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Schöne Schweiz

Exponiertes Gotteshaus

Die Klimsenkapelle am Pilatus steht tatsächlich so exponiert, wie es auf dieser Aufnahme aussieht. Dadurch ist sie Sturmböen und heftigem Regen ausgesetzt.

FOTOS
Rainer Eder
24. Februar 2020

Von 1856 bis 1860 erbaute der Hotelpionier Kaspar Blättler (1791–1872) aus Hergiswil NW ein Gast- und Kurhaus auf dem Klimsenhornjoch NW. Dazu gehörte auch eine eigenständige Kapelle im neugotischen Stil, die 1861 eingeweiht wurde. Auf Tragstühlen und Sattelpferden bestiegen in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Besucher den prachtvollen Aussichtspunkt, unter anderem Komponist Richard Wagner (1813–1883) und die britische Königin Victoria (1819–1901). Sie ist die Ururgrossmutter der aktuellen Queen Elisabeth II. (93) und auch von deren Ehemann, Prinz Philip (98).

Erreichbarkeit

Das Klimsenhorn ist ein vorgelagerter Gipfel des Pilatus. Man erreicht es zu Fuss von Hergiswil in gut vier Stunden. Seit 1889 ist der Pilatus mit der Zahnradbahn erschlossen.

Besonderheit

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts blieb das Klimsenhorn mit seinem Hotel ein beliebtes Ausflugsziel. 1967 übernahm die Pilatus-Bahn-Gesellschaft das Hotel samt Kapelle. Das Hotel wurde abgebrochen, die Kapelle aber blieb erhalten und steht als weithin sichtbares und landschaftsprägendes Gotteshaus auf dem Joch. Heute ist sie ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Die dem Wetter ausgesetzte Lage macht regelmässige Sanierungen nötig: 1974/75, 2003 und 2018/19 wurde sie instand gestellt. Immer am dritten Sonntag im August findet ein Berggottesdienst statt.