Dankeschön, Hansueli Loosli | Coopzeitung
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Titelgeschichte

Dankeschön, Hansueli Loosli

Vor fast 30 Jahren stieg Hansueli Loosli bei Coop ein. Er baute die Unternehmensgruppe zur erfolgreichen und nachhaltigsten Detailhändlerin der Schweiz aus. Ende April gibt der Verwaltungsratspräsident der Coop-Gruppe sein Amt ab – und blickt auf eine bewegte Zeit zurück.

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Heiner H. Schmitt
27. April 2021
Unternehmer mit Weitsicht: Hansueli Loosli auf dem Dach beim Coop-Hauptsitz in Basel.

Unternehmer mit Weitsicht: Hansueli Loosli auf dem Dach beim Coop-Hauptsitz in Basel.

Hansueli Loosli, mit welchen Gefühlen werden Sie Coop verlassen?

Mit zweierlei Gefühlen: Einerseits bin ich stolz, zusammen mit vielen Mitarbeitenden etwas bewegt – und ein Team gebildet zu haben, aus der sogar mein Nachfolger Joos Sutter hervorgeht, denn das war mir persönlich sehr wichtig. Und wenn wir auf das letzte Jahr zurückschauen, können wir wirklich sehr stolz sein, dass wir Mitarbeitende haben, die trotz der herausfordernden Zeiten im Lockdown motiviert geblieben sind und super gearbeitet haben, denn das ist nicht selbstverständlich. Andererseits ist mir auch bewusst, dass ich etwas aus der Hand gebe, von dem ich Teil war. Ich werde aber immer ein Teil von Coop bleiben und Coop auch ein Teil von mir.

Was werden Sie in Zukunft machen?

Das Präsidium der Transgourmet-Gruppe werde ich auch weiterhin führen. Und dort gibt es in dieser schwierigen Zeit in der Gastronomie und nach Corona noch viel zu tun. Zweitens bin ich designierter Verwaltungsratspräsident der Pilatus Flugzeugwerke AG in Stans und werde anlässlich der kommenden Generalversammlung zur Wahl vorgeschlagen. Ein sehr spannendes Schweizer Unternehmen, das sehr stark international agiert und von Oscar Schwenk und seinem Team hervorragend aufgestellt wurde. Daneben unterstütze ich die Familie Deichmann im Beirat sowie mittelständische Unternehmen, wie beispielsweise Kenny’s Auto-center AG, im Verwaltungsrat.

Haben Sie private Meilensteine, die Sie anpeilen?

Ich hatte mal gesagt, dass ich wieder reiten möchte, aber auch noch Klavier spielen und besser Italienisch lernen wolle. Aber, ehrlich gesagt, ist meine liebste Freizeitbeschäftigung die Arbeit. Ich habe mich immer als Unternehmer verstanden, und deshalb wird mich Arbeit auch in Zukunft begeistern. Ich brauche das, damit ich im Gleichgewicht bleibe. Aber dennoch habe ich mir ein Pferd gekauft und will wieder öfters ausreiten.

Für was für ein Pferd haben Sie sich entschieden?

Für einen fünfjährigen Oldenburger Hengst. Ich war schon ein paar Mal mit ihm unterwegs und danach tat mir alles weh. (Lacht.) 30 Jahre nicht geritten zu sein, ist am Anfang eine Herausforderung für meine Muskeln, aber es macht trotzdem Spass.

Sie waren ein ambitionierter Springreiter und hatten die Möglichkeit, den Sport beruflich auszuüben. Haben Sie jemals bereut, einen anderen Weg eingeschlagen zu haben?

Nie! Mein Vater sagte mir mal, dass ich mich für den Beruf oder den Sport entscheiden müsse. Und mir war schon damals klar, dass dies der Beruf sein wird.

Warum?

Stellen Sie sich vor: Sie fallen einmal vom Pferd und alles ist vorbei.

Beruflich hätte Ihnen das auch passieren können …

Schon, aber dann steht man wieder auf und es geht weiter.Sie waren fast 30 Jahre bei Coop.

«Ich werde immer ein Teil von Coop bleiben und Coop auch ein Teil von mir.»

 

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Arbeitstag?

