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Garten-Tipps

Für den grünen Durst

Regen bedeutet nicht, dass die Pflanzen kein zusätzliches Wasser brauchen. Diese Tipps bringen den Garten gut durch den Sommer.

20. Juli 2020

Coop Bau + Hobby

Tipps von den Gartenprofis

Ob Gemüsebeet, Zierrasen oder Balkonkiste: Die Wasserversorgung ist das A und O der Pflanzenpflege. Mehr Tipps rund um ihren Garten erfahren Sie bei Coop Bau + Hobby. 

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Den Anfang macht das Nass

Giessen ist wichtig. Doch woher kommt das Wasser? Aus der Leitung natürlich, denkt man dann. Vor allem, wenn es durch einen Gartenschlauch spritzt. Doch ein Fass mit Regenwasser schadet in keinem Garten. Es können auch mehrere sein. Inzwischen gibt es auch eine Regenfasspumpe von Gardena, um den Garten mit Spritzen, Brausen oder Regnern zu bewässern. Man kann mit Regenwasser auch kalkhaltiges Leitungswasser verdünnen. Denn nicht alle Pflanzen mögen viel Kalk. Das Regenwasser kostet zudem nix. Und das ist sowieso immer gut.

Morgenstund hat Wasser im Mund

Wer kein Wasser verschwenden möchte, sollte früh aufstehen und giessen! Denn sobald sich die Luft aufgeheizt hat, verdunstet die Nässe rasch. Ausserdem können Pflanzen einen Sonnenbrand bekommen, wenn Giesswasser in der Mittagshitze auf ihren Blättern liegen bleibt. Experten empfehlen zwischen drei und fünf Uhr morgens zu giessen. Das ist wohl selbst für die extremsten Frühaufsteher zu viel der Morgenstund. Ein bis zwei Stunden später genügt jedoch auch noch. Eine weitere Lösung sind Bewässerungssysteme mit Zeitschaltuhr. Wer abends giesst, riskiert ebenfalls, dass viel Wasser verdunstet. Ausserdem tut er damit den Schnecken einen Gefallen.

Mehr als Regen für den Rasen

Nach dem Regen ist vor dem Giessen: Dieser Grundsatz gilt vor allem für den Rasen. Im Sommer ist er besonders anfällig für trockene, braune Flecken. Dagegen hilft viel Wasser. Ein Trick ist, den Rasen gleich nach einem Regenguss zu sprengen. Denn nach dem Regen enthält die oberste Schicht des Bodens bereits viel Feuchtigkeit und das zusätzliche Wasser sickert leichter in tiefere Schichten. Wenn die Halme sich nicht mehr aufrichten nach dem Betreten, ist es Zeit, für mehr Feuchtigkeit zu sorgen. Soll der Boden bis in tiefere Schichten durchnässt werden, sollte man den Sprenger ein bis zwei Stunden laufen lassen. Man kann auch ein Glas in den Rasen stellen. Sobald das Wasser darin rund 1 bis 2 Zentimeter hoch steht, ist genug gesprengt. Oder wenn sich Pfützen bilden. Im Sommer sollten die Halme zudem nicht zu kurz geschnitten sein. Wer Sprenger nicht mag, kann den Rasen auch einmal pro Woche intensiv giessen. Der Rasen sollte lieber seltener und dafür reichlich gegossen werden, als zu häufig mit jeweils weniger Wasser.

Nicht austrocknen lassen: Der Rasen freut sich auch nach dem Regen über Wasser.

Kein Sprenger für alles!

So ein Rasensprenger ist natürlich praktisch! Da ist die Versuchung gross, ihn gleich überall einzusetzen. Aber Vorsicht. Ein Garten hat verschiedene Zonen mit verschiedenen Pflanzen. Was für die einen gut ist, kann im schlimmsten Fall die anderen zerstören. Rosen mögen es zum Beispiel nicht, wenn sie zu feucht gehalten werden. Ein Rasensprenger würde die Blätter benetzen, was den Pilzbefall fördert. Hier eignen sich die Giesskanne oder der Gartenschlauch besser für eine gezielte Bewässerung.

