Liebes Lugano, du bist einfach wunderschön! | Coopzeitung
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Jugendausgabe 2020

Liebes Lugano, du bist einfach wunderschön!

Lugano! Die Stadt am See ist wunderbar, spannend, sehenswert, abwechslungsreich, voller schöner Ecken, grandios, lebhaft, idyllisch und chaotisch zugleich – und deshalb eine mehrtägige Reise wert.

FOTOS
Paul Gaigl und Jon Shala
02. November 2020
Wer in Lugano sucht, der findet ? nämlich jede Menge schöner Schauplätze, die in Erinnerung bleiben.

Wer in Lugano sucht, der findet ? nämlich jede Menge schöner Schauplätze, die in Erinnerung bleiben.

In früheren Jugendausgaben der Coopzeitung reisten die Lernenden für ihre Reiseberichte nach Holland oder nach Italien. Wegen Corona ist es derzeit aber schlauer, die Ferien in der Schweiz zu verbringen. Wir haben uns als Reiseziel Lugano ausgewählt. Es soll, so hörten wir, einer der schönsten Orte hierzulande sein. Das wollen wir überprüfen.

So reisen wir an einem sonnigen Sommertag von Zürich ins Tessin. Die Fahrt dauert rund zweieinhalb Stunden – genug Zeit also, um sich während der Fahrt auf die Stadt im Süden vorzubereiten und bereits vorher die schönsten Orte auszusuchen. In Lugano angekommen, sind wir sofort beeindruckt von der sehr schönen Aussicht auf die Stadt. Da gibt es andere Bahnhöfe in der Schweiz, die den Besucher beim ersten Eindruck eher erschrecken ...

Vom Bahnhof ist man in nur fünf Minuten mitten in der Stadt. Die Gassen mit dem italienischen Baustil der Häuser sind sehr schön, die Menschen alle sehr hilfsbereit und offen. Mit ihnen können wir uns problemlos auf Deutsch verständigen, die meisten Menschen haben uns jedenfalls verstanden – und umgekehrt.

Reges Treibe auf dem See

Danach laufen wir der Strandpromenade entlang, in Richtung Parco Ciani, der als so etwas wie die grüne Lunge von Lugano gilt. Auf den Bootsstegen neben uns herrscht reges Treiben. Für jede Alters- und Interessengruppe ist etwas dabei: Partyboote mit Grill, Pedaloboote und sogar ein Panoramaschiff mit Bordrestaurant ist zu sehen – die zweite Corona-Welle ist in diesem Moment noch weit weg. (Umso sehnsüchtiger denken wir Wochen später an diesen unbeschwerten Sommertag zurück.) Vom Liegestuhl aus schauen wir dem aufgeregten Hin und Her zu und überlegen uns kurz, ob wir uns nicht auch auf eine kleine Bootstour einlassen sollen. Doch wir haben ein anderes Ziel, den Parco Ciani mit seinem Strand, der uns von einer Bekannten aus dem Tessin empfohlen wurde. Auf dem Weg dorthin gönnen wir uns zwei Kugeln hausgemachte Glace. Wir sind zwar noch in der Schweiz, im Tessin, doch es fühlt sich wie jenes Eis an, das nirgendwo besser schmeckt als in Italien. Lugano und das Tessin haben schon sehr viel italienisches Flair, das bekommen wir auch bei unserem Ausflug einmal mehr bestätigt.

Paul Gaigl (l.) und Jon Shala haben die harte Journalistenarbeit mit dem Angenehmen verbunden.

So, nun sind wir bereit für den Park, diese 63 000 Quadratmeter grosse Oase. Bunte Blumenbeete, schattenspendende Bäume und gepflegte Rasenflächen laden zu einer kleinen Pause von der Hektik am Hafen ein. Wenn man sich ans Ufer des Sees setzt, hat man den perfekten Blick auf den Monte Salvatore, den wir aber aus zeitlichen Gründen leider nicht besteigen können; den bewahren wir uns für das nächste Mal auf.

Später recherchieren wir über den Park und finden heraus, dass seine Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts begann, als die Brüder

Ciani, adelige Geschäftsleute aus Mailand (I), die bereits bestehende Villa übernahmen, diese renovierten und schliesslich den Parco Ciani, wie er fortan hiess, ausbauten.

Toller Strand

Wir durchqueren den Park, das dauert, weil er ja wie gesagt so riesig ist. Wir wissen jedoch, dass wir für den Fussmarsch bei heissen Temperaturen mit einem tollen Strand belohnt werden. Und tatsächlich: Irgendwann wird der Strand sichtbar. Am Ende einer kleinen Landzunge ragt er in den See hinaus. Schwäne und Enten stolzieren auf und ab, aber eigentlich haben wir jetzt kein Auge dafür. Für uns gibts nur eins: rein ins Wasser! Beim Gedanken an die verregnete Heimat lässt sich der See noch mehr genies- sen. Es mag wohl kaum erstaunen, dass wir an diesem Strand hängen bleiben – bis wir langsam irgendwann doch an unsere Rückfahrt denken müssen.

Die prächtige Piazza della Riforma ist der Hauptplatz Luganos.

Unser Fazit: Ein einziger Tag ist für diesen schönen Flecken Erde einfach zu kurz, deshalb möchten wir jedem einen Aufenthalt über zwei bis drei Tage wärmstens empfehlen; wir vermuten, dass Lugano auch im Winter seinen Reiz hat. Wir empfehlen Lugano auch deshalb für einen mehrtägigen Trip, weil es sehr viel mehr Interessantes zu sehen gibt, als wir an einem einzigen Tag erleben durften. Zum andern konnten wir die Schönheit der Stadt bei Nacht nur erahnen.

Auf dem Weg zurück durch die pittoresken Gassen hinauf zum Bahnhof, der schon fast über der Stadt thront, fassen wir den Entschluss: Liebes Lugano, du wirst uns nochmals sehen!