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Nachhaltigkeit

Ist das nachhaltig?

Dass man der Umwelt Sorge tragen soll, ist unbestritten. Doch wie passen eingepacktes Bio-Gemüse, Erdbeeren aus Spanien und die Verwendung von Palmöl dazu? Die Antwort von Coop auf sieben häufig gestellte Fragen.

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Heiner H. Schmitt, getty images, shutterstock
11. Januar 2021

Ich habe im Februar Lust auf Erdbeeren – ist das schlimm?

Die frühen Erdbeeren stammen aus unbeheizten Gewächshäusern oder dem Freiland in Spanien. Sie belasten das Klima nicht mehr als Schweizer Lageräpfel im Frühling. Entscheidend für den Klimaeffekt ist nicht der Transport in die Schweiz, sondern ob das Gewächshaus beheizt wird oder nicht. Das zeigen Ökobilanzen der ETH Zürich. Es gilt: Besser in der spanischen Sonne als im beheizten Schweizer Gewächshaus. Zudem stellt Coop sicher, dass die Früchte- und Gemüselieferanten eine gute Sozialpraxis nach «GRASP» einhalten und nachhaltig mit dem Wasser umgehen.
Mehr unter: www.taten-statt-worte.ch/69

Coop prüft laufend, wie sich Verpackungen optimieren oder reduzieren lassen.

 

Warum ist Bio-Gemüse häufig eingepackt?

Damit Bio nicht mit herkömmlicher Ware vertauscht werden kann, muss es vom Hof bis zum Laden eindeutig getrennt sein. Dies geht oft nur mit einer Verpackung. Ausserdem: Mit der richtigen Verpackung ist ein Frischprodukt länger haltbar, es entstehen daher weniger Lebensmittelabfälle. Übrigens macht der Anteil der Verpackung nur etwa fünf Prozent der Gesamtumweltbelastung von Lebensmitteln aus. Coop prüft jedoch laufend, wie sich Verpackungen optimieren oder reduzieren lassen. Wichtig ist dabei, dass die Alternativen sinnvoll und ökologischer sind als die bisherigen Produkte oder Verpackungen. Netze aus Zellulose und Kartons aus Graspapier sind Beispiele für nachhaltige Verpackungen. Bei Bio-Früchten und -Gemüse setzt Coop auf Elastitags und Aufkleber. Bereits heute sind rund 40 Prozent unserer Bio-Früchte und -Gemüse unverpackt oder in einer ökologisch verbesserten Verpackung. Diesen Anteil bauen wir auf mindestens 60 Prozent aus.
Mehr unter: www.taten-statt-worte.ch/377

Gibt es einen Unterschied zwischen EU-Bio und der Knospe?

Der EU-Bio-Standard ist deutlich weniger streng als die Richtlinien der Knospe von Bio Suisse, nach denen die Produkte von Coop Naturaplan und viele weitere Bio-Produkte bei Coop hergestellt werden. Vor allem besteht bei der Knospe die Pflicht, den ganzen Betrieb nach biologischen Grundsätzen zu bewirtschaften und nicht nur einzelne Betriebszweige. Weiter schonen Produkte mit der Knospe das Klima, indem sie zum Beispiel nicht mit dem Flugzeug transportiert werden dürfen, und sie fördern die Biodiversität. Zu betonen sind auch die strengen Vorgaben zur schonenden Verarbeitung, auch beim Einsatz von Zusatzstoffen gelten strenge Regeln.
Mehr unter: www.taten-statt-worte.ch/111

Warum wird nicht einfach auf Palmöl verzichtet?

Palmöl ist sehr ergiebig: So braucht es beim Palmöl für die gleiche Menge an Öl viel weniger Fläche als beispielsweise bei Sonnenblumen- oder Sojaöl. Zudem hat es hervorragende Eigenschaften bezüglich Geschmack und Konsistenz. Um Raubbau in tropischen Wäldern zu vermeiden, setzt Coop auch in konventionell hergestellten Lebensmitteln ihrer Eigenmarken auf Bio-Palmöl. Dieses ist zertifiziert nach den strengen Knospe-Richtlinien von Bio Suisse und stammt somit aus konsequent nachhaltiger Produktion. Wenn sinnvoll und machbar, ersetzt Coop Palmöl durch andere Öle und Fette, etwa durch heimisches Rapsöl.
Mehr unter: www.taten-statt-worte.ch/379

Ich will nachhaltig essen. Was kann ich tun?

Setzen Sie möglichst konsequent auf Bio, Fairtrade und tierfreundliche Produkte und wählen Sie regional und saisonal produzierte Lebensmittel. Durch vernünftige Vorratshaltung lässt sich Foodwaste vermeiden. Auch der Fleischkonsum spielt eine Rolle: nicht nur die Edelstücke essen, sondern das ganze Tier (Siedfleisch, Ragout etc.) und öfter eine fleischlose Mahlzeit wählen. Einkaufen zu Fuss oder mit dem Velo und wenn es das Auto sein muss: möglichst kurze Distanzen.
Mehr unter: www.taten-statt-worte.ch/12

Ich esse gerne Fleisch. Was kann ich tun, damit es den Tieren gut geht?

Generell sind die gesetzlichen Tierschutzvorgaben in der Schweiz höher als im Ausland. Wer aufs Tierwohl schaut, ist mit Coop Naturafarm gut bedient. Dieses Label steht für hundert Prozent Schweizer Fleisch und Eier von Tieren aus besonders tierfreundlicher Auslauf- und Freilandhaltung. Die Anforderungen ans Tierwohl sind hier deutlich strenger als das Schweizer Tierschutzgesetz und mit dem Schweizer Tierschutz (STS) erarbeitet worden. Unangemeldete Kontrollen vom STS-Kontrolldienst garantieren, dass die strengen Richtlinien eingehalten werden. Noch empfehlenswerter ist Bio-Fleisch der Eigenmarke Naturaplan.
Mehr unter: www.taten-statt-worte.ch/8

Was passiert mit Lebensmitteln, die nicht mehr verkauft werden können?

Bei Coop landet fast nichts im Kehricht– nämlich weniger als 0,2 Prozent und dies vor allem aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Ein grosser Teil von Lebensmitteln, die noch einwandfrei sind, aber nicht mehr verkauft werden können, geht schon seit vielen Jahren an die Schweizer Tafel und Tischlein deck dich. So kommen sie Bedürftigen zugute. Jährlich sind dies über zwölf Millionen gespendete volle Teller. Abgelaufene oder verdorbene Ware wird nach Möglichkeit zu Tierfutter weiterverwertet oder zu wertvollem Bio-Gas vergärt. Mit «Ünique» sorgt Coop zudem dafür, dass auch Früchte und Gemüse ausserhalb der Norm in den Laden kommen. Übrigens: Gemäss WWF entsteht fast die Hälfte der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten.
Mehr unter: www.taten-statt-worte.ch/105