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Coop reduziert Plastik

Wo immer möglich und sinnvoll verzichtet Coop auf Plastik. Im Fokus steht dabei immer der ökologische Nutzen.

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15. Juni 2020
Gute und beliebte Alternative zu den Plastiksäckli: Der wiederverwendbare Multi-Bag für unverpackte Gemüse und Früchte.

Gute und beliebte Alternative zu den Plastiksäckli: Der wiederverwendbare Multi-Bag für unverpackte Gemüse und Früchte.

Plastik ist nicht nur Verpackungsmaterial, sondern auch Diskussionsstoff. Der Ruf nach weniger Plastik wurde in den letzten Jahren immer lauter. Massnahmen zur Reduktion gibt es viele. So verkauft Coop Zwiebeln und Zitrusfrüchte in Zellulosenetzen und Äpfel und Birnen in Graspapier. Bei manchen Bio-Früchten und -Gemüsen ersetzt der sogenannte Elastitag oder ein Aufkleber die Verpackung und der Multi-Bag aus Zellulose ist eine wiederverwendbare Alternative zum Raschelsäckli in der Früchte- und-Gemüseabteilung. Im Non-Food-Bereich gibt es beim Mehrweggeschirr und den Trinkhalmen Alternativen zu Plastik aus Papier, auch eine Zahnbürste aus Schweizer Buchenholz ist erhältlich. Seit 2012 konnte Coop so bereits 24 000 Tonnen Kunststoffverpackungen reduzieren oder durch nachhaltige Varianten ersetzen.

Bei all diesen Bemühungen ist es Coop wichtig, den Plastik nicht einfach um des Weglassens Willen wegzulassen. «Wir machen Umstellungen dort, wo es ökologisch sinnvoll ist», sagt Salome Hofer (34), Leiterin Nachhaltigkeit bei Coop. Bei der Wahl der Verpackungsmaterialien entscheidet die Ökobilanz. Plastik ist dabei nicht per se eine schlechte Wahl.

Bei der Prüfung der Art der Verpackung gelten folgende Prioritäten:

  1. Das Produkt wird unverpackt angeboten.
  2. Das Verpackungsmaterial ist im Schweizer System rezyklierbar.
  3. Der Materialeinsatz wird reduziert.
  4. Es werden trennbare Materialien verwendet.
  5. Für die Verpackung wird Recycling-Material eingesetzt.

Weniger Plastik bei Bio

Bio-Früchte und -Gemüse sind oft in Plastik eingeschweisst. Das ist für viele schwer verständlich. Doch die Verpackungen schützen die Produkte vor vorzeitigem Verderb und dienen deren gesetzlich notwendigen Kennzeichnung. Die Devise von Bio Suisse lautet in diesem Bereich: «So viel wie nötig, so wenig wie möglich». Die Hochschule für Life Sciences FHNW ermittelte in einer Studie für Coop, welche Bio-Früchte und -Gemüse auch ohne Verpackung nicht zu schnell verderben, und erarbeitete Lösungen, um Verpackungsmaterial einzusparen und dennoch konventionelle und biologische Lebensmittel klar voneinander zu unterscheiden.

Bis Ende 2020 will Coop zusammen mit den Bio-Suisse-Lieferanten rund 60 Prozent der Bio- Gemüse und -Früchte unverpackt anbieten.

Der Umwelt zuliebe

Coop setzt unterschiedliche Massnahmen zur Plastik-Reduktion um. Und bietet den Kunden gute Altervativen.

  • Verpackungen ohne Plastik: Coop investiert in die Entwicklung neuer Verpackungsarten ohne Plastik, etwa bei den Eiern oder beim Obst und Gemüse. 
  • Kein Mikroplastik: Die Naturkosmetika von Coop Naturaline enthalten kein Mikroplastik, das die Umwelt belastet. 
  • Verpackung weglassen: Der Anteil an Bio-Früchten und -Gemüse ohne Verpackung soll bis Ende Jahr auf 60 Prozent erhöht werden. 
  • Alternativen anbieten: In jedem Coop-Supermarkt gibt es plastikfreies Einweg-Geschirr. 
  • Zellulose statt Plastik: Der Multi-Bag aus FSC-zertifizierter Zellulose als Ersatz für die Plastiksäckli erfreut sich grosser Beliebtheit. Schon über eine Million sind in Gebrauch. 
  • Neuplastik einsparen: Durch die Verwendung von Recycling-PET bei den Reinigungsmitteln sinkt der Verbrauch an Neuplastik um 116 Tonnen pro Jahr.
  • Besteck aus Holz: In allen Coop-Restaurants und Verkaufsstellen von «Coop to go» gibt es Take-Away-Besteck aus FSC-Holz und Trinkröhrli aus Karton. Das spart fünf Tonnen Plastik pro Jahr. 

