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Die Digitalisierung in der Schule überfordert viele Eltern. Orientierung gibt es, aber die Angebote sind rar.

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Gettyimages, ZVG
14. August 2020
Lernen mit Computer ? für viele Familien nicht nur eine finanzielle Herausforderung. Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, braucht es Engagement der Eltern.

Lernen mit Computer ? für viele Familien nicht nur eine finanzielle Herausforderung. Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, braucht es Engagement der Eltern.

«Hefte raus, Diktat!» Nicht angekündigte Klassenarbeiten und andere Erfahrungen von einst führen oft dazu, dass Eltern sich nur ungern mit Schule beschäftigen. Doch es muss sein – das ist spätestens seit dem Corona-Lockdown klar. Internet, Computer und Mobilgeräte haben den Schulalltag stark verändert und effektiven Fernunterricht ermöglicht. Aber wie als Eltern mit den neuen Möglichkeiten umgehen?

Es fängt mit der Hardware an: Oft sind Smartphones für den Austausch der Schulkinder untereinander oder mit ihren Lehrern nötig – Stichwort Klassenchat. Effektives Lernen erfordert zudem ein eigenes Notebook. Will das Kind eine teure Grafikkarte, geht es allerdings eher ums Gamen. Für Zeit- und Nutzungslimiten gibt es zwar Software, doch auch damit kennen sich die Kids meist besser aus als die Eltern.

Digitales Dickicht

Wie die neuen technischen Möglichkeiten im Unterricht zur Anwendung kommen, ist zudem uneinheitlich. Je nach Kanton und Schultyp trifft man Lernräume, in denen der Lehrer mit Computer, Internet, Kamera und Beamer unterrichten kann, oder Klassenzimmer mit Tafel und Kreide wie einst. «Das Schweizer Bildungssystem ist sehr heterogen», sagt Michael In Albon (47), Leiter des Programms «Schulen ans Internet» und Jugendmedienschutz-Beauftragter bei Swisscom. Er rät, den «Corona-­Schock» ernst zu nehmen: «Schulen, die regelmässig mit digitalen Hilfsmitteln gearbeitet hatten, konnten mit dem Lockdown im März einfacher umgehen. Andere Schulen kamen an ihre Grenzen.»

Nicht jedes Angebot, das viel Geld kostet, ist das Geld wert, und ein Qualitätslabel gibt es bislang nicht.

 

Wenn Eltern nach Orientierung suchen, um mit Kindern und Schule gemeinsam das neue vernetzte Lernen zu gestalten, sind sie vor allem auf engagierte Lehrpersonen angewiesen. Sich auf eigene Faust durchs Dickicht digitaler Lernplattformen und Youtube-Kurse zu kämpfen, ist mühsam und riskant: Nicht jedes Angebot, das viel Geld kostet, ist das Geld wert, und ein Qualitätslabel gibt es bislang nicht.

Nützliche Angebote zum Online-Lernen

  • Informationen zum sinnvollen Einsatz digitaler Tools in der Schule sowie Medienkurse für Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern: Swisscom-Programm «Schulen ans Internet»
  • Diese Online-Plattform aus Deutschland bietet neben allgemeinen Informationen zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen Tipps für das Lernen zu Hause in der Corona-Krise: Initiative «SCHAU HIN!»
  • Erfolgreiche Lernplattform im Netz mit YouTube-Kanälen für die diverse Fächer, auch als Lern-App. Neben Gratis-Videos auch kostenpflichtige Angebote. Beliebt bei Jugendlichen sind die träfen Sprüche der Moderatoren: Simpleclub
  • Kostenlose Video-Nachhilfe in Biologie, Deutsch, Englisch, Mathe, Geografie, Geschichte, Spanisch, Philosophie, Physik, Chemie, Religion, Wirtschaft, Informatik, Politik, Gesellschaft, Recht, Psychologie und Sport: Die Merkhilfe
  • Videos mit dem Schwerpunkt auf Mathematik, Physik und Allgemeinwissen auf dem YouTube-Kanal des Lehrers Kai Schmidt aus Norddeutschland: Lehrerschmidt
  • Philippe Wampfler, Lehrer und Experte für Lernen mit Neuen Medien, bietet auf seinem YouTube-Kanal einen Video-Kurs zum digitalen Fernunterricht für Lehrpersonen: DigiFernunterricht