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Ein Päckli voll Glück

In der Schweiz sind über 650 000 Menschen von Armut betroffen. Eine Spende von Alltagsprodukten wie Mehl oder Zahnpasta ist für sie eine grosse Entlastung.

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04. Januar 2021
Im Januar 2020 sortierte Kurt Eggli am SRK-Hauptsitz fleissig Waren für «2 × Weihnachten». 

Im Januar 2020 sortierte Kurt Eggli am SRK-Hauptsitz fleissig Waren für «2 × Weihnachten». 

Lachs und Braten, Fondue Chinoise oder Raclette, ein feines Dessert und hinterher noch Guetzli, dazu den einen oder anderen guten Tropfen: An Weihnachten lassen wir es uns gut gehen und schlemmen nach Herzenslust. Auch die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum dürfen nicht fehlen.

Tat Nr. 238

«2 × Weihnachten» – auch dank unserer Spenden

Seit 1998 unterstützt Coop die Aktion «2 × Weihnachten». 2020 spendet sie als Hauptwarenspenderin Waren im Wert von über 400 000 Franken. Bei der Aktion geht es darum, Güter des täglichen Bedarfs an bedürftige Personen in der Schweiz zu spenden. Seit 2017 ist Coop Trägerin der Aktion.

Weitere Informationen hier: https://www.taten-statt-worte.ch/238

Dabei geht leicht vergessen, dass es viele Leute gibt, bei denen der sprichwörtliche Gürtel nicht erst im Januar enger geschnallt wird, sondern das ganze Jahr über eng sitzt – auch in der Schweiz. Besonders betroffen sind unter anderem Einelternhaushalte, kinderreiche Familien, Nichterwerbstätige und Personen über 65 Jahre. Genau für diese Menschen gibt es die Aktion «2 × Weihnachten». Sie findet heuer zum 24. Mal statt. Es geht darum, Güter des täglichen Bedarfs zu spenden, namentlich haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. Die Post nimmt Pakete zugunsten der Aktion entgegen und transportiert sie kostenlos zum Schweizerischen Roten Kreuz (SRK). An dessen Hauptsitz in Bern sortieren Freiwillige die eingetroffene Ware.

Im Februar befüllte Linda Fäh (im geblümten Oberteil) damit Taschen für Armutsbetroffene.

Einer von ihnen ist seit 14 oder 15 Jahren Kurt Eggli. Genau weiss es der 78-Jährige aus Ostermundigen BE selber nicht, da er über seine verschiedenen Freiwilligenaktivitäten nicht Buch führe. Im Januar packt der pensionierte Jurist jeweils mit an. «Mir geht es körperlich und psychisch so gut, dass ich mich gerne in der Freiwilligenarbeit engagiere», sagt er. Am Abend sei er dann aber schon erschöpft, gesteht er. Die gesammelte und sortierte Ware wird später an die Kantonalverbände ausgeliefert, die sie ihrerseits an von Armut betroffene Familien verteilen.

Engagement ist Ehrensachhe

SRK-Botschafterin Linda Fäh (33) nahm im vergangenen Februar an der Über- gabe-Aktion des Roten Kreuz Baselland teil. In Liestal BL packte die Schlagersängerin und Miss Schweiz von 2009 Taschen mit Dingen des täglichen Bedarfs und überreichte sie Frauen wie Mana Gebremariam (37). «Lebensmittel sind in der Schweiz teuer – vor allem Früchte, Gemüse und Fisch», sagt die Äthiopierin, die mit ihrem Mann und den drei Kindern seit sechs Jahren in der Schweiz lebt. Die Familie ist zwar finanziell eigenständig, doch das Budget ist knapp, die Spende daher höchst willkommen. «Die Idee hinter diesen Paketen ist, dass sie das Haushaltsbudget entlasten. Es soll einer Familie ermöglichen, dass sie sich auch mal etwas gönnt, zum Beispiel einen Zoobesuch», erläutert Anja Nicole Seiwert (52), Geschäftsleiterin des Roten Kreuz Baselland.

Der Inhalt der Spendenpakete ist zwischen SRK und Coop abgestimmt.

«Armut ist in der Schweiz ein Tabuthema. Umso wichtiger ist es, dass man nicht wegschaut», findet Linda Fäh. Gerade dann, wenn es einem selber an nichts fehlt. «Ich bin sehr dankbar, dass es mir so gut geht. Und es ist mir ein Bedürfnis, dass ich dort etwas zurückgebe, wo ich kann.» Sie wolle auch ihr Umfeld motivieren, die Aktion zu unterstützen.

Auch Helfer Kurt Eggli kennt das Thema Armut nur indirekt. «Uns geht es finanziell gut. Aber ich treffe immer wieder Leute, die den Franken zweimal umdrehen müssen.» Für ihn und seine Frau ist es Ehrensache, dass sie sich nicht nur zeitlich engagieren. «Wir steuern auch jedes Jahr ein oder zwei Päckli bei.» 

Selber Waren spenden

Die Aktion «2 × Weihnachten» läuft bis 11. Januar. Wer spenden will, hat folgende Möglichkeiten:

1. Auf coop.ch ein Paket für Fr. 20.­–, 50.– oder 100.– auswählen. Die Waren in den Paketen wurden vom SRK nach den Bedürfnissen der Empfänger der Pakete ausgewählt. Coop transportiert die Waren direkt zum SRK nach Bern.

2. Vorgepackte Spendenpakete bis 9. Januar in allen Coop-­Mega- stores und in ausgewählten Coop- City-Warenhäusern für Fr. 20.– erwerben. An der Kasse bezahlen und direkt beim Kundendienst abgeben.

3. Selber ein Paket zusammenstellen und zur Post bringen. Sie übernimmt den Transport zum SRK gratis. Ins Paket dürfen haltbare Lebensmittel, die noch mindestens sechs Monate haltbar sind (z. B. Mehl, Zucker, Konfitüre, Müesli, Teigwaren, Tee, Schokolade) sowie Körperhygieneartikel wie Shampoo, Zahnpasta oder Zahnbürsten. Andere Sachspenden können nicht angenommen werden.

Alle gesammelten Waren werden in der Schweiz verteilt. Das SRK schätzt, dass infolge Corona der Bedarf an Ware dieses Jahr mindestens zehn Prozent höher ist als in anderen Jahren.

Aufgrund der Corona-Pandemie gilt für den Sortierbetrieb ein Schutzkonzept, die vom BAG vorgeschriebenen Massnahmen werden stets eingehalten, etwa betreffend Hygiene. Die Zahl der Freiwilligen, die gleichzeitig arbeiten, ist limitiert.

Weitere Informationen hier: https://www.coop.ch/2xweihnachten