Bio aus der Schweiz | Coopzeitung
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Bio aus der Schweiz

In der Zentralschweiz produziert Pasta Röthlin die Naturaplan-Bio-Dinkelteigwaren von Coop. Das Geheimnis der Qualität und ihres tollen Geschmacks:die schonende Trocknungstechnik

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Heiner H. Schmitt
31. Mai 2021
Der Bio-Dinkel, der für die Naturaplan-Teigwaren verwendet wird, kommt insbe­sondere aus Luzern, dem Aargau und dem Kanton Bern.

Der Bio-Dinkel, der für die Naturaplan-Teigwaren verwendet wird, kommt insbe­sondere aus Luzern, dem Aargau und dem Kanton Bern.

Im Herzen der Schweiz

Ein Team von 40 Mitarbeitern produziert bei der Pasta Röthlin AG die Naturaplan-Bio-Dinkelteig­waren. Die Firma mit Sitz in Kerns OW, etwa 20 Kilometer südlich von Luzern, ist einer der letzten Nudelhersteller der Schweiz und Dinkel-Pionier. Coop hatte den richtigen Riecher und liess ab 2014 bei Röthlin Nudeln aus Bio-Knospe-Dinkel produzieren. Denn dieses Getreide hat die Teller im Sturm erobert. Gemeinsam bauen die beiden Firmen die hochwertige Produktpalette stetig aus. Mittlerweile umfasst sie acht Sorten, darunter auch eine mit Emmer, einer weiteren alten Getreidesorte. Teigwaren haben eine lange Tradition in Kerns. Schon 1936 wurden hier die ersten Nudeln hergestellt, damals noch in der Bäckerei Röthlin.

Ein leichtnussiges Aroma

«Es ist schade, dass wir nie darauf achten, woher die Pasta kommt!»

Bruno Hölttschi

«Dinkelnudeln haben mehr Geschmack als Weizennudeln», sagt der Inhaber der Teigwarenfirma, Bruno Höltschi (56). Sie schmecken leicht nussig. «Dinkel ist ein robustes Getreide mit viel Charakter», fährt er fort. «Es eignet sich deshalb gut für die voralpinen und alpinen Regionen.» Weil das Dinkelkorn eher weich ist, wird vor dem Mahlen nur ein kleiner Teil der Spelze entfernt, was der Pasta eine bräunliche Farbe verleiht.

Seine Philosophie:Regionale Qualität

Bruno Höltschi, Sohn eines Bauern aus dem Seetal LU, studierte an der ETH Agrarökonomie. Im Jahr 2012 trat er in den Verwaltungsrat von Pasta Röthlin ein und kaufte im folgenden Jahr die Mehrheit der Aktien. Zu dieser Zeit war die Zukunft des Unternehmens sehr ungewiss und es brauchte neue Impulse. Höltschi setzte auf hochwertige Pasta, die in einem schonenden Trocknungsverfahren hergestellt wird. Dabei bleiben die ernährungsphysiologischen Eigenschaften des Getreides erhalten. «Mein oberstes Ziel ist es, Produkte aus Schweizer Rohstoffen herzustellen, die in der Schweiz verarbeitet und in der Schweiz verkauft werden. Das ist die Strategie meiner Firma.» Und er sagt auch: «Es ist schade, dass wir nie darauf achten, woher die Pasta kommt; beim Fleisch oder beim Käse tun wir das doch auch!»

Schonend produziert

Die Nudeln von Röthlin werden auf besonders schonende Weise hergestellt. Grossproduzenten fabrizieren gut und gerne 10 Tonnen pro Stunde. Die Anlage von Pasta Röthlin schafft gerade mal 500 Kilogramm. Die Nudeln durchlaufen nicht in zwei Stunden einen Turbotrockner mit einer Temperatur von 80 bis 120 Grad Celsius, sondern werden, je nach Sorte, 10 bis 16 Stunden bei 60 Grad schonend getrocknet. Dies ist zwar zeitaufwendig, erhält aber die besonderen Aromen.

Auf coop.ch

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Mit der Bio-Knospe

Naturaplan-Dinkelnudeln werden aus Bio-Dinkel hergestellt, der nach den strengen Richtlinien von Bio Suisse wächst. Das bedeutet unter anderem, dass der Produzent seinen gesamten Betrieb als biologisch zertifizieren muss. Es kommen keine chemisch-synthetischen Pestizide und keine Chemikalien zum Einsatz. Diese Richtlinien bedeuten Qualität statt Quantität: Die Ernteerträge sind etwas geringer, dafür sind nur die besten Körner für Coop-Naturaplan-Produkte gut genug. 

 

Himmlische Himbeeren

Adèle Airaud inmitten der Himbeersträucher. Beim täglichen Kontrollgang erkennt sie einen Schädlingsbefall und kann sofort Gegenmassnahmen ergreifen. Die Ausbildung zur Agraringenieurin machte sie in Montpellier (F). Sie lebt und arbeitet jedoch seit 20 Jahren im Wallis.

