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Coop gewinnt auf breiter Front Marktanteile und begeistert mit allen Formaten immer mehr Kundinnen und Kunden – obwohl der Schweizer Detailhandel nahezu stagniert. Coop-Chef Joos Sutter zieht eine positive Bilanz über das vergangene Geschäftsjahr.

24. Februar 2020

Ob Warenhäuser oder die Vermeidung von Plastik: Joos Sutter berichtet viel Gutes über den Geschäftsgang des letzten Jahres.

Trotz anspruchsvollem Marktumfeld konnte Coop den Schwung der erfolgreichen Vorjahre auch ins Jahr 2019 weiterziehen: So stieg der Umsatz der gesamten Coop-Gruppe um 1,3 Prozent auf 30,7 Milliarden Franken, gerechnet in der jeweiligen Landeswährung. Der Gewinn belief sich auf 531 Millionen Franken.

«Beigetragen zum guten Ergebnis hat unser Geschäft im Schweizer Detailhandel, das um 243 Millionen auf 18 Milliarden Franken zulegte», erklärt Joos Sutter (55) bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen letzte Woche in Muttenz BL. «Das entspricht einem Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.» Auch das zweite wichtige Standbein, der Bereich Grosshandel/Produktion, entwickelte sich positiv: Der Nettoerlös in Landeswährungen gerechnet wuchs dort um 2,5 Prozent: um 349 Millionen Franken auf 14,1 Milliarden.

Ob Warenhäuser oder die Vermeidung von Plastik: 

Joos Sutter berichtet viel Gutes über den Geschäftsgang des letzten Jahres.

Ein wichtiger Treiber des Erfolgs sind nach wie vor nachhaltige Produkte: Seit 2010 hat sich der Umsatz der Coop-Gruppe in diesem Marktsegment nahezu verdreifacht. Setzte die Genossenschaft vor zehn Jahren damit noch 1,9 Milliarden Franken um, waren das im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden. «Diese Zahlen zeigen, dass den Kundinnen und Kunden nachhaltige und insbesondere Bio-Produkte immer mehr am Herzen liegen», so der Coop-Chef. «Als unumstrittene Nummer eins in Sachen Nachhaltigkeit werden wir auch in Zukunft das beste und grösste Sortiment bieten.»

«In Sachen Nachhaltigkeit ist und bleibt Coop die Nummer eins.»

Joos Sutter, Coop-Chef

Auch punkto Verpackungen setzt Coop auf ökologische Prinzipien: Graspapier, Zellulose oder Elastitag sind nur einige von vielen nachhaltigen Alternativen, die Coop immer öfter bei Produkteverpackungen einsetzt. «Seit 2012 sparten wir insgesamt über 24 000 Tonnen Material ein», sagt Sutter. «Und in diesem Jahr sollen noch einmal 4000 Tonnen hinzukommen.»

Bald über 1000 Prix-Garantie-Produkte

Auch in anderen Bereichen geht es voran. «Im letzten Jahr haben wir in unsere Discountmarke Prix Garantie kräftig investiert», berichtet der Coop-Chef. «Mit einem frischen und modernen Markenauftritt bauten wir das Angebot um 155 auf insgesamt 900 Produkte aus. Wir bieten damit über das gesamte Sortiment hinweg gute und sehr günstige Produkte – zu gleichen Preisen wie beim Discounter.» Und Kundinnen und Kunden von Prix Garantie dürfen sich freuen: In diesem Jahr wird dieses Sortiment auf über 1000 Produkte noch ausgeweitet.

Ein Erfolgsgeschichte ist auch der Online-Handel der Gruppe: Hier stieg der Nettoerlös um 276 Millionen auf 2,6 Milliarden Franken. Grossen Anteil daran hatte der Heimelektronik-Bereich von Microspot.ch, Interdiscount und Fust, der um 17,5 Prozent zulegte. Der Online-Supermarkt Coop@home konnte um 5,4 Prozent wachsen und gewann wichtige Marktanteile. «Um diesen Bereich weiter zu stärken, «fusionieren» wir im April Coop@home, Mondovino und den Kommunikationsauftritt von Coop.ch zu einer Plattform», verrät Joos Sutter. «Die Kunden finden dann alle Inhalte unter www.coop.ch.»


