehmen Coop nachhaltige Projekte anpackt, sondern auch deren Tochterunternehmen. Sutter findet aber auch die kleinen Dinge wichtig. «Man sollte das eine nicht gegen das andere ausspielen.»

Dieser Meinung ist auch Salome Hofer (34), Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit/Wirtschaftspolitik. Sie nennt als Beispiel die Tat 122: Jeweils mehrere leistungsbeeinträchtigte Menschen teilen sich eine reguläre Stelle bei Coop. Unterstützt werden sie von einer externen Fachperson. Personen mit einem Handicap können so einer geregelten Arbeit nachgehen. «Für diese Menschen ist das eine grosse Sache», so Hofer. 

 Als Leiterin Nachhaltigkeit / Wirtschaftspolitik gestaltet Salome Hofer das Nachhaltigkeits-Engagement von Coop.

«Nachhaltigkeit heisst nicht zwingend Verzicht, sondern ein Bewusstsein zu entwickeln und Dinge zu verbessern.»

Salome Hofer

Das Nachhaltigkeitsengagement von Coop steht auf drei Säulen. Bei der ersten ist das Sortiment im Fokus – bei den Lebensmitteln mit Bio, Fairtrade oder der Förderung von Nischenprodukten, im Non-Food-Bereich mit umweltverträglichen Putzmitteln und Bekleidung oder Kosmetik aus nachhaltigen Rohstoffen. Die zweite Säule umfasst die Bestrebungen beim Umwelt- und Klimaschutz: Plastikreduktion, Recycling, Energiesparen, erneuerbare Energien nutzen. Die dritte Säule bildet das Engagement im sozialen Bereich, etwa Partnerschaften mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK), Tischlein deck dich oder der Schweizer Tafel, aber auch die Lernendenausbildung gehört dazu oder die Durchführung des «Tages der guten Tat».

Interessenskonflikte als Chance

«Die Vielfalt unserer Taten zeigt auf: Wir haben auf jede Herausforderung und Frage im Bereich der Nachhaltigkeit eine Antwort. Und wenn nicht, suchen wir danach», sagt Salome Hofer. «Wichtig ist uns dabei stets, konsequent zu handeln und glaubwürdig zu bleiben. Wir setzen in allen Bereichen auf gute Partnerschaften und erarbeiten gemeinsam Lösungen.» Beispielsweise mit dem WWF realisiert Coop verschiedene Klimaschutzprojekte und arbeitet an Verbesserungen bei der Beschaffung von kritischen Rohstoffen wie Palmöl, Soja oder Fisch. Gemeinsam mit dem SRK engagiert sich die Detailhändlerin für Menschen in Not in der Schweiz, treibt mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) die Weiterentwicklung des Bio-Landbaus voran und fördert zusammen mit Bio Suisse Bio-Produzenten und die Bio-Landwirtschaft. 

Ausgangspunkt des Engagements sind einerseits Bedürfnisse, die Coop als Unternehmen hat, zum Beispiel beim Energieverbrauch oder bei der Beschaffung von Produkten. Andererseits geht das Unternehmen auf Anliegen der Kundinnen und Kunden ein, zum Beispiel dass Gemüse wo immer möglich unverpackt verkauft wird.

Unterschiedliche Bedürfnisse führen mitunter zu Interessenskonflikten. Der Trend hin zu Convenience-Produkten sei nicht ganz einfach mit den Zielen hinsichtlich Nachhaltigkeit zu vereinbaren, etwa was die Menge an Verpackungsmaterial betrifft. «Aber Interessenskonflikte sind Herausforderungen und damit auch Chancen. Nachhaltigkeit heisst nicht zwingend Verzicht, sondern ein Bewusstsein zu entwickeln und stetige Verbesserung zu erzielen», stellt Salome Hofer klar. 

Lust auf Innovation

Dank dem Tatendrang, den viele Mitarbeitende an den Tag legen, gelang und gelingt es Coop immer wieder, sich als Pionierin hervorzutun, und das in unterschiedlichen Themenfeldern. Naturaplan war 1993 die erste Bio-Marke im Schweizer Detailhandel, mit Naturaline führt Coop das weltweit grösste Sortiment an Textilien aus biologisch und fair produzierter Baumwolle und mit der Palmölvision (Einsatz von Bio-Palmöl bei allen Eigenmarkenprodukten und wo möglich der Ersatz durch andere Öle und Fette) geht die Detailhändlerin ebenfalls einen Schritt weiter als der Rest der Branche.

Um den Kundinnen und Kunden ein breites Sortiment anbieten zu können, ist Coop immer wieder auf der Suche nach Lieferanten von guten und innovativen Produkten. Einer davon ist Yves Heer. Der heute 37-Jährige war von 2008 bis 2012 als Junioreinkäufer Säfte bei Coop tätig. Dass er im Getränkebereich landete, war eher Zufall. «Ich hatte zuvor schon als Barkeeper gearbeitet, von dem her war der Hintergrund da. Ein besonderes Interesse für Säfte hatte ich aber nicht.» Doch er fing schnell Feuer: Die dynamische Getränkewelt faszinierte ihn. Von Coop wechselte Heer auf die Lieferantenseite, zu einem Unternehmen, das tropische Fruchtsäfte in die Schweiz holte, vermarktete sowie selber neue Produkte entwickelte.

 

«Ich finde es spannend, Neues zu entdecken und dann auszuprobieren, was geht und wie es ankommt.»

Yves Heer

Nach der Pensionierung des Inhabers wagte Heer den Schritt in die Selbstständigkeit: Er hat das Unternehmen übernommen und unter dem neuen Namen «aola food» weitergeführt. Es beliefert neben vielen Kunden aus der Gastronomie auch seine frühere Arbeitgeberin Coop.

Mittlerweile führt Yves Heer gemeinsam mit Geschäftspartner Can Kalayci (38) ein zweites Unternehmen. «Creative Beverage Company» deckt den gesamten Prozess ab von der Entwicklung neuer Kreationen – auch auf Kundenwunsch – über das Design bis zum Abfüllen. «Ich finde es sehr spannend, Neues zu entdecken und dann auszuprobieren, was geht und wie es beim Konsumenten ankommt», erzählt Heer. Seine Begeisterung ist offensichtlich.

Sein Engagement ist auch spürbar, wenn es um Aspekte der Nachhaltigkeit geht. «Der Betrieb ist Bio-zertifiziert und wir können auf ein grosses Sortiment an Bio- und Fairtrade-zertifizierten Waren zurückgreifen.» Auch im Hintergrund setzen Heer und Kalayci auf ökologische Lösungen: Sie sind daran, schweiz- und europaweit ein Netz aufzubauen, das es möglich macht, Kleinmengen dezentral und nachhaltig herzustellen und lokal zu verteilen. Heer führt aus: «Wir wollen Rohwaren von regionalen Produzenten beziehen und an Standorten in der Nähe verarbeiten. So können wir durch kurze Transportwege Energie und Treibstoff sparen.» Ganz nach dem Motto: «Trinken müssen wir alle, doch am besten etwas, das gut schmeckt und möglichst nachhaltig ist», sagt Yves Heer.

Alle sind gefragt

Yves Heer ist eher zufällig in der Welt der Getränke gelandet. Mittlerweile gestaltet er sie aktiv mit.