Bald gibt es wieder Schweizer Himbeeren. Im Wallis sorgt Agraringenieurin Adèle Airaud für ein gutes Gedeihen der Pflanzen. Sie erzählt, welche Herausforderungen mit der Umstellung auf die Knospe von Bio Suisse einhergehen und teilt Wissenswertes rund um die beliebte Beere.

Zweimal ernten

Rund 6000 Himbeersträucher der aromatischen Sorte Mapena gedeihen hier in Ardon VS im Rhonetal auf 470 Metern über Meer. Adèle Airaud (43) ist von der Firma Pitt’Bio als Verwalterin des rund eine halbe Hektare grossen Grundstückes angestellt und schaut jeden Tag zum Rechten. «Diese Himbeersträucher schneiden wir jeweils im Winter ebenerdig ab. Aus den Wurzeln wächst dann im Frühling ein komplett neuer Strauch heran», erzählt sie. Schutz vor der ärgsten Witterung bieten den Himbeeren zwölf grosse, unbeheizte Folientunnel. «So können wir mit etwas Wetterglück sogar zweimal ernten», sagt Airaud. Vermarktet werden die Beeren über die Firma Pitteloud Fruits mit Sitz in Sion.

«Die Herausforderung besteht darin, die Unkräuter, die nicht mit der Pflanze konkurrieren, zu behalten, während man die anderen entfernt»

Adèle Airaud

Blattlaus-Alarm

Seit einem halben Jahr befindet sich die Himbeerpflanzung in der Umstellung auf biologischen Anbau. «Das bedeutet ein völliges Verbot von chemisch-synthetischen Pestiziden und Düngemitteln», erklärt Airaud. Wenn nötig setzt man vom FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau Frick AG) zugelassene natürliche Mittel wie Kupfer und Schwefel ein. Das frühzeitige Erkennen eines Befalls sei wichtig, deshalb untersucht sie die Pflanzen täglich auf Blattläuse, Milben und Botrytis cinerea, einen Graufäule verursachenden Pilz. Auch die Kirsch­essigfliege Drosophila suzukii, die die reife Beere befällt, ist gefürchtet.

Unerwünschte Unkräuter

Im biologischen Landbau erfolgt das Unkrautjäten manuell, eine zeitintensive Aufgabe. «Die Herausforderung besteht jedoch darin, die Unkräuter, die nicht mit der Pflanze konkurrieren, zu behalten, während man die anderen entfernt», so Airaud. Beim biologischen Produzieren gehe es auch darum, zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln. «Ich bin aber zuversichtlich, dass auf dieser Parzelle der biologische Anbau einen guten Ertrag bringen wird», ist die Agrar­ingenieurin überzeugt. Mal salzig ...Himbeeren eigenen sich wunderbar, um einen Weissweinessig zu aromatisieren. Dafür legt man reife Himbeeren einfach ein paar Tage in den Essig ein und braucht ihn dann für fruchtige Salatdressings oder zum Zubereiten von scharf-sauren Saucen. Wer salzigen Gerichten eine süss-saure Note geben möchte, geniesst die frischen Beeren zum Salat, zu einem Lachs-filet, Grillkäse oder geschnetzelter Kalbsleber.

Rot, blau, grün, bio

Erstmals lanciert Rivella ein Getränk unter dem Knospe-Label. Das Bio-Rivella mit Minzengeschmack ist exklusiv bei Coop erhältlich.

Legende in der Flasche

Der Name gehört zur Schweiz wie die Alpen oder das Skifahren: Rivella ist eine Legende und ein Aushängeschild der Swissness. Kein Wunder also, dass Rivella auch im Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz aufgeführt ist. Eine Legende, die schmeckt! Die Schweizer trinken pro Jahr und Kopf rund neun Liter Rivella. Das Getränk auf der Basis von Milchserum zählt zu den beliebtesten im Land. Aber das Rezept bleibt ein Geheimnis.

Anders als alle anderen

Er war Jurastudent, als er das Grundrezept seines Getränkes entwickelte. Den Doktortitel hat er zwar gemacht, doch er wurde kein Anwalt, sondern Unternehmer. Robert Barth (1922–2007) gründete 1952 die Firma Rivella. Der erste Standort war Stäfa ZH. Im Jahr 1954 verlegte Barth die Firma nach Rothrist AG, wo sie sich bis heute befindet. Die Marke Rivella kreierte der Zürcher aus dem Namen des Tessiner Ortes Riva San Vitale und dem Wort «rivelazione» (ital. Offenbarung). Das Ziel von Robert Barth war es, «ein Getränk auf den Markt zu bringen, das anders ist als alle anderen».

... ein Getränk auf den Markt zu bringen, das anders ist als alle anderen.»

 

Rivella ist die Nummer zwei im Schweizer Markt von Erfrischungs-getränken und befindet sich immer noch zu 100 Prozent im Besitz der Gründerfamilie. Im Jahr 2020 verkaufte das Unternehmen umgerechnet 98 Millionen Liter Getränke, davon 68 Prozent in der Schweiz, mit einem Umsatz von 125 Millionen Franken. Die wichtigsten Auslandsmärkte sind die Niederlande, Luxemburg, Österreich und Frankreich. Das Aargauer Unternehmen beschäftigt 255 Mitarbeitende.