Natürlich, wie wenn es gestern gewesen wäre. Ich kam in die Zentrale nach Basel, damals hiess sie noch Verbandsdirektion Coop Schweiz. Ich sass beim Direktionspräsidenten im Büro, der auffällig ein Dossier auf seinem Tisch hin- und herschob. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er mir, dass es das Dossier von Coop Zürich sei: Ein schwieriger Fall, weil die Zürcher Genossenschaft damals in Schieflage geraten war und er niemanden hatte, der sich sofort der Sache annehmen könne. Also sagte ich zu und ein paar Tage später übernahm ich Coop Zürich und war gleichzeitig für den Bereich Non-Food von Coop Schweiz zuständig. Das war am 1. September 1992.

Drei Jahre später schrieb Coop Zürich wieder schwarze Zahlen. War Ihre spontane Zusage der wichtigste Entscheid Ihrer Karriere?

Nein, aber da konnte ich mein Wissen aus der Waro-Zeit einbringen und habe aber auch sehr viel über Coop gelernt. Der viel wichtigere Entscheid war Coop Forte, der Zusammenschluss aller Genossenschaften von Coop. Obwohl mich damals einige auslachten, schafften wir es innert zwölf Monaten, dass alle Genossenschaften einstimmig den Zusammenschluss befürworteten. Das war wohl der grösste und wichtigste Moment in der Geschichte von Coop.

Gute Aussichten: Hansueli Loosli hinterlässt eine hervorragend aufgestellte Genossenschaft. Seine legendäre Ledermappe erstand Hansueli Loosli 1992 im Tessin.

Wie schafften Sie das?

Dadurch, dass ich für Coop Schweiz und für Coop Zürich arbeitete, kannte ich beide Seiten. Damals gab es ganz reiche und ganz arme Genossenschaften. Die Reichen hatten schon gute Marktanteile und hatten wenig Expansionschancen, und die Armen konnten keine neuen Läden bauen, weil sie kein Geld hatten. Diese Erkenntnis und der Umstand, dass die ausländische Konkurrenz in den Startlöchern stand und Coop damals sieben Milliarden Schulden hatte, bewog die Verwaltungsräte und Delegierten der Genossenschaften zum Umdenken. Den wichtigsten Entscheid hatte also nicht ich gefällt, ­sondern die Verwaltungsräte der Genossenschaften und danach 1000 Delegierte der Regionen. Sie haben den Weg frei gemacht für das, was Coop heute ist. Das war wohl der grösste und wichtigste Moment in meiner und der Geschichte von Coop.

Was haben Sie in Ihrem Arbeitsleben über die Menschen gelernt?

Dass man Menschen gerne haben muss, wenn man Erfolg haben will. Sonst ist man im Detailhandel am falschen Platz. Hier bewegt man nur etwas, wenn man es mit den Leuten kann. Dazu braucht es Vertrauen, und man muss die Menschen fordern und fördern und wird dadurch auch selbst gefordert.

Was haben Sie über sich selber gelernt?

(Lacht.) Dass man manchmal auch zu viel vertraut und dann auch mal enttäuscht wird. Oder, dass man immer wieder aufstehen muss, wenn man mal hinfällt.

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Sportlich, denn Olympiasieger werden beispielsweise auch nicht als solche geboren. Man benötigt hartes Training, muss Erfahrungen sammeln und der direkte Weg ist dabei nicht immer der beste Weg. Man muss nach Niederlagen aufstehen, den Blick nach vorne richten und weiterkämpfen.

Welche Fähigkeiten haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heute sind?

Eine Mischung aus vielem und auch ein bisschen Glück, dass ich auf Menschen traf, die an mich glaubten und mit mir zusammen etwas bewegen wollten. Allein wäre mir das nie gelungen.

Von Ihnen weiss man, dass Sie viele Mitarbeitende mit Namen kennen. Wie machen Sie das, gibt es einen Trick?

Früher konnte ich dies noch besser. Ich habe eine Art fotografisches Gedächtnis und kann einem Gesicht sofort einen Namen zuordnen. In 99 Prozent der Fälle funktionierts.

Sind Sie glücklich, wenn Sie auf die letzten 30 Jahre zurückblicken?

