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Die Schönheit der Nebelsuppe

Der Gurnigel ist das Naherholungsgebiet Berns. Aber auch Nicht-Bernern sei gesagt: Es ist wunderschön hier oben – gerade jetzt im Winter.

FOTOS
Andrea Meier
27. Dezember 2020

STECKBRIEF

Wanderung auf dem Gurnigel

An-/Abreise mit Zug und Bus bis Gurnigel Berghaus
Schwierigkeit: leicht
Technik: 1 von 5
Kondition: 2 von 5
Strecke: 4,5 km
Dauer: 1 Std. 30 Min. bis 2 Std.
Aufstieg: 257 m
Abstieg: 257 m

Ein zarter Flaum von Schnee liegt auf den Ästen der Tannen, den der Wind ab und zu als Staubwolke runterweht. Sonnenstrahlen dringen durch den Wald und werfen ihr Licht auf die zugeschnei- ten Sträucher. Das sind Winterbilder, die man vielleicht aus Bilderbüchern kennt. Aber nicht nur. Man findet sie auch auf dem Gurnigel, dem Naherholungsgebiet der Berner. Hier ist neben Skifahren und Langlaufen auch Winterwandern angesagt, mit und ohne Schneeschuhe.

Es lockt der Tiefschnee, aber …

Filmemacherin Andrea Meier (50) und ich folgen beim Berghaus Gurnigel dem präparierten Winterwanderweg. Die Schneedecke ist zwar dick, aber an vielen Stellen weich, zumindest für meine 80 Kilogramm. Jedes Einsinken macht den Schritt anstrengender. Der Weg führt durch ein Wildschutzgebiet. Hier findet man den vom Aussterben bedrohten Auerhahn und auch das gefährdete Haselhuhn. Beide verstecken sich aber gut, hinterlassen höchstens ihre Spuren im Schnee. Damit sie und andere Waldbewohner im Winter möglichst wenig gestört werden, sollten wir Menschen auf den markierten Wegen bleiben. Als Winterwanderer tun wir dies sowieso, freiwillig. Abseits der präparierten Wege, im tiefen Schnee, kämen wir nicht weit. Schneeschuhwanderer dagegen dürfte der unberührte Tiefschnee im Wald schon eher locken. Aber: «Es ist gemäss eidgenössischem Jagdgesetz ver- boten, Wildschutzgebiete ausserhalb der markierten Routen zu betreten», erklärt Ramona Gloor (35) vom Naturpark Gantrisch.

Mit Blick auf die markanten Gipfel der Chrummfadeflue, der Nüneneflue und des Gantrisch stapfen wir Richtung Selibüel, eine kleine Erhebung, von der aus man einen herrlichen Blick bis zum Thunersee hat – sofern kein Nebel über dem Flachland liegt. Natürlich hat es heute Nebel, wie so oft im Winter. Von Thunersee keine Spur. Dafür überkommt uns ein Anflug von Schadenfreude beim Anblick der Nebelsuppe, der wir hier oben entkommen sind. 170 Höhenmeter haben wir hinter uns. Das wäre für eine Wanderung im Herbst kaum der Rede wert, doch im Schnee, noch dazu in etwas weichem, ist das anstrengend. Die verschneite Landschaft, die sich dieses Jahr präsentiert, macht die Mühe jedoch wett, zumal die Regionen um 1500 Meter über Meer wie das Gantrisch-Gebiet in den letzten Jahren mit Schnee nicht verwöhnt worden sind.

Wir steigen vom Selibüel wieder ab und treffen unterhalb des gleichnamigen Berggasthauses, das im Winter Wochenendbetrieb hat, wieder auf den Winterwanderweg. Er führt nun bergab Richtung Wasserscheidi, wo sich der Loipeneinstieg für die Langläufer befindet. Der Winterwanderweg überquert hier die Gurnigelpasstrasse und führt unterhalb der Strasse zurück zum Berghaus. Die Runde wird mit eineinhalb Stunden Dauer angegeben. Je nach Schneeverhältnissen ist man aber gut und gerne zwei Stunden unterwegs. 

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