Das Beste für Beete

Hier gilt das Gleiche wie für den Rasen: Beete sollten lieber seltener und dafür reichlich gegossen werden, als zu häufig mit jeweils wenig Wasser. So wachsen die Wurzeln tiefer ins Erdreich und die Pflanzen trocknen nicht so rasch aus. Salate können zum Beispiel bis zu 60 Zentimeter lange Wurzeln bilden. Wer nicht immer wieder seine Beet-Reihen giessen möchte, kann auch zu einem Schlauchregner greifen, der die Pflänzchen gezielt und wassersparend bewässert. Es ist sinnvoll, schon beim Anlegen der Beete zu überlegen, welche Pflanze wie viel Wasser braucht und sie entsprechend zu gruppieren.

Regelmässig hacken

Ein möglichst ordentlich glatter Boden ist im Garten nicht erstrebenswert. Wer die Erde zwischen den Pflanzen hackt und auflockert, sorgt dafür, dass das Wasser nicht allzu schnell verdunstet. Ausserdem kann es beim Wässern besser im Boden versickern.

Mulchen hält feucht

Deckel drauf und gut ist: Sonne und Wind können die Erde austrocknen. Ist sie bedeckt, bleibt die Feuchtigkeit eher im Boden. Darum hilft Mulchen vor zu viel Wasserverlust in den heissen Monaten. Das heisst, man bedeckt die Erde mit getrockneten Schnitten, zum Beispiel vom Rasen oder von Sträuchern.

Unter dem Blätterdach

Ausladende Sträucher und grosse Bäume schützen vor Sonne und Regen. Doch unter ihrem Blätterdach kann die Erde sehr trocken sein, weil der Regen sie nicht erreicht. Hier schafft Giessen mit der Kanne oder dem Schlauch Abhilfe, dabei sollte man sich möglichst nahe an die Wurzeln halten. Bei grösseren Bäumen darf es ruhig viel Wasser sein, wenn es sehr trocken ist, also zwei bis drei Kannen mit zehn Litern täglich oder rund 30 Minuten mit dem Schlauch einmal pro Woche. Auch hier gilt: Lieber seltener viel als öfter zu wenig giessen.

So mögen es die Beete im Sommer: Seltener giessen, dafür reichlich.

Der Gärtner ist mal weg

Den Garten automatisch bewässern, das tönt nicht nur für die Ferienabwesenheit verlockend. Von so einem System profitieren vor allem grössere Gärten mit verschiedenen Zonen und Pflanzen. Bei den Bewässerungsanlagen kann man mit beweglichen Teilen flexibel bleiben oder alles fest im Boden montieren. Vollautomatische Anlagen brauchen neben dem Bewässerungscomputer auch Feuchtigkeitsmesser im Boden. Das ist eine Frage des Budgets. Nur ein paar selbst gebackene Kuchen kostet hingegen die Pflege durch die Nachbarn, die in den Ferien im Garten aushelfen.

Pflanzen statt Wüste

Wer sich mit Giessen nicht anfreunden kann, muss den Garten nicht zur Wüste verkommen lassen. Stattdessen wählt man einfach die passenden Pflanzen. Mediterrane Gewächse, die Trockenheit lieben, wie zum Beispiel Nelken, Lavendel oder auch Iris, sind die besten Freunde von Gärtnern mit wenig Zeit.

Zahlenspiele für den Garten

Empfehlenswert ist es, den Garten im Sommer ein- bis zweimal pro Woche zu giessen. Natürlich sollte man sich nicht stur nach Zahlen richten, sondern auch den Zustand von Boden und Pflanzen kontrollieren. Im Sommer sind etwa 20 Liter pro Quadratmeter und Woche nötig. Das heisst, zwei Giesskannen à zehn Liter verteilt auf einen Quadratmeter. Dabei dringt jeder Liter pro Quadratmeter durchschnittlich einen Zentimeter tief in die Erde ein. Wer ganz genau sein will, zieht die Regenmenge vom Wasserbedarf ab. Dazu kann man einen Regenmesser kaufen oder den Wetterbericht konsultieren: ein Millimeter Regen bedeutet ein Liter pro Quadratmeter. Bei 20 Millimeter Regen pro Woche könnte man demnach auf das Giessen verzichten.