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Solidarisch in allen Lebensbereichen

Seit der Gründung der Coop-Initiative «Taten statt Worte» 2015 sind schon 400 nachhaltige Engagements entstanden – vieleweitere werden noch folgen.

16. September 2021

Von der Bio-Pionierin zum grössten Bio-Sortiment.«Mir geht es gut … meistens jedenfalls …», sagt Chantal Parola. Die 27-Jährige sitzt auf der Terrasse der Stiftung Brändi im luzernischen Horw in der Caféteria und trinkt ihre kalte Schoggi. «Die nehme ich hier immer, die schmeckt mir», erklärt sie und schmunzelt. Die gute Laune weicht auch nicht, als sich die Wolken rund um das imposante Pilatus-Panorama zusammenziehen, dunkler werden und schliesslich Wasser lassen. «Das stört mich nicht gross», sagt die aufgestellte junge Frau mit den naturroten Haaren. Was sie jedoch nicht erträgt, ist die Sonne. Aber nicht etwa, weil sie diese oder den Sommer nicht mag, «im Gegenteil, ich liebe diese Jahreszeit, wofür auch mein Schmetterlingstattoo steht», sondern weil das grelle Sonnenlicht ihre Krankheit zum Ausbruch bringen kann.

Chantal Parola (r.) mit Betreuerin Monika Gilli fühlt sich in der Stiftung Brändi, wo sie wohnt und arbeitet, sichtlich wohl.

Chantal Parola leidet an einer schweren Form von Epilepsie. Und das seit frühester Kindheit. «Als ich eineinhalb Jahre alt war, hat der Kinderarzt bemerkt, dass da etwas nicht stimmt.» Zwar konnte sie noch einen regulären Kindergarten besuchen, danach reichte es nicht mehr. «Mein Gehirn braucht länger, um Sachen zu verarbeiten», erklärt sie. Die Schulzeit verbrachte Chantal Parola darum in einem heilpädagogischen Institut – bis sie 18 Jahre alt war. Seit 2012 arbeitet sie bei der Stiftung Brändi, einer Einrichtung, die Menschen mit Beeinträchtigung eine sinnvolle Beschäftigung und einen sicheren Arbeitsplatz garantiert. Es ist dies eine von über 30 sozialen Einrichtungen, mit denen Coop unter dem Gütesiegel Solidarité zusammenarbeitet.

Hoffnung auf neues Medikament

Chantal Parola hadert nicht mit ihrem Schicksal. «Das ist jetzt halt so, ich arrangiere mich damit seit meinem zweiten Lebensjahr.» Epilepsie sei für Menschen, die erst im späteren Leben daran erkranken, viel schlimmer. «Denn diese wissen, wie es anders sein kann – ich nicht.» Drei Operationen am Kopf hat die junge Frau schon hinter sich. Gebracht hat es nicht viel. Auf eine vierte will sie verzichten und erzählt von einem neuen Medikament aus den USA, das – so die Versprechungen – epileptische Anfälle komplett unterdrücken könne. Die junge Frau ist noch etwas skeptisch. Zu viele Pillen musste sie in ihrem Leben schon einnehmen. «Früher versteckte mein Mami diese in einem Jogurt, damit ich sie überhaupt runterschluckte», erinnert sie sich. Ein wenig Hoffnung auf das neue Wundermittel hat sie aber trotzdem und strahlt, wenn sie sagt: «Wenn ich ein Jahr lang keine Anfälle habe, könnte ich auch solche Sachen wie beispielsweise die Autoprüfung machen.» Doch auch falls das nicht klappen sollte … Chantal Parola scheint im Einklang mit ihrem Leben und ist froh, dass sie bei der Stiftung Brändi gebraucht und ihre Arbeit geschätzt wird.

Mit Tatendrang nachhaltig

Seit Jahrzehnten unterstützt Coop Projekte wie die Stiftung Brändi und nimmt als Pionierin im Bereich Nachhaltigkeit ihre gesellschaftliche Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Natur wahr. Bereits seit 1942 engagiert sich das Unternehmen mit der Coop Patenschaft für Berggebiete für Familien und Betriebe in den Bergregionen der Schweiz und unterstützt die Organisationen Schweizer Tafel und Tischlein deck dich, die einwandfreie Lebensmittel an Bedürftige verteilen.

«Ich bin sehr stolz darauf, was wir als Coop gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden alles erreicht haben.»

