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«We Love Food» – das Ohr isst mit

Podcasts erleben auch in der Schweiz einen Boom. Dasselbe gilt für das Kochen. Was also liegt näher, als die beiden Dinge zusammenzuführen? Der Podcast «We Love Food» von Fooby holt Gesprächspartner ins mobile Studio, die in der Kulinarik etwas zu sagen haben.

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Christoph Kaminski
08. Februar 2021
 Gleich gehts in den «PodCar»: «We Love Food»-Interviewerin Priscilla Medrano (rechts im Bild) mit Zizi, Shootingstar der Gastro-Szene.

 Gleich gehts in den «PodCar»: «We Love Food»-Interviewerin Priscilla Medrano (rechts im Bild) mit Zizi, Shootingstar der Gastro-Szene.

Fooby Podcast

We Love Food

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Das Auge isst mit, lautet ein geflügeltes Wort. Vielleicht ist das mit ein Grund, weshalb es vergleichsweise wenige Podcasts gibt, die sich dem Thema Food widmen. Eigentlich erstaunlich, denn Kochen erlebt schon seit Längerem eine Renaissance und ist mit Corona erst recht in aller Munde. Zugleich boomen die Podcasts: 2019 ergab eine SRF-Studie, dass bereits 23 Prozent der Schweizer mindestens einmal im Monat in das digitale Erzählformat hineinhören. Dieser Wert dürfte seither deutlich gestiegen sein – nun, da in Zeiten des Lockdowns und des Zuhausebleibens die Nachfrage ablenkender Info-Unterhaltung besonders gross ist.

Der neue «We Love Food»-Podcast von Fooby, den es seit Anfang Jahr gibt, informiert und unterhält gleichzeitig mit kulinarischen Talks. «Gerade in einer Zeit, in der uns der zwischenmenschliche Kontakt fehlt, sind Podcasts ein toller Weg, um Nähe zu schaffen», sagt Nathaline Neuschwander (30), Leiterin Fooby. Die «We Love Food»-Gesprächspartner sind Menschen, die sich «mit Leib und Seele dem Kochen und dem Genuss hingeben». So wie die beiden Foodstylistinnen aus der zweiten Podcastfolge, die mit ihrem Unternehmen Comme Soie Nahrungsmittel für Bilder so inszenieren, dass der Betrachter am liebsten reinbeissen möchte. 

Abrupter Wechsel

Oder wie Zineb Hattab, die von allen «Zizi» genannt wird und mit ihrem pflanzenbasierten Lokal KLE im Kreis 3 gerade die Zürcher Gastro-Szene aufmischt. Die 31-Jährige mit spanisch-marokkanischen Wurzeln erzählt in der neusten Folge der «We Love Food»-Reihe von ihrem doch ziemlich ungewöhnlichen Werdegang. Als Software-Ingenieurin kam Zizi in die Schweiz, wo sie bei einem Unternehmen anheuerte. In ihrer Freizeit machte sie Einladungen für bis zu 20 Personen und stand dafür oft bis vier Uhr morgens in der Küche. «Eröffnest du bald ein Restaurant?», fragte ihr Mann im Scherz. Das brachte sie auf die Idee, einen neuen Weg einzuschlagen – als Köchin.

Zizi fragte gleich ganz oben bei Sternekoch Andreas Caminada an und bekam mit 24 Jahren tatsächlich den Zuschlag für eine dreijährige Lehre. Nach ihrer Ausbildung sammelte sie während dreier Jahre Erfahrungen an besten Adressen im Ausland und kehrte schliesslich in die Schweiz zurück, wo sie Anfang 2020 das KLE eröffnete.

Darüber erzählt sie in der «We Love Food»-Folge, die im ersten mobilen Podcast-Studio der Schweiz aufgenommen worden ist; der «PodCar» der Podcast-Agentur Audiokanzlei holt die Gesprächspartner direkt vor Ort ab. Hinter dem Steuer sitzt Geschäftsführer Dino Giglio (34), der als Programmleiter und Moderator bei Radio 105 aufhörte, um sich selbstständig zu machen und voll auf Podcasts zu setzen. «Die Zeit des linearen Radios ist vorbei», sagt er, «zugleich steigt die Nachfrage nach Audioinhalten, die jederzeit zur Verfügung stehen.» Der familiäre Background – sein Vater führt das Zürcher Gault-Millau-Lokal Il Giglio – prädestiniert ihn für den Job als Fooby-Podcast-Produzent. Geht es nach ihm, muss es künftig heissen: Das Ohr isst mit.