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Titelgeschichte

Endlich  wieder ...

Die Zeit des Lockdowns ist vorbei. Nun sind Coop City, Interdiscount, Fust und weitere Fachformate wieder für Sie da. Und diese guten Neuigkeiten feiern wir mit einer grossen Verlosung. 

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Illustrationen Rahel Messerli
11. Mai 2020

Ich bin nicht der grosse Romantiker. Oder um es anders zu sagen: Wäre ich der Romeo von Julia gewesen, ich hätte das Gift ganz sicher nicht geschluckt. Dass das Julia schlussendlich auch wieder zugute gekommen wäre, ist aber eine ganz andere Sache. Was ich aber sagen will: Ich kann diesem ganzen Corona-Homeoffice-Homeschooling-Lockdown-Wahnsinn beim besten Willen nichts Romantisches abgewinnen. Ich habe in dieser Zeit kein Instrument spielen gelernt, habe keine Gedichte geschrieben und mich auch in der japanischen Papierfaltkunst Origami nicht nennenswert verbessert. Ich hasse Videokonferenzen, bei denen man den Leuten in die Nasenlöcher sieht und langweile mich beim Anstehen beim Einkaufen. Und ich finde, dass Menschen, die auf der Strasse Masken tragen, doof aussehen. Aber bevor Sie jetzt zu Hass-Mails und toten Ratten im Briefkasten greifen: Ich weiss, dass die meisten dieser unerfreulichen Dinge notwendig waren. Und es auch weiterhin sind, wenn wir nicht alle wieder in den kollektiven Hausarrest wollen. Seien Sie jetzt also keine Romeos. Überstürzen Sie nichts. Halten Sie Abstand, waschen Sie sich die Hände und geniessen Sie die Freiheit, das Leben und die Liebe. Julia hätte es auch so gewollt. Aber das tönt jetzt schon fast ein bisschen romantisch ...

... auf den Kauf von WC-Papier verzichten können.

WC-Papier muss nun endlich keiner mehr kaufen! Denn alle privaten Vorratskammern sind wahrscheinlich immer noch gut gefüllt– auch jene im Keller oder auf dem Estrich. Deshalb haben wir jetzt gleich zwei Gründe zur Freude: Wer nicht gehamstert hat, muss keine leeren WC-Papier-Regale mehr fürchten. Wer gehamstert hat, muss nun eine sehr lange Zeit kein Toilettenpapier mehr nach Hause schleppen.

... moderiertes Radio hören. 

Zugegeben: Das Mass von Corona-Übersättigung ist individuell. Aber anscheinend konnten sich die moderierten Radiosender nicht vorstellen, dass vielleicht nicht alle Hörer von morgens bis abends mit Beiträgen über die Corona-Krise beschallt werden wollen, wenn sie ohnehin schon im Lockdown sind. Nun gibt es wieder Alternativen zu SwissPop und Co.

... einen Abend für sich haben. 

Wir sind zusammengerückt mit unseren Lieben. Haben Zweisamkeit genossen, mehr zusammen geredet und mehr zusammen ferngesehen als sonst. Nun wird es Zeit, Zeit für sich zu haben. Ein Abend ganz allein für sich zu Hause, weil die Partnerin mit ihren Freundinnen unterwegs ist. Ganz allein mit der ganz persönlichen Lieblingsserie und einer fetten Wurst vom Grill.

… raus aus dem Haus. 

Grosse Reisen sind zwar aktuell nicht möglich. Aber auch kleinere Ausflüge stillen das ärgste Fernweh. Altstadtgassen erkunden, an einer Uferpromenade entlang schlendern, von einem Aussichtsturm den Weitblick geniessen – solche Momente helfen, die Zeit zu überbrücken, bis touristische Reisen wieder infrage kommen. Und wer gerne stressfrei mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist, sollte vorher das Schutzkonzept der SBB konsultieren. 

… sich verwöhnen lassen.

Für viele Menschen waren die letzten Wochen sehr fordernd. Sich ein wenig Zeit nehmen, und sich etwas Gutes tun, steht jetzt an. Bei einer professionellen Make-up-Beratung bei The Body Shop wird man so richtig verwöhnt und kann gleich die neuesten Schmink-Trends für den Sommer ausprobieren – adieu Augenringe, fahle Haut und Stressfältchen!

… zeigen, dass man zusammengehört.

Während des Lockdowns haben viele Paare gemeinsam Unsicherheiten und Ängste ausgestanden, den herausfordernden Alltag gemeistert und sind dadurch mehr zusammengewachsen. Vielleicht ist in dieser Zeit der Wunsch gereift zu zeigen, dass man zusammengehört. Ein Schmuckstück ist ein klassisches Symbol der Liebe und Verbundenheit.

… den Vorrat an Nähmaterialien aufstocken!

Die viele Zeit zu Hause hat dazu motiviert, liegen gelassene Nähprojekte wieder aufzunehmen. Dazu braucht es Material. Selbstverständlich ist alles online erhältlich. Aber bei Lieferfristen von zwei bis drei Wochen lässt sich keine Näherei spontan umsetzen. Zum Glück ist das jetzt Vergangenheit! Wenn also das Gummiband in der richtigen Breite fehlt oder nur noch ein Druckknopf vorhanden ist: Ab in den nächsten Coop City!

… die alten Mathe- und Französischbücher versorgen.

