Gemeinsam Gutes tun | Coopzeitung
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Titelgeschichte

Gemeinsam Gutes tun

Der nächste Samstag ist «Tag der guten Tat»: Damit wollen Coop und ihre Partner in der Schweiz eine Welle der Hilfsbereitschaft auslösen.

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Hansruedi Weyrich, WWF-Switzerland, Joel Schweizer
21. Mai 2021

Es gibt Tage im Jahr, an denen es Brauch ist, an andere Menschen zu denken und sie zu beschenken, etwa Weihnachten, Ostern oder Muttertag. Doch das spielt sich meist nur im näheren Umfeld der Familie ab. Was darüber hinausgeht, überlässt man in der Regel gerne Behörden und Organisationen.

Coop stellt sich ihrer Verantwortung – auch in der sozialen Nachhaltigkeit.

 

Um dies zu ändern, hat Coop den «Tag der guten Tat» ins Leben gerufen, der am 29. Mai zum zweiten Mal stattfindet. Sechs starke Partner – das Schweizerische Rote Kreuz, der WWF Schweiz, die Schweizer Tafel, Tischlein deck dich, die Pfadibewegung Schweiz und Pro Infirmis – wollen gemeinsam mit Coop mit diesem Anlass möglichst viele Menschen zu möglichst vielen guten Taten motivieren. Ziel ist es, durch die solidarischen Gesten und das freiwillige Engagement für Mitmenschen und Umwelt eine positive Bewegung in der Schweiz auszulösen. Mit diesem besonderen gesellschaftlichen Engagement stellt sich Coop ihrer Verantwortung auch in der sozialen Nachhaltigkeit.

Die Partnerorganisationen haben für nächsten Samstag 43 Mitmachaktio­nen in der gesamten Schweiz organisiert, natürlich unter Einhaltung der jeweils geltenden Corona-Schutzmassnahmen. Jede Menge gute Taten werden auch die Coop-Mitarbeitenden vollbringen: Über 2000 Coop-Supermärkte und Coop-City-­Warenhäuser sind dabei, ebenso wie Filialen von Coop Bau + Hobby, Christ Uhren & Schmuck, Fust, Import Parfumerie, Interdiscount, Livique, Lumimart, The Body Shop und Coop Vitality. Das Personal begrüsst die Kundinnen und Kunden mit Kaffee und Gipfeli, einem Grillstand oder einer kleinen Aufmerksamkeit. Die Coop-Produktionsbetriebe wie Chocolats Halba, Reismühle Brunnen, Bell Food Group oder Steinfels Swiss machen ebenfalls mit beim «Tag der guten Tat». 

Helfen tut gut

Auf den nächsten Seiten sehen Sie sechs Beispiele dafür, wie die Partnerorganisationen mit ihren Taten dazu beitragen, Mensch und Natur dort zu unterstützen, wo sie auf Hilfe angewiesen sind. Und am Ende der Titelgeschichte bekommen Sie einige Tipps, wie und wo Sie selber aktiv werden können, sei es am «Tag der guten Tat» oder danach. Sie werden merken: Helfen tut gut – nicht nur denen, die Hilfe brauchen, sondern auch allen, die Hilfsbereitschaft zeigen und anpacken.

Hilfe zum Überleben

Wanderfreunde: Christian Roubaty mit seinem Mops-Mischling Kyna (8).

«Dass ich überhaupt hier sein kann, grenzt an ein Wunder. Ich bin froh, dass ich noch lebe.» Mit bewundernswerter Gelassenheit erzählt Christian Roubaty (56) über seine Krankheit und seinen unbändigen Lebensmut. Als einer der ersten Patienten in der Schweiz erhielt er 1983 eine Blutstammzellspende, nachdem die Ärzte bei ihm akute Leukämie diagnostiziert hatten. «Mit 19 litt ich unter extremer Müdigkeit und Blutungen», erzählt der gebürtige Freiburger. Bei der Untersuchung stellt sich heraus: Er hat so gut wie keine Blutplättchen, die für die Blutgerinnung unerlässlich sind. Und die Zahl der weissen Blutkörperchen ist bedenklich tief, was das Infektionsrisiko stark erhöht. Die Ärzte sagen ihm, er werde innerhalb weniger Wochen sterben.

Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen den Tod. Christian Roubaty kommt ins Universitätsspital Lausanne, wo er sich einer radikalen Chemotherapie unterziehen muss. Ende 1983 wird er ins Universitäts­spital Basel verlegt, in eines der neuenIsolierzimmer. Nach der Strahlentherapie erhält er Knochenmark von seiner damals 16-jährigen Schwester Monique. Dank der Liebe seiner Mutter und seiner Familie überlebt der junge Mann die Tortur.

