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«Wir bilden gefragte Profis aus»

Rund 110 Jugendliche haben gestern den Schritt in die Arbeitswelt gewagt und ihre Grundbildung in der Coop-Region Bern begonnen. Damit sie für die Zukunft bestens vorbereitet sind, werden die Lernenden im Detailhandel auf neue Art und Weise ausgebildet.

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Lea Moser
03. August 2020
Marco Gygax, Leiter Talentmanagement bei Coop Bern, erklärt, worauf es bei der neuen Grundbildung im Verkauf ankommt.

Marco Gygax, Leiter Talentmanagement bei Coop Bern, erklärt, worauf es bei der neuen Grundbildung im Verkauf ankommt.

Basis-Verkaufsstellen

In der Coop-Verkaufsregion Bern gibt es neun Basis-Verkaufsstellen, in welchen 10 bis 12 Lernende gleichzeitig das erste Grundbildungsjahr im Detailhandel absolvieren. Dies sind die Coop-Läden Bern Wankdorf, Biberist, Biel Bahnhof, Burgdorf Schützenmatte, Eyholz Center Visp, Heimberg Center, Interlaken Ost, Langenthal Tell und Schönbühl Center.

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Marco Gygax (41) ist Leiter Talentmanagement in der Coop-Verkaufsregion Bern und damit für die Grundbildung zuständig. Ursprünglich absolvierte er die Ausbildung als Detailhandelsfachmann im Coop Langenthal Bäregg. Anschliessend war er in diversen Funktionen tätig – unter anderem als Geschäftsführer. Später wechselte er in den Bereich Ausbildung. Berufsbegleitend bildete er sich zum Detailhandelsökonom und zum Ausbildungsleiter weiter. Im Interview erklärt der Berner, was das neue Ausbildungsmodell bei Coop mit sich bringt, worauf es bei Schulabgängern ankommt und weshalb es sich lohnt, die Grundbildung im Verkauf zu machen.

Marco Gygax, die neuen Lernenden haben diesen Montag ihre Grundbildung begonnen. Welche Gedanken hat dies bei Ihnen ausgelöst?

Ich freue mich, dass wir jeweils so viele Lernende begrüssen und ausbilden dürfen. Dieses Jahr ist es besonders, weil wir in der Ausbildung und Betreuung im Verkauf neue Wege gehen.

Die neue Grundbildung ist ein gutes Stichwort. Was hat es damit auf sich?

Grundsätzlich bleibt kein Stein auf dem anderen und es gibt drei bedeutende Änderungen: Neu haben wir für die Lernenden im Detailhandel eine Online-Lernplattform eingeführt, auf welcher sie ihre Praxisaufträge bearbeiten werden. Diese Plattform soll später auch Lernenden in anderen Berufen bei Coop zur Verfügung stehen. Ziel ist, dass sie unter anderem Verantwortung übernehmen.

Was beinhaltet das Konzept weiter?

Wir  legen den Fokus auf die Handlungskompetenz. Das heisst, dass sie ihre Aufgaben fachgerecht und flexibel ausführen können. Hinzu kommt als dritter Punkt, dass wir die Lernenden im Detailhandel in einer der neun Basis-Verkaufsstellen in Gruppen ausbilden. Bisher starteten sie ihre Grundbildung meist alleine oder zu zweit in einem Laden. 

Können Sie etwas mehr zu den Basis-Verkaufsstellen sagen?

Im ersten Jahr sind die Lernenden in einer zehn- bis zwölfköpfigen Gruppe in einer solchen Verkaufsstelle (siehe Box) unterwegs und erlernen das Handwerk. Begleitet werden sie von spezifisch geschulten Ausbildnern. Für die weiteren Jahre wechseln die Lernenden in einen anderen Coop-Supermarkt. Dort wird das erlangte Wissen und Können trainiert, vertieft und verknüpft. 

Weshalb war es notwendig, die Grundbildung im Verkauf anzupassen?

Einerseits wandelt sich der Handel und dadurch verändert sich auch das Berufsbild. Treiber dieser Veränderung ist unter anderem die Digitalisierung und das veränderte Konsumentenverhalten. Andererseits entwickelt sich auch die Bildung. Diese wird ebenso digitaler und individualisierter. Trends wie diesen wollen wir Rechnung tragen und die Grundbildungen an den künftigen Anforderungen ausrichten. Trotz Veränderungen steht der Mensch nach wie vor im Zentrum.

«Ziel ist, dass sie unter anderem Verantwortung übernehmen.»

 

Alle Jahre gilt es, geeignete Lernende zu finden. Wie schwierig ist das?

Ich stelle mit Stolz fest, dass wir seit Jahren ein gesuchter Ausbildungsbetrieb sind. Das spricht für die Qualität unserer Arbeit in der Berufsbildung. Jährlich erzielen unsere Lernenden beim Qualifikationsverfahren – im Vergleich zum Branchenschnitt – eine deutlich höhere Erfolgsquote.

Welche Anforderungen haben Sie an interessierte Jugendliche?

Das ist von Beruf zu Beruf unterschiedlich. Grundsätzlich werden die sozialen Kompetenzen wie Flexibilität, Freundlichkeit und Verantwortungsbewusstsein immer wichtiger.

Ab sofort sind die Lehrstellen für Sommer 2021 ausgeschrieben. Weshalb lohnt es sich, bei Coop die Grundbildung im Verkauf zu absolvieren? 

Diese Ausbildung ermöglicht eine Vielzahl von Entwicklungsmöglichkeiten. Oftmals können die jungen Berufsfachleute früh Verantwortung übernehmen. Und es ist einfach eine schöne Aufgabe. Wo sonst hat man so viel Kontakt zu Menschen? 

Zum Schluss: Was erhoffen Sie sich künftig im Bereich Ausbildung?

Es ist nicht nur eine Hoffnung – ich bin überzeugt, dass wir mit dem neuen Konzept den Bedürfnissen der Lernenden und den Anforderungen im Detailhandel gerecht werden. Damit bieten wir den jungen Berufsfachleuten die beste Grundlage, um nach der Ausbildung als gefragte Profis in den Arbeitsmarkt zu treten.