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Gartentipps

Die Beete gehen ins Bett

Wer einen Nutzgarten hat, kann sich nun über die letzte Ernte freuen. Ziergärten glänzen mit Herbstblumen. Doch wie für den Igel gilt auch für den Garten: Bald muss alles bereit sein für den Winter(schlaf).

06. November 2020
Aufräumen im Garten: Beim Laubrechen helfen auch die Kinder gerne mit.

Aufräumen im Garten: Beim Laubrechen helfen auch die Kinder gerne mit.

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Sie sind beliebte Bewohner im Garten. Doch im Herbst ziehen sich die Igel nach und nach zurück. Die stacheligen Tierchen suchen sich ein geeignetes Plätzchen für den Winterschlaf. Als Verstecke lieben sie Laub- und Holzhaufen, dichte Stauden, Hecken oder auch Kompost. Wer im Garten arbeitet, sollte deshalb darauf achten, nicht aus Versehen einen Igel aus seinem Quartier zu vertreiben oder gar zu verletzen, etwa mit einem Rasenmäher.

Tipps zum Nutzgarten

Und im Garten gibt es noch einiges zu tun. Im Nutzgarten wachsen auch jetzt noch Pflanzen. Denn Gemüse wie etwa der Grünkohl brauchen den Frost, um ​den Geschmack zu entfalten. Durch kühles Wetter steigt sein Zuckergehalt, was ihm die Bitterkeit nimmt. Und es gibt noch mehr Gemüse, die den Winter lieben. Zum Beispiel Lauch, Wirsing oder Schwarzwurzeln. Und nicht zuletzt gedeihen Salate gut bei Kälte. Zum Beispiel der geradezu unverwüstliche Nüsslisalat. Wer also auch in der kühlen Jahreszeit etwas ernten möchte, muss nicht alle Beete abräumen. Andererseits ist der November eine gute Zeit, um nicht genutzte Beete bereits für den Frühling vorzubereiten. Man entfernt altes Pflanzenmaterial und auch Unkraut sowie grössere Steine. Was unbedingt ausgegraben werden muss, sind Kohlstrünke, da sonst die Kohlhernie droht. Diese Krankheit wird durch einen Schleimpilz, der im Boden lebt, verursacht. Fruchtwechsel und die Lockerung des Bodens helfen dagegen. Wer den Regenwürmern etwas Gutes tun möchte, lockert den Boden mit einer Gabel und bringt etwas Mulch sowie Kompost oder Dünger aus. Das Umgraben (rund 20 Zentimeter tief) ist lediglich bei schweren und tonhaltigen Böden angezeigt. Weiter kann man jetzt Beerensträucher setzen wie Johannis- oder Stachelbeeren. Kernobstbäume brauchen einen Schnitt. Ein reflektierender, weisser Kalkanstrich am Stamm schützt sie zudem vor Rissen in der Rinde durch zu starke Temperaturschwankungen. Steinobstbäume sollten hingegen nicht in der kalten Jahreszeit geschnitten werden.

Kernobstbäume brauchen vor dem Überwintern einen Schnitt.

Die To-do-Liste für den Ziergarten

Auch die Blumen im Ziergarten sind im November nicht einfach alle weg. Chrysanthemen und Amaryllis mögen die Kälte. Auch die Rosen blühen je nach Sorte und Wetter bis in den November, oder sogar noch länger. Die Christrose macht ihrem Namen alle Ehre und blüht den ganzen Winter hindurch. Doch sie ist keine Rose, sondern gehört zur Gattung Nieswurz.

Damit es im Frühling mit den Blumen fröhlich weitergeht, kommen nun Zwiebel- und Knollengewächse wie Tulpen, Krokusse oder Narzissen in die Erde. Nicht winterfeste Knollengewächse wie Begonien, Gladiolen oder Dahlien werden hingegen ausgegraben. Sie ziehen zum Überwintern in den Keller. Ziergehölze wie Buchsbaum oder Ginster können ebenfalls gepflanzt werden, solange noch kein Bodenfrost herrscht. Verblühte Stauden, Kräuter und Gräser lässt man als Insektennahrung stehen und schneidet sie erst im Februar.

Der Igel ist ein nützlicher Gartenbewohner: Es lohnt sich, auf ihn Rücksicht zu nehmen.

Für den Frühling: Geeignete Blumenzwiebeln kommen schon im Herbst in die Erde.

Empfindliche Sorten wie Rosen brauchen Schutz. Auch wenn sie im November noch blühen wollen, jetzt sollte man Blüten und Knospen entfernen. Mulchen und Anhäufeln mit Erde (etwa 20 Zentimeter hoch um den Stamm) helfen gegen Frost. Stämme von Hochstammrosen können mit Vlies um- wickelt werden. Die Rosenkronen packt man entweder mit Leinen, Jute oder Vlies ein. Zum Abdecken sollten in jedem Fall luft- und lichtdurchlässige Materialien verwendet werden.

Doch der Herbst ist nicht nur die Zeit, um Rosen zu schützen. Man kann sie dann auch pflanzen. Das Pflanzloch sollte etwa 40 Zentimeter breit und so tief sein, dass die Wurzeln vor dem Einpflanzen frei darin baumeln können. Und es dürfen natürlich nicht gerade tiefe Minusgrade herrschen.

Auf dem Balkon

Im Herbst ist nicht nur für uns Menschen traditionell Zügelzeit, auch Kübelpflanzen müssen umziehen. Und zwar nicht nur jene im Garten, sondern auch die auf dem Balkon. Mediterrane Pflanzen, die keine frostigen Temperaturen vertragen, kommen in einen kühlen, aber frostsicheren Raum. Dazu gehören etwa der Olivenbaum, die Drillingsblume sowie der Oleander. Die anderen Kübel werden gut eingepackt, zum Beispiel in Jute, Vlies oder Kokosmatten. Die Ballen dürfen nie durchfrieren. Und nicht vergessen: Die Pflanzen in Kübeln brauchen auch im Winter Wasser, aber nicht zu viel. Sie sollten nur an frostfreien Tagen gegossen werden.

«Immerhin: Unkraut mag auch keine sauren Böden.»

 

Und der Rasen?

Das Laub auf dem Gras muss man immer wieder entfernen, sonst drohen Schimmel und Pilzerkrankungen. Wer dem Rasen jetzt etwas Gutes tun möchte, bringt noch Dünger aus, anschliessend gut wässern. Das Laub lässt sich zum Mulchen verwenden und auch, um Igeln und anderen Kleintieren als Haufen Unterschlupf zu bieten. Lediglich bei Eichen- und Walnussblättern ist Vorsicht geboten: Sie verrotten schlecht und enthalten Gerbsäure, was die Erde sauer macht. Das tut zum Beispiel Moorpflanzen und Rhododendron gut, aber längst nicht allen anderen Pflanzen. Immerhin: Unkraut mag auch keine sauren Böden.

Wenn alles fertig ist, sollten wir beim Kontrollgang wieder an den Igel und seine tierischen Freunde denken. Gibt es nach dem Aufräumen noch genug Versteckmöglichkeiten wie Laubhaufen und Gehölz für ihn? Sind ungestörte Ecken im Garten vorhanden, wo sich der Igel wohlfühlt? Und wenn nicht: Bauen Sie einfach ein Igelhaus aus Holz, das sich in jedem Garten gut macht. Die Igel danken es im Frühling mit der unermüdlichen Jagd nach Schnecken!