«Sie müssen keine Angst davor haben, sie werden es überleben.»

Christian Roubaty

Seit damals sind Nieren und Lunge durch die Behandlung beeinträchtigt, 2002 kam ein Herzinfarkt hinzu und 2005 eine Sepsis. Doch Christian Roubaty geniesst weiter das Leben, einschliesslich seiner Leidenschaft für Hunde und das Wandern. Mit seiner Geschichte möchte er zeigen, wie wichtig die Blutstammzellspende ist: «Registrieren Sie sich als Spender! Sie müssen keine Angst davor haben, sie werden es überleben», erklärt Roubaty. «Aber Sie können vielleicht jemanden retten, der genauso gerne leben möchte wie Sie.»

Schweizerisches Rotes Kreuz

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) verhütet und lindert menschliches Leid in der Schweiz und im Ausland. Es schützt die Gesundheit, das Leben und die Würde des Menschen. Zum «Tag der guten Tat» bietet das SRK die Möglichkeit zur Blutspende. Interessierte können dies direkt vor Ort oder nach telefonischer Voranmeldung tun oder sich für später anmelden. Mehr unter: www.blutspende.ch/termine

Er ist wieder da

Der majestätische Bartgeier ist auch in den SchweizerBergen zu Hause.

Mit fast drei Metern Spannweite ist er eine imposante Erscheinung. Dass er zur Polsterung seines Horsts oft die Wolle toter Schafe benützt, wurde dem Bartgeier aber fast zum Verhängnis. Wenn er damit vorüberflog, glaubten die Leute, er habe ein Lamm oder gar ein ausgewachsenes Tier erlegt. «Man nannte ihn daher auch Lämmergeier», weiss Stefan Inderbitzin (56) vom WWF Schweiz und zugleich Stiftungsrat von «Pro Bartgeier». Das Jagdgesetz von 1875 erklärte den Vogel zur schädlichen Art, der Staat belohnte den Abschuss mit einer Prämie. Das wirkte verheerend: «Ende des 19. Jahrhunderts war der Bartgeier aus dem Alpenraum weitgehend verschwunden.»

«Ende des 19. Jahrhunderts war der Bartgeier aus dem Alpenraum weitgehend verschwunden.»

Stefan Inderbitzin, WWF Schweiz

Dabei sind Bartgeier gar keine Raubvögel. Erwachsene Tiere ernähren sich überwiegend von Knochen, die sie aus grosser Höhe auf Felsen fallen und so in kleine Stücke zerspringen lassen. Jungvögel sind zwar noch auf Muskelfleisch angewiesen, doch das besorgen ihnen die Eltern von Aas. Daher trägt der Bartgeier als Aasverwerter dazu bei, dass tote Tiere schnell aus der Landschaft verschwinden. Und das dämmt die Gefahr von Krankheiten ein, die sich durch Kadaver ausbreiten können.

Die Wende begann 1978, als der WWF mit Partnern ein internationales Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers im Alpenraum gründete. Acht Jahre später konnte man die ersten Tiere in Österreich auswildern, 1991 war es in der Schweiz so weit. Bei der Auswilderung sind die Jungvögel rund drei Monate alt, fliegen können sie noch nicht. Erfahrene Teams der Stiftung «Pro Bartgeier» überwachen und füttern sie, bis sie mit etwa vier Monaten flügge sind. Auf diese Weise brachte man bis heute insgesamt 229 Bartgeier in die Berge zurück. Sie kamen aus Zuchtstationen in ganz Europa, unter anderem aus dem Tierpark Goldau SZ. «Die Wiederansiedelung wird aber noch Jahre in Anspruch nehmen», erklärt Stefan Inderbitzin. «Bartgeier werden erst mit fünf bis sieben Jahren geschlechtsreif und ziehen pro Brut nur ein Junges auf.» 

WWF Schweiz

Der WWF Schweiz setzt sich seit über 60 Jahren für die Natur ein. Er schützt die Umwelt und engagiert sich für eine lebenswerte Zukunft für nachfolgende Generationen. Zum «Tag der guten Tat» organisiert der WWF schweizweit Umwelteinsätze wie Waldränder aufräumen oder Flussufer von Abfall befreien – jeweils in Kleingruppen mit adäquatem Schutzkonzept. Mehr unter: www.wwf.ch/gutetat

Ein Stück Freiheit

Nicht zu bremsen:Jasmin Rechsteinerengagiert sich für Menschen mit Handicap.