Ja sehr. Es macht mich stolz, dass wir es gemeinsam an die Spitze geschafft haben. Die Coop-Gruppe ist heute in einer ganz anderen Situation als damals. Wir haben nebst dem erfolgreichen Lebensmittel-Detailhandel mit neuen Formaten wie beispielsweise mit Interdiscount und Fust die Nummer eins im Konsumelektronikmarkt erreicht oder mit Bell Food Group ein starkes Convenience- und vegetarisch/veganes Geschäft zusammen mit Coop auf- und ausgebaut. Wir haben aber auch mit der Coop Mineraloel AG die Nummer eins im Treibstoff und mit Coop Pronto im Convenience-Geschäft aufgebaut. Und wir sind mit Transgourmet die Nummer zwei im europäischen Cash-and-Carry- und Food-Service-Geschäft. Zusammengefasst haben wir viel optimiert und gleichzeitig Neues gebaut. Das hat mitgeholfen, die Ergebnisse der gesamten Coop-Gruppe weiter zu stärken.

Was haben Sie rückblickend nicht gut gemacht?

Wahrscheinlich einiges, aber über alles gesehen doch mehr Gutes!!Der beste Ratschlag, den Sie in Ihrer Karriere bekommen haben?Schuster bleib bei deinen Leisten. Das sagte mir Mövenpick-Gründer Ueli Prager, für den ich in jungen Jahren arbeitete.

Was bedeutete dieser Ratschlag für Sie persönlich?

Dass ich mich nicht in Gefilde begab, von denen ich nichts verstand. Das Wachstum bei Coop entstand immer aus dem Kerngeschäft heraus. Auch der grosse Schritt mit der Übernahme von Transgourmet ging in ein artverwandtes Geschäft und war wichtig, weil Coop heute auf zwei Beinen steht: Einzel- und Produktion/Grosshandel. Gegessen und getrunken wird immer, das zeigt sich auch in der Pandemie.

Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus der Pandemie?

Wir sind jetzt seit einem Jahr mehr oder weniger im Lockdown. Das ist unglaublich, hat aber bewiesen, dass Coop krisenresistent ist. Ich habe mir das natürlich nicht gewünscht, aber die Pandemie zeigt, wie stark wir sind. Es war ein spannendes und herausforderndes Jahr und unsere Mitarbeitenden haben es jeden Tag bewiesen, den Kundenwünschen gerecht zu werden. Das verdient meinen grössten Respekt.

Aber es hat Ihnen den Abschied versaut ​…

(Lacht.) Klar hätte ich mir einen anderen Abschied gewünscht, aber so spielt das Leben. Ich danke deshalb nun auf diese Weise jedem Einzelnen, der mich in den vergangenen Jahren direkt oder indirekt begleitet, unterstützt, gefordert und gefördert hat. Den grössten Dank verdienen alle Mitarbeitenden der Coop-Gruppe, egal wo sie für uns arbeiten und jeden Tag ihr Bestes geben.

Was waren die grundlegendsten Veränderungen im Detailhandel in den vergangenen 30 Jahren?

In dem Papier, das wir damals im Hinblick auf Coop Forte behandelten, schrieb ich unter anderem, dass sich erstens die Konkurrenz verändern wird und zweitens neue Vertriebsformen auftauchen werden. Beides hat den Handel grundlegend verändert.

Nach fast 30 Jahren bei Coop gibt Hansueli Loosli das Amt als Verwaltungsratspräsident ab.

Welche Veränderungen werden noch auf den Detailhandel zukommen?

Wir sind ein kleines Land. Im Online-Geschäft gibt es natürlich Potenzial, aber nicht für riesige Volumen, wie das in anderen europäischen Ländern mit viel mehr Einwohnern der Fall ist. Aber Coop hat eine grosse Anzahl an Läden, die in zehn Minuten erreichbar sind und in denen man schneller einkauft als online. Trotzdem wird der Anteil im Online-Handel steigen. Im Non-Food stärker als im Food. Die Nähe unserer Verkaufsstellen, das zeigt sich auch in der Pandemie, ist ein grosser Vorteil. Und eines ist klar: Der Laden als Treffpunkt wird immer bleiben. Die Leute haben ein Bedürfnis rauszugehen, denn Einkaufen ist auch Teil des Soziallebens.