Weniger ist nicht immer mehr

Das sagt die Expertin

Salome Hofer (34), Leiterin Nachhaltigkeit/Wirtschaftspolitik bei Coop 
 

1. Was macht Coop zur Plastikreduktion?

Für uns ist das ein sehr wichtiges Thema. Seit 2012 haben wir kumuliert in den Supermarkt-Kanälen fast 24 000 Tonnen Verpackungsmaterial reduziert oder durch nachhaltigere Verpackungen (z. B. Graspapier) ersetzt. Bis Ende 2020 reduzieren oder optimieren wir weitere rund 4000 Tonnen Verpackungsmaterial. Wichtig für Coop ist, je nach Produkt und Anforderung an die Verpackung, die geeignetste und ökologischste Variante zu finden. Einzelne Massnahmen unter: www.taten-statt-worte.ch/plastikreduktion
 
2. Warum verabschiedet sich Coop nicht komplett von den Plastikverpackungen?

Lebensmittel belasten die Umwelt auf unterschiedliche Art und Weise bei ihrer Herstellung. Die Verpackung macht im Schnitt gemäss einer Studie des Bundesamts für Umwelt (Bafu) gerade mal zwei Prozent aus. Eine gute Verpackung macht es möglich, dass ein Produkt viel länger haltbar bleibt als ohne. Leider ist es nicht so, dass die Reduktion von Verpackungen immer zu einer Verbesserung der Gesamtökobilanz führt: Kommt es durch Verzicht auf Verpackungen zu mehr Lebensmittelverlusten oder beschädigten Produkten, geht die Rechnung nicht auf.
 
3. Es gibt ja alternative Materialien wie Glas und Papier …

Papier und Glas verbrauchen in der Herstellung ebenfalls viele Ressourcen. Auch mit Holz, dem Ausgangsmaterial für Papier, muss man sorgsam umgehen. Einwegglas benötigt im Recycling wegen den hohen Schmelztemperaturen sehr viel Energie. Zudem sind Papier und Glas viel schwerer, was sich im Vergleich zur Plastikverpackung beim Transport und den dabei entstehenden Emmissionen negativ auswirkt. Bei Coop beurteilen wir Verpackungen bezüglich Ansprüche und Ökologie einzeln und setzen dann die jeweils sinnvollste Verpackung ein, die allen Ansprüchen bestmöglichst gerecht wird.
 
4. Welche Möglichkeiten bietet Coop für den verpackungsfreien Einkauf?

Coop bietet eine Reihe von Möglichkeiten zum verpackungsfreien Einkauf:

  • Man darf die eigenen, sauberen Behälter an der Fleisch-, Fisch- und Käsetheke befüllen lassen.
  • In allen Coop-Restaurants gibt es für Take-Away-Menüs Mehrweggeschirr von «ReCircle». Dieses kann man nach der Mahlzeit zurückbringen.
  • In allen Coop-Restaurants kann man Mehrwegkaffeebecher erwerben und diese im Restaurant wiederbefüllen.
  • In allen Coop-Verkaufsstellen gibt es den Multi- Bag zu kaufen. So kann man auf das Raschelsäckli in der Früchte-und-Gemüseabteilung verzichten.
  • In der Früchte-und-Gemüseabteilung werden offene Nüsse und getrocknete Früchte angeboten. Auch diese darf man in den Multibag abfüllen.
  • Es gibt Bier in der Mehrwegflasche mit Pfand.

 5. Warum sind die Verpackungen nicht aus Bio-Plastik? Die würden Erdöl ersetzen und sie sind kompostierbar.

Die Ökobilanzen von Bio-Kunststoff, zum Beispiel Zucker und Milchsäure oder Kartoffelstärke, fallen schlechter aus als jene erdölbasierter Kunststoffe. Die Materialien sind sowohl in der Herstellung als auch in der Entsorgung problematisch. Für die Herstellung werden Lebensmittel verbraucht und/oder zumindest Land genutzt, das der Lebensmittelproduktion dienen könnte. Die Zersetzung von BioKunststoff dauert für die meisten Kompostieranlagen zu lange. Im Heimkompost funktioniert die Zersetzung nicht. Bio-Kunststoff kann ausserdem nicht von normalem Kunststoff unterschieden werden, weshalb dieses Material in der Regel in der Kompostieranlage von Hand aussortiert werden muss. Weitere Gründe unter: www.taten-statt-worte.ch/bioplastics

Plastik-Recycling  bei Coop

Bei Coop und Coop Pronto kann man alle Getränkeflaschen zurückgeben, die das offizielle Signet von PET-Recycling Schweiz tragen. Auch PE-Milchflaschen und andere Plastikflaschen aus dem Haushaltsbereich wie jene von Saucen, Essig und Öl, Wasch- und Reinigungsmittel, Shampoo und Duschgels, Seifen, Crèmes, Lotionen und Dünger können an den Recycling Stationen eingeworfen werden.

Was wird aus den recycelten PET-Flaschen? Wieder neue Flaschen! Neu bestehen sämtliche Mineralwasserflaschen von Swiss Alpina zu 100 Prozent aus Recycling-PET. Auch die Flaschen der Putz- und Reinigungsmittel von Oecoplan sowie der Eigenmarken-Speiseöle enthalten rezykliertes PET. Dieses kann sich übrigens nicht nur in neue Flaschen verwandeln, sondern auch in Textilien oder Taschen.

Und wie halten es die Leute in der Schweiz mit dem Plastik-Recycling? Eine repräsentative Umfrage zeigt: Praktisch alle machen es!