Der Anfang einer Idee

Coop präsentiert im Juli 2018 bei Rivella die Idee eines Bio-Minzengetränks unter der Marke Naturaplan. Danach treffen sich Vertreter der beiden Unternehmen, um die Rahmenbedingungen für ein Bio-Rivella zu definieren. Zusammen mit Bio Suisse, dem Dachverband der Schweizer Bio-Produzenten und Inhaber des Knospe-Labels, sowie mit «bio.inspecta», der Zertifizierungsstelle der Knospe. Rund 150 Rezepte später steht die Zusammensetzung im Juli 2020 fest. Rivella Bio erhält im Februar 2021 das Knospe-Label. Die Produktion beginnt im April.

Ein neuer Weg

In Sachen Umweltschutz setzt Rivella schon lange Zeichen. Doch die Verwendung von Schweizer Minzen in Bioqualität ist eine Premiere in der Geschichte des Aargauer Unter­nehmens. Die Idee gefiel in Rothrist sofort, denn sie entspricht dem Image der Firma und der primären Mission: Die Produktion von erfrischenden Getränken für Familien, junge Leute und aktive Menschen; Rivella engagiert sich stark im Sport­bereich. Und überhaupt für alle Menschen, denen ihr Wohl­befinden am Herzen liegt. Die Umwelt­freund­lichkeit der Bio-Produkte deckt sich auch mit einem der Hauptanliegen von Rivella, nämlich dass die Schweiz aktiv bleibt – und dies in einer intakten Natur.

Strenge Vorgaben

Wegen der strengen Vorgaben des Knospe-Labels konnte Rivella das Bio-Erfrischungsgetränk nicht allein auf der Basis der Rezepturen ihrer klas­sischen Produkte kreieren. Deshalb entwickelte das Unter­neh­men ein völlig neues Getränk, das aber immer noch etwas vom ursprünglichen Geschmack von Rivella Rot hat. Ziel war es, weniger Zucker zu verwenden. Das Bio-Produkt enthält 4,7 Gramm pro Deziliter im Ver­gleich zu 9 Gramm beim Rivella Rot. Das neue Getränk schmeckt nach Kräutern und natürlichen Essenzen, hat einen Milch­se­rum­gehalt von 20 Prozent und 19 Kilokalorien pro Deziliter.

Aus Schweizer Minzen

Rivella Bio besteht zu zehn Prozent aus einem Minze-Aufguss. Dafür werden drei Minzensorten verwendet: Marokkanische, Orange- und Apfel-Minze. Die Pflanzen stammen von Plantagen in den Schweizer Alpen und werden auf Landwirtschaftsbetrieben angebaut, die den Richtlinien von Bio Suisse entsprechen. Die weiteren Produkte, die für Rivella-Bio-Minze verwendet werden, kommen ebenfalls überwiegend aus der Schweiz.

Exklusiv bei Coop

Rivella-Bio-Minze

Rivella-Bio-Minze in 100 Prozent Bio-Knospe-Qualität gibt es exklusiv bei Coop. Es ist das neueste in einer ganzen Reihe von ökologischen Produkten wie dem Kressi-Naturaplan-Kräuteressig von Chirat und dem Rimuss-Naturaplan-Bio-Apéro Champion. Das Produkt ist schweizweit inallen Coop-Supermärkten und auf coop.ch erhältlich. 

Zweites Leben für Kapseln

Im Vergleich zu anderen Kaffeeverpackungen hat die Aluminiumkapsel eine sehr gute Ökobilanz. Aber nur, wenn sie richtig entsorgt wird.

Lust auf eine Tasse Kaffee? – Kapsel in die Maschine setzen, Knopf drücken – fertig. Eine alltägliche Handlung, über die wir nicht weiter nachdenken müssen. Und danach? Was sollen wir mit der Kapsel machen, sie in den Müll werfen? Das wäre schade! Denn Aluminiumkapseln wie die von Coop La Mocca oder Nespresso, sind rezyklierbar. Also sammeln und in den Coop-Supermarkt zurückbringen. Die Recycling-Station für die gebrauchten Kapseln befindet sich normalerweise neben der PET-Sammelstelle. Sonst hilft Ihnen das Personal gerne weiter.

In einigen Gemeinden können die Kapseln auch auf den Wertstoffhöfen entsorgt werden. Die Zahl der gesammelten Kapseln hat noch grosses Potenzial nach oben. Helfen Sie mit, den Anteil zu erhöhen!Wenn Sie die Ökobilanz noch weiter verbessern wollen, wählen Sie biologisch angebauten Kaffee, wie zum Beispiel Coop La Mocca mit der Bio-Suisse-Knospe.  

La Mocca von Coop:

Fair und ökologisch

Coop ist die erste Schweizer Detailhändlerin, die Kaffeekapseln anbietet, die die Knospe von Bio Suisse tragen und gleichzeitig das Fairtrade-Label von Max Havelaar. Fairtrade-Kaffee von La Mocca gibt's in allen Coop Supermärkten und auf coop.ch