«Ich hinterlasse meinem Nachfolger ein gut instand gehaltenes Haus.»

 

Wird Coop den internationalen Online-Giganten standhalten können?

Absolut, weil wir so viele Verkaufsstellen haben und den Online-Handel dazu kombinieren können. Also sogenanntes Multichannel anbieten können. Und wenn man sich die CO₂-Bilanz der Online-Giganten aus dem Ausland ansieht, die ihre Produkte aus dem Ausland per Flugzeug oder Strasse in die Schweiz transportieren, ausliefern und im Falle von Retouren diese in hohen Prozentzahlen auch wieder zurück transportieren, bleibt für mich die Frage, ob es da vielleicht mal noch zu Auflagen kommen wird. Ich würde sagen: Regional verankert und blitzschnell bleiben – dann kann Coop nichts passieren und ist für die CO₂-Bilanz, die uns alle in Zukunft noch viel stärker als bis jetzt beschäftigen wird, gut aufgestellt.

Die amerikanischen Präsidenten hinterlassen ihren Nachfolgern traditionell einen handgeschriebenen Brief. Was hinterlassen Sie Ihrem Nachfolger?

Ich hinterlasse meinem Nachfolger ein gut instand gehaltenes Haus. Die Coop-Gruppe ist finanziell sehr solide und besitzt die beste Mannschaft, die ich in dieser Branche kenne. Die Gestaltung der Zukunft wird Joos Sutter selber übernehmen. Dazu wünsche ich ihm alles Gute und der gesamten Mannschaft in der Coop-Gruppe weiterhin so viele zufriedene Kundinnen und Kunden.

Was werden Sie nach Ihrem Weggang von Coop am meisten vermissen?

Die Menschen. Euch, ob Kundinnen und Kunden oder Mitarbeitende. Ich werde sicher begeisterter Coop-Kunde bleiben und es auch nicht lassen können, dass ich «Grüezi» sagen gehe, wenn ich an einer Filiale vorbeikomme. Coop wird immer ein Teil von mir bleiben. Und deshalb sage ich auch nicht «Adieu», sondern «auf Wiedersehen».

Hansueli Loosli, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Gemeinsam zum Erfolg

Was für eine Geschichte

30 Jahre lang prägte Hansueli Loosli Coop. Das waren die wichtigsten Schritte seiner Karriere.

Meilensteine einsehen

Bodennah und unkompliziert

Hansueli Loosi hat Spuren hinterlassen, nicht nur bei Coop. Prominente Wegbegleiterinnen und -begleiter schauen zurück – und nach vorne.

Urs Riedener

CEO Emmi

«Hansueli Loosli ist ein Vollblut­unternehmer, der den Schweizer Detailhandel kundenorientierter und leistungsfähiger gemacht hat wie kein Zweiter in den letzten Dekaden. Legendär sind sein visionäres Handeln, sein Drang nach vorne, sein Fleiss und die Akribie in der Umsetzung. Bemerkenswert ist auch sein grosses Interesse am Gegenüber – egal, mit wem er spricht. Sein Weitblick, seine Nähe zu den Menschen und sein Gespür für die grossen gesellschaftlichen Themen haben Coop bei Vielem zum Pionier und Vorreiter werden lassen.»

 

Doris Leuthard

alt Bundesrätin, neu Vizepräsidentin Coop Verwaltungsrat

«Das Meisterstück von Hansueli Loosli war zweifellos das Projekt Coop Forte, die Reorganisation der regionalen Genossenschaften unter ein gemeinsames Dach. Hansueli hat ein gutes Händchen fürs Geschäft und Gespür für Menschen. Menschen machen am Schluss den Unterschied, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zufriedene Kundinnen und Kunden, ein engagiertes Management, ein gut verankerter Regionalrat und Verwaltungsrat.»

 

Urs Niggli

ehemaliger Direktor Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)

«Hansueli Loosli war rasend schnell, bestimmend und zuverlässig. Insgesamt durfte ich 28 Jahre intensiv mit Coop zusammenarbeiten, da schätzt man solche Eigenschaften sehr. Auf dem Weg des Forschungsinstituts für biologischen Landbau zu seiner heutigen Bedeutung als führendes Kompetenzzentrum war Hansueli Loosli ein enorm wichtiger Wegbereiter. Wenn man etwas will, dann schafft man es auch. Das habe ich persönlich von ihm gelernt.»