Leben mit Behinderung – für nicht betroffene Menschen schwer vorstellbar und als Thema eher unangenehm. Doch Jasmin Rechsteiner (40) strahlt übers ganze Gesicht. Klar, als Miss Handicap von 2010 und Botschafterin von Pro Infirmis ist sie es gewohnt, vor der Kamera zu stehen. Aber vor allem die Fahrt von Bern nach Solothurn war für sie ein Aufsteller: «Seit dem 7. Januar 2000 habe ich den Führerschein», erzählt sie stolz. «Und wenn ich allein bin, kann ich das Radio so laut stellen, wie ich will!»

«Mein erstes Autogramm ist von 1986, AC/DC!»

Jasmin Rechsteiner

Die Begeisterung für Musik hat sie seit der Kindheit im Thurgau: «Mein erstes Autogramm ist von 1986, AC/DC!» Sie geniesst die offene Atmosphäre von Livekonzerten, wo sie sich durch die anderen so akzeptiert fühlt, wie sie ist – offen und fröhlich, aber geboren mit Kyphoskoliose, einer Mehrfachverkrümmung der Wirbelsäule. Ungezählte Operationen gehören zu Jasmin Rechsteiners Leben ebenso wie die täglichen Schmerzmittel. Das alles hat sie aber nicht davon abgehalten, nach Schule und KV-Lehre jetzt noch zu studieren: «Soziale Arbeit, das passt doch zu mir! Im Frühjahr 2022 habe ich den Abschluss.»

Dann erzählt sie, wie Pro Infirmis die Inklusion von Menschen mit Behinderungen durch digitale Zugangsdaten unterstützt: «Es ist völlig normal, dass man im Internet Öffnungszeiten und Eintrittspreis findet. So sollte es auch mit den Informationen sein, auf die Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Wahrnehmung angewiesen sind!» Das Naturmuseum Solothurn ist ein gutes Beispiel. Ausstellungen und Zugang zum Museum sind rollstuhlgängig, heisst es auf der Homepage knapp. In der Datenbank von Pro Infirmis finden sich detaillierte Angaben, erhoben und überprüft von Freiwilligen.

Pro Infirmis

Pro Infirmis bekämpft die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen, setzt sich für ihre Inklusion und Selbstbestimmung ein, begleitet und unterstützt Betroffene und ­Angehörige in allen Lebensbereichen. Zum «Tag der guten Tat» erfasst Pro Infirmis Informationen zur Zugänglichkeit öffentlicher Gebäude, zusammen mit Betroffenen und der Bevölkerung. Mehr unter: www.proinfirmis.ch/gutetat

Allzeit bereit

Familie Suter-Willi:drei GenerationenPfadis beim Brätelnim Wald bei Goldau.

«Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt» – dieser Auftrag stammt von Lord Robert Baden-Powell (1857–1941), dem Gründer der Pfadibewegung. Und nach diesem Motto lebt die Familie Suter-Willi in Goldau SZ seit Generationen. Alle waren oder sind sie dabei: die Grosseltern Yvonne (66, Pfadiname Röno) und Manfred (66, Schufti), die Eltern Andrea (39, Schlumpf) und Patrick (37, Nautilus) und ihre Kinder Laura (12, Pebbles), Sara (9, Nila) und Lena (7). Sowohl die Gross-eltern als auch die Eltern haben sich bei der Pfadi kennengelernt. «Wir waren beide mit unseren Gruppen am Open Air in Gampel», erzählt Andrea. Das Ergebnis ist die heute fünfköpfige Familie Suter-Willi. Zufall sei das nicht: «Wir kennen viele Ehen unter Pfadis. Irgendwie ist man als Pfadfinder vom gleichen Schlag und teilt gleiche Erlebnisse.»

«Ich habe in 35 Jahren rund 40 Lager mitgemacht.»

Yvonne Sutter-Willi

Andrea hat diese Erfahrungen im wahrsten Sinn des Wortes mit der Muttermilch mitbekommen. Sie war schon als Säugling im ersten Pfadilager. Grossmutter Yvonne war in ihren Mittzwanzigern der Vereinigung so sehr verbunden, dass ihre Kinder sie nicht davon abhalten konnten, ins Lager zu gehen: «Ich habe in 35 Jahren rund 40 Lager mitgemacht, nebst Pfadi- auch Insieme-Lager für Menschen mit Behinderung», erzählt sie. Dazu unzählige Klassenlager. Oft nahm sie ihre Kinder einfach mit, als sie noch klein waren.