Philipp Wyss

Nachhaltigkeit verkörpert bei Coop keine separate Strategie, sondern ist fest im Kerngeschäft des Unternehmens verankert. Der Ansatz basiert dabei auf drei Säulen (siehe Grafik) und stellt sicher, dass die Dimension Nachhaltigkeit in alle relevanten Unternehmensteile einfliesst. Unter der Initiative «Taten statt Worte» sind seit dessen Gründung 2015 bereits 400 dieser nachhaltigen Engagements entstanden.

Tat Nr. 122: Geteilte Arbeit, damit alle mitarbeiten können.

«Ich bin sehr stolz darauf, was wir als Coop gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden alles erreicht haben», sagt Coop-CEO Philipp Wyss (55) und erklärt: «Jede einzelne Tat steht für unser konsequentes Engagement für mehr Nachhaltigkeit und die Vielfalt an Massnahmen zeigt, wie viele Menschen sich im Unternehmen mit viel Herzblut für die Themen einsetzen.» Denn auch bei einem so grossen Arbeitgeber wie Coop benötige es das Engagement eines jeden Einzelnen. Schliesslich helfen gute Taten nicht nur dem Empfänger, sondern sie haben auch beim Absender einen positiven Effekt. Eine seiner Lieblingstaten ist die Tat Nr. 122: Geteilte Arbeit, damit alle mitarbeiten können. «In unserem langjährigen Projekt Intégration, das seit 2002 läuft, teilen sich jeweils mehrere leistungsbeeinträchtigte Menschen eine reguläre Stelle in einem unserer Supermärkte. Eine externe Fachperson unterstützt bei den Aufgaben und im Umgang mit Kollegen und Kunden. Rund 80 Personen können so einer regulären Arbeit nachgehen. Das ist grossartig und für alle Beteiligten bereichernd.»

Die Nachhaltigkeit ist bei Coop in drei Säulen gegliedert und fliesst dabei in alle Unternehmensteile ein.

Über 4500 Bio-Produkte

Ebenso wichtig wie das gesellschaftliche Engagement ist für Coop der Umgang mit den Ressourcen unserer Erde und der Umwelt. Bereits 1993 hat das Unternehmen mit Naturaplan die erste Bio-Marke im Schweizer Detailhandel lanciert und damit den Bio-Produkten in der Schweiz zum Durchbruch verholfen. Heute bietet Coop mit über 4500 Bio-Produkten, davon über 2700 Naturaplan-Produkten mit der Knospe von Bio Suisse das grösste Bio-Sortiment im Schweizer Detailhandel.

Tat Nr. 111: Von der Bio-Pionierin zum grössten Bio-Sortiment.

Zwar engagiert sich Coop bereits seit 2007 freiwillig mit dem WWF für die Vermeidung und Reduktion von CO₂-Emissionen, in diesem Bereich sieht Philipp Wyss aber noch Ausbaubedarf: «Ich bin überzeugt, dass wir in allen drei Säulen – nachhaltige Sortimente, Umwelt- und Klimaschutz und Mitarbeitende und Gesellschaft – bereits viel erreicht haben, aber es ist klar: Es gibt neue Themen und neue Herausforderungen und die werden wir anpacken. Beispielsweise beim Klimaschutz.»

«Durch die enge Zusammenarbeit und Entwicklung mit dem Verein Tischlein deck dich ist es uns gelungen, gemeinsame Lösungen zu finden, um noch mehr Foodwaste zu verhindern.»

Salome Hofer

Die neuste und 400. Tat geht um die «Ausweitung der Lebensmittelspenden». Denn nach Vorgabe des Bundes gilt es Foodwaste bis ins Jahr 2030 auf 50 Prozent zu reduzieren. «Durch die enge Zusammenarbeit und Entwicklung mit dem Verein Tischlein deck dich ist es uns gelungen, gemeinsame Lösungen zu finden, um noch mehr Foodwaste zu verhindern», erklärt Salome Hofer (35), Leiterin Nachhaltigkeit/Wirtschaftspolitik bei Coop. Wobei die Stiftung Schweizer Tafel als Partnerin in die zusätzliche Verteilung mit integriert ist. «Es ist sicher nicht die letzte Tat», wie Coop-Chef Philipp Wyss klarstellt: «Wir sind top motiviert, für unsere Kundinnen und Kunden mit Taten statt Worte die Nachhaltigkeit weiter voranzubringen und auf jede Frage eine nachhaltige Antwort zu liefern. Ich freue mich schon heute auf die 800. Tat!»

Bald mehr als 400 Taten statt Worte

Entdecken Sie unsere Taten für mehr Nachhaltigkeit aus allen Coop-Geschäftsbereichen. Und es kommen laufend neue Taten dazu!

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