 

Peter Keller

Ex-Wirtschaftsredaktor, heute Weinredaktor NZZ am Sonntag und Weinkolumnist der Coopzeitung sowie Mondovino-Weinexperte

«Ich hatte als Wirtschaftsredaktor stets einen guten Draht zu Hansueli Loosli. Mir gefielen seine Geradlinigkeit, Spontaneität und sein umkomplizierter, respektvoller Umgang mit allen Personen. Er hat Coop in all den Jahren entscheidend geprägt und erfolgreich umgebaut.»

 

Regina Fuhrer

Präsidentin Bio Suisse 2001–2011

«Als ich 2001 Präsidentin von Bio Suisse wurde, war die Zusammenarbeit zwischen Bio Suisse und Coop noch jung und der Bio-Markt klein. Es standen sich zwei völlig unterschiedliche Systeme gegenüber. Auf der einen Seite Bio Suisse, der basisdemokratische Dachverband der Schweizer-Knospe-Bäuerinnen und -Bauern mit langen, partizipativen Entscheidungswegen, auf der anderen Seite Coop, die grosse Detailhändlerin mit klaren hierarchischen Strukturen. Unsere gemeinsamen Diskussionen und Auseinandersetzungen waren entsprechend lebendig und anspruchsvoll. Was ich an Herrn Loosli sehr geschätzt habe, war seine offene, direkte und geradlinige Art. Ich wusste immer, woran ich bei ihm war.»

 

Freddy Burger

Event-Manager

«Kennengelernt haben Hansueli und ich uns noch in der Zeit, als er verantwortlich für Coop Zürich war. Es wuchs eine wertvolle Partnerschaft und schöne Freundschaft, genährt von denselben Werten und einem ähnlichen Werdegang, nämlich dem von unten nach oben durch ‹learning by doing›. Allerdings bin ich nur einmal Hansuelis Rhythmus des Frühaufstehens gefolgt und habe nach dem ersten 7-Uhr-Termin, an dem auch noch seine Kaffeemaschine ausser Betrieb war, dem nächsten Meeting erst ab 9 Uhr zugestimmt. Aber auch da ist er schon vor der Zeit eingetroffen. Meine Kaffeemaschine hat immerhin funktioniert.»

 

Pascal Couchepin

alt Bundesrat

«Hansueli Loosli ist ein Mann mit Weitblick. Als Chef wichtiger nationaler Unternehmen hat er es verstanden, die wirtschaftlichen Interessen mit den Interessen des Landes in Einklang zu bringen. Sein Geniestreich war die Vereinfachung der Unternehmensstruktur durch die Zusammenführung der regionalen Genossenschaften unter ein Dach, wodurch Coop ihre Position auf dem Schweizer Markt stärken und sich dem internationalen Wettbewerb stellen konnte.»

 

Jörg Ackermann

Mitglied des Managements bei Coop

«Hansueli Loosli war ein fordernder und entscheidungsfreudiger Chef, der einem jedoch immer genügend Freiraum und Vertrauen schenkte. Man durfte auch Fehler machen. Nebst dieser professionellen Seite konnte er bis spät nach Mitternacht ‹Räubergeschichten› erzählen und Gesellschaften mit Witz und dem für ihn unverkennbaren Schalk unterhalten.»

 

Andrea Hämmerle

alt Nationalrat

«Hansueli Loosli ist boden- nah und unkompliziert. Die Kassiererin versteht seine Sprache genauso gut wie der Bundesrat. Er kennt den Preisdes Bio-Jogurts im Regal genauso gut wie die Entwicklung der Weltwirtschaft. Und er ist ein Stratege, der langfristige Trends früher sieht als andere. So setzte er auf biologische Lebensmittel, als diese noch in einer kümmerlichen Nische schmorten. Damit machte er Coop zur erfolgreichen ökologischen Vorreiterin. Für diese Leistung danke ich ihm herzlich.»