Warum aber ist die Pfadibewegung auch im Jahr 2021 noch so attraktiv? Für Patrick, früher Kantonsleiter der Pfadi Schwyz, liegt es daran, dass die Bewegung vor allem sozial, integrativ und nicht leistungsorientiert sei. «Hier sind alle akzeptiert, und den Leitsatz ‹Jeden Tag eine gute Tat› nehmen wir ernst.» Eine gute Pfadi-Tat könne zum Beispiel sein, dass man bei einer Bachputzete mitmache oder den Wald von Unrat reinige. «Das ist leider manchmal nötig, denn nicht jeder lässt die Welt so zurück, wie er sie angetroffen hat.»  

Pfadi Schweiz

Die Pfadibewegung Schweiz fördert als grösste Kinder- und Jugendorganisation im Land die ganzheitliche Entwicklung. Sie ermöglicht es, die Natur zu erleben, Freundschaften zu knüpfen und Verantwortung zu übernehmen. Zum «Tag der guten Tat» werden sich Pfadis getreu ihrem Grundsatz «Jeden Tag eine gute Tat» für Bevölkerung und Umwelt engagieren. Mehr unter: www.pfadi.swiss

«Wer satt ist, fühlt sich besser»

Fast 50 Mahlzeiten pro Tag bereiten Vincent Masciulli und sein Team zu.

Ein herzliches Lächeln und gleich ist man beim Du: Vincent Masciulli (39) leitet die Stiftung «Addiction, Action Communautaire, Travail Social» (AACTS) in Vevey VD. Das Gebäude ist in einem Wohnquartier gleich beim Bahnhof, und dort empfängt Vincent mit seinem Team Menschen in Not – Obdachlose, Geringverdienende, Drogenabhängige. «Ob Jung oder Alt: Jeder, der hierher kommt, hat seine eigene Geschichte», erzählt der Sozialarbeiter. «Wir bieten ihnen von Montag bis Freitag immer ein offenes Ohr und Schutz, ohne zu werten.»

Auf herablassende Töne gegenüber den Bedürftigen reagiert er allergisch. Statt Mitleid bietet Masciulli offenen Austausch auf Augenhöhe, in den meisten Fällen eben per Du. Als Berufsmilitär bildete er fünf Jahre lang Rekruten für die Schweizer Armee aus: «Manche der jungen Leute hatten Probleme, und ich versuchte, Lösungen zu finden. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mich zur beruflichen Neuorientierung entschieden habe.» Die Menschen, mit denen er es jetzt zu tun hat, sind in Schwierigkeiten und sehr verletzlich. Bei der Stiftung AACTS erhalten sie medizinische Versorgung, sie können ihre Wäsche waschen und duschen,Drogenkonsumenten bekommen steriles Material. Und es gibt zu essen! «Das ist das Wichtigste. Wer satt ist, fühlt sich gleich besser», weiss Vincent Masciulli. Für bloss zwei Franken bietet die Stiftung eine Mahlzeit in guter Qualität. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat man allerdings Teller und Besteck durch Take-away-Boxen ersetzt.

«Ohne diese Spenden könnten wir kein Essen anbieten.»

Vincent Masciulli

Mit der Pandemie ist die Nachfrage stark gestiegen. Fast 12 500 Mahlzeiten hat die Stiftung letztes Jahr zubereitet und verteilt, 30 Prozent mehr als 2019. Die Frischprodukte dafür kommen von der Schweizer Tafel. «Ohne diese Spenden könnten wir kein Essen anbieten. Wir hätten gar nicht das Budget dafür», sagt Masciulli.Alle Lebensmittel werden in der Küche sorgfältig verarbeitet, die Mengen genau kalkuliert. Reste gibt es keine: Alle, die hier essen, sind sich des Werts der Nahrung bewusst.

Schweizer Tafel

Die Stiftung Schweizer Tafel sammelt nicht mehr verkäufliche, aber noch einwandfreie Lebensmittel und verteilt sie über soziale Institutionen und Abgabestellen an von Armut betroffene Menschen. Am «Tag der guten Tat» nimmt sie vor Coop-Supermärkten (Deutsch- und Westschweiz) lang haltbare und originalverpackte Produkte als Spende entgegen. Mehr unter: www.schweizertafel.ch

Freude am Helfen

Anlieferung derLebensmittel amOratorio San Biagioin Bellinzona TI.