Coop-Bilanz: Die wichtigsten Fakten

Detailhandel, Fachformate, Warenhäuser und Online-Handel: Alles, was Sie zur Geschäftsentwicklung von Coop im vergangenen Jahr wissen müssen.

Im letzten Jahr war das neue, moderne Ladenkonzept ein grosses Thema. Wie sieht es damit mittlerweile aus?

Bis jetzt sind 110 Filialen umgebaut. In diesem Jahr kommen weitere 70 dazu.

Wie entwickeln sich die Supermärkte?

Das Geschäft mit den Supermärkten wuchs um 43 Millionen Franken auf 10,5 Milliarden Umsatz. Besonders erfreulich: Die Kundenfrequenz stieg letztes Jahr um 2,5 Prozent, in den letzten zehn Jahren gar um 24 Prozent.

Was geht bei den Fachformaten?

Obwohl der Schweizer Non-Food-Markt um 0,3 Prozent zurückging, wuchsen die Fachformate von Coop. Sie erzielten einen Nettoerlös von 7,5 Milliarden Franken, was einem Wachstum von 2,7 Prozent entspricht. Fast alle Fachformate konnten Marktanteile hinzugewinnen.

«Fast alle Fachformate konnten Marktanteile hinzugewinnen.»

Joos Sutter

Welches performte besonders gut?

Der Heimelektronik-Bereich mit Fust und Interdiscount legte um 54 Millionen auf knapp 2,1 Milliarden Franken zu. Damit baut Coop in diesem Bereich ihre Position als Marktführerin weiter aus.

Aus Toptip wurde Livique: Wie wird die Neupositionierung des Einrichtungshauses von den Kunden angenommen?

Die Coop-Möbelhaus-Strategie mit neuem Branding und personalisierten Angeboten geht auf: Der Nettoerlös von Livique/Lumimart stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf über 200 Millionen Franken. Livique gewann damit Marktanteile.

Viele unken, das gute alte Warenhaus sei tot. Stimmt das?

Die Warenhäuser von Coop City trotzen dem allgemeinen Abwärtstrend und gewannen beachtliche Marktanteile. Rechnet man diverse Umbauten heraus, nahm der Umsatz von Coop City um 2,7 Millionen Franken zu. Das entspricht einem Wachstum von 0,4 Prozent. Coop glaubt an die Zukunft von Coop City und hegt keine Pläne, auszusteigen.

Was gibt es Neues bei Fooby?

Die Rezeptplattform erfreut sich grosser Beliebtheit. Im letzten Jahr wurden dort über eine halbe Million Rezepte heruntergeladen. Und der neu eröffnete Fooby-Store in Lausanne hat erst vor einigen Tagen den «Retail Design Award 2020» erhalten, einen Preis, der für die überzeugendsten Store-Konzepte weltweit vergeben wird.

Der Fooby-Store in Lausanne VD gewann einen Preis als weltweit schönster Laden. 

Dank dem Einsatz der Mitarbeitenden sind auch die Coop-Supermärkte (r.) erneut gewachsen.

Die zweite Säule der Coop-Gruppe ist der Bereich Grosshandel/Produktion. Was gibt es hier Neues zu berichten?

Die Transgourmet-Gruppe festigte ihre Position im europäischen Abhol- und Belieferungsgrosshandel und wuchs in allen tätigen Ländern. Gesamthaft legt Transgourmet in Landeswährungen um 3,7 Prozent auf 9,7 Milliarden Franken Nettoerlös zu. Auch die Produktion hat sich mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 4,8 Milliarden Franken in Landeswährungen erfreulich entwickelt. Bemerkenswert ist Chocolats Halba. Sie verzeichnet im Ausland ein gutes Wachstum. Ein Beweis dafür, dass in der Schweiz eine Produktion möglich ist, die in ganz Europa konkurrenzfähig ist.

Wie viele Menschen arbeiten eigentlich für Coop?

Per Ende 2019 beschäftigte die Coop-Gruppe weltweit 90 307 Mitarbeitende, 728 mehr als im Vorjahr.