Wir müssen unseren Kindern endlich nicht mehr vorspielen, dass wir allwissend sind und können die eigenen Schulunterlagen wieder im Keller verstauen – Homeschooling is over.

… auswärts essen.

Kochbuch ins Regal, Kochschürze an den Nagel und sich auswärts kulinarisch verwöhnen lassen. Auch die Coop-Restaurants und Marché-Restaurants sind wieder offen.

... ins Fitness-Studio.

Mit einem Update-Fitness-Abo kann man nicht nur Muskeln trainieren, sondern auch sein Herz-Kreislauf-System auf  Vordermann bringen. Doch mit dem Lockdown war Schluss damit. Auch wenn es daheim an Hanteln und Turnmatten nicht fehlt, war es in den eigenen vier Wänden doch wenig abwechslungsreich. Nur gut, dass die Update-Studios jetzt wieder offen sind (nur Vaduz ist noch geschlossen). 

… streiken fürs Klima.

Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg (17) wurde von Corona verdrängt. Doch wenn der Unterricht an den Schulen wieder losgeht, sind auch wieder Schulstreiks möglich, um sich an den «Fridays for future» für den Klimaschutz stark zu machen. Aber natürlich mit den gebotenen Vorsichtsmassnahmen: ein Mindestabstand von zwei 
Metern und keine Gruppen von mehr als fünf Personen. 

… die Wohnung neu einrichten.

Manchmal benötigt es eine Entschleunigung und ein wenig mehr Zeit zu Hause, um zu realisieren, dass die Wohnungseinrichtung Feng-Shui-mässig überhaupt nicht passt. Neue Möbel müssen her!

... «lädelen».

Geben Sie es zu, Sie lassen sich auch mal gerne etwas liefern. Kleidung oder eine Pizza. Ist ja bequem. Die Pizza haben Sie wohl noch nie retourniert. Sicher aber mal eine Hose, die doch nicht aussah wie auf dem Bild. Das ist jetzt vorbei, endlich können wir wieder «lädelen». Manchmal will man nichts Bestimmtes, nur schauen, Menschen beobachten. Im Geschäft können wir die Ware anfassen, direkt mitnehmen, uns beraten lassen. Hier können Kunden eben Könige sein.

… auf den Tennisplatz.

Das Garagentor in Ehren, doch mit Linien, Netz und Gegner macht das Tennisspielen bedeutend mehr Spass. Und mit genügend 
Abstand liegt auch das Bier danach wieder drin.

... sich gut beraten lassen. 

Plötzlich sitzt man mehr zu Hause und merkt: Der Drucker funktioniert ja gar nicht. Der Bürostuhl sorgt nach ein paar Stunden für Rückenschmerzen und die Küchenmaschine hat den Geist aufgegeben. Klar, diese Dinge kann man online bestellen. Aber einmal Probe sitzen und das Verkaufspersonal fragen, welcher Küchenhelfer am besten knetet, schützt vor unnötigen Fehlkäufen. Wie gut, dass man sich jetzt wieder im Geschäft professionell beraten lassen kann.

... ein neues Velo kaufen

In den letzten Monaten waren deutlich mehr Menschen mit dem Velo unterwegs als normal, um sich vor einer potenziellen Ansteckung im öV zu schützen. Diese Angewohnheit sollte man gerade jetzt, da das öffentliche Leben langsam wieder losgeht und man wieder mehr unterwegs ist, beibehalten. Wer noch kein Fahrrad hat oder wessen Velo ganz einfach schon bessere Tage gesehen hat, kann sich jetzt endlich wieder eines kaufen.

... den Sparschäler ersetzen. 

Wochenlang in der Quasi-Quarantäne Früchte und Gemüse rüsten: Da leidet der Sparschäler ganz enorm. Erst wird die Klinge stumpf, man drückt ein bisschen stärker, und am Ende fällt das ganze Gerät auseinander. Verzweiflung pur macht sich breit. Online einkaufen in Ehren, aber ein technisch derart hochgerüstetes Gerät will man vor dem Kauf in Händen halten. Jetzt, da die Haushaltabteilungen wieder offen sind, kann man sich endlich Ersatz besorgen.

... dürfen statt müssen.

«Bleiben Sie zu Hause!» Der Appell des BAG liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Man musste zu Hause bleiben. Und alles, was man muss beziehungsweise nicht darf, fällt einem schwer. Aus Prinzip. Selbst wer nie im Leben auf die Idee käme, Spinat zu essen: Wenn er nicht darf, überkommt ihn das grosse Verlangen. Mit dem Zuhausebleiben dasselbe. Das ist jetzt anders: Endlich müssen wir nicht mehr zu 
Hause bleiben, wir dürfen. Und was gibt es Friedlicheres? My home is my castle!

... zum Coiffeur. 

Seit zwei Wochen sind die Coiffeursalons wieder offen. Panisch sind viele von uns mit ihren Zottel-Frisuren in die Salons gerannt. Die Gemütlichen konnten sich jedoch noch nicht aufraffen. Weil die Surfer-Matte ja gar nicht so schlecht aussieht. Doch beim Coiffeur geht es um mehr als Schadensbegrenzung. Sich einfach wieder mal verwöhnen und verschönern zu lassen, das kam nämlich in letzter Zeit viel zu kurz. Und wer langsam wieder mehr nach draussen geht, dem fällt vielleicht auch auf, dass die Corona-Frisur doch nicht so alltagstauglich ist.