Fast eine Tonne einwandfreie Lebensmittel hat der Lieferwagen geladen, der wie jeden Donnerstag beim Oratorio vorfährt, dem Gemeindezentrum gegenüber der Pfarrkirche San Biagio in Bellinzona TI. Ein Dutzend Freiwillige von Tavolino Magico – so heisst Tischlein deck dich im Tessin – teilt die Waren auf und verpackt sie für die Armutsbetroffenen der Stadt. «Für einen Franken erhalten sie eine Einkaufstasche im Wert von 60 bis 70 Franken», erzählt Roberta Gioli (64), Leiterin der Abgabestelle. Im von der Corona-Pandemie geprägten letzten Jahr sammelte und verteilte Tischlein deck dich in der ganzen Schweiz 4008 Tonnen Lebensmittel und unterstützte damit jede Woche fast 21 000 bedürftige Menschen. «Hier im Tessin, wo sich die Pandemie schon früh ausgebreitet hatte, stieg die Nachfrage nach unserer Lebensmittelhilfe um zehn Prozent an.»

«Es gibt weniger Kontakt untereinander, aber die Stimmung ist gut.»

Roberta Gioli

Die Freiwilligen tragen Handschuhe und Maske, man begrüsst sich mit den Ellen­bogen. «Durch die strikte Einhaltung der Hygienevorschriften schützen wir unsere eigene Gesundheit sowie die der Kundinnen und Kunden», betont Roberta Gioli. Beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 musste die Lebensmittelhilfe fast einen Monat lang schliessen. «Der Kanton hatte die Arbeits­­integrationsprogramme gestoppt. Davon waren auch 50 Mitarbeitende in unserer Logistik betroffen», erzählt Roberta Gioli. «Zudem gehören viele unserer Freiwilligen zu den besonders gefährdeten Personen, weil sie über 65 Jahre sind. Die Einstellung des Betriebs war daher unvermeidlich. Aber dank unseres schweizweiten Schutzkonzepts konnten wir unsere Dienste schon bald wieder anbieten.»

Die Kundinnen und Kunden kommen nach einem festgelegtem Zeitplan gestaffelt zum Oratorio San Biagio. Die Tragtaschen mit den Lebensmitteln erhalten sie draussen im Freien. «Es gibt weniger Kontakt untereinander, aber die Stimmung ist gut», meint Roberta Gioli. Keine Frage – die fröhlichen Gesichter der Freiwilligen zeigen unmissverständlich, wie gross die Freude ist, anderen helfen zu können.

Tischlein deck dich

Tischlein deck dich rettet pro Jahr über 4000 Tonnen einwandfreie Lebensmittel vor der Vernichtung und verteilt sie an von Armut betroffene Menschen. Am «Tag der guten Tat» sammelt Tischlein deck dich vor 13 Coop-Supermärkten Lebensmittelspenden. Die haltbaren und originalverpackten Produkte kommen bedürftigen ­Menschen in der Region zugute. Mehr unter: www.tischlein.ch

Machen Sie doch einfach mit!

Nein, Sie müssen nicht die Welt retten. Aber schon mit einer ganz kleinen Geste können Sie dazu beitragen, dass die Welt etwas besser wird. Denn darum geht es beim «Tag der guten Tat» am kommenden Samstag: Setzen Sie ein persönliches Zeichen für das Allgemeinwohl!

Packen Sie einfach mit an bei einer der Hilfsaktionen, die an vielen Orten schweizweit stattfinden – jede der sechs hier vorgestellten Partnerorganisationen von Coop ist mit dabei – natürlich stets im Rahmen der geltenden Corona-Schutzmassnahmen.

Oder widmen Sie jemandem ein wenig Aufmerksamkeit – das ist gerade in diesen Zeiten so wichtig! Fragen Sie Nachbarn, die nicht mehr so gut zu Fuss sind, ob Sie etwas vom Einkaufen mitbringen können. Nehmen Sie sich Zeit für ein Gespräch mit einem Menschen. Antworten Sie auf ein mürrisches Gesicht mit einem Lächeln. Es gibt so viele Möglichkeiten, eine gute Tat zu vollbringen.

Gerne dürfen Sie mit ihrem Tatendrang auch andere Menschen inspirieren. Wenn ganz viele beim «Tag der guten Tat» mitmachen, lässt sich Grosses bewirken – auch mit scheinbar kleinen Taten. Packen Sie also selber mit an und motivieren Sie zugleich Ihre Familie dazu, etwas Gutes zu tun. Das kann auch Ihr Team am Arbeitsplatz sein, Ihre Freunde und Bekannten, Vereinsmitglieder …

Und wenn Sie auf Facebook, Insta­gram, Twitter oder anderen sozialen Medien unterwegs sind: Teilen Sie Ihre persönliche Tat doch einfach unter dem Hashtag #TagDerGutenTat – dann kann sich der Tatendrang auch online ausbreiten. 

Alle Hilfsaktionen zum «Tag der guten Tat» online unter:
www.tag-der-guten-tat.ch/mitmachen

Wo Sie anpacken können, sehen Sie auch unter: www.benevol-jobs.ch