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Wandern

Die Spuren der Vorfahren

Bei Croy im Kanton Waadt gibt es für Tagesausflügler einen 14 Kilometer langen Kultur- und Natur-Rundwanderweg. Er ist leicht zu gehen und zeigt 6000 Jahre Geschichte auf.

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Andrea Meier
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Andrea Meier
27. April 2020

STECKBRIEF

Rundwanderung Croy-Romainmôtier

An-/Abreise: mit Auto oder Zug nach Croy-Romainmôtier.
Schwierigkeit: einfach
Technik: 1 von 5
Kondition: 2 von 5
Strecke: 14 km 
Dauer: 3 Std. 50 Min.
Aufstieg: 400 m
Abstieg: 400 m

Wir wollen nicht übertreiben: Natürlich weiss man nach den dreieinhalb Stunden wandern nicht über die gesamten 6000 Jahre Geschichte des Nozontales Bescheid. Aber man stösst unterwegs auf spannende historische Kulturerbe-Stätten und erfährt unter anderem, dass die Menschen schon vor über 1000 Jahren Kalk und Eisen gewonnen haben. Und dass ein ganzes Netz von Kanälen für fliessendes Wasser bei ihren Häusern sorgte; Kanäle, die das Nozontal noch heute durchziehen. 

Abtei Romainmôtier ist ein Muss 

Ausgangspunkt für die Wanderung entlang dem «sentier du patrimoine» ist der Parkplatz von Croy – wenn die Corona-Krise einst vorbei sein wird, ist es mit Vorteil der Bahnhof von Croy-Romainmôtier. Dort startet der Rundweg mit der Nummer 124. Gemeinsam mit Filmemacherin Andrea Meier (49) mache ich mich zuerst auf Richtung Romainmôtier. Wen es in diese Gegend verschlägt, der sollte einen Besuch in der mittelalterlichen Ortschaft mit ihrer über 1000-jährigen Abtei nicht verpassen. Die Abteikirche gehört zu den ältesten romanischen Kirchen der Schweiz mit prachtvollen Wandmalereien aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die erste Kirche freilich wurde schon im Jahr 450 gegründet. Das Aussehen der heutigen Kirche geht zurück aufs 11. Jahrhundert, als die Mönche von Cluny, einer französischen Gemeinde im Département Saône-et-Loire, die dritte Kirche erbauten und jene von Cluny als Vorbild nahmen.

Vom Kloster wandern wir auf der rechten Talseite des Nozonbachs nach Süden. Nach zwei Kilometern weist ein Schild den Weg zur «pierre gravée», einem Findling mit vielen Löchern und Rillen. Sie stellen möglicherweise eine Jagdszene dar und dürften rund 4000 vor Christus entstanden sein. Zwei Kilometer weiter sind wir bereits bei der nächsten wichtigen archäologischen Stätte: bei den Überresten von zwei Doppelöfen zur Eisengewinnung. Sie stammen wahrscheinlich aus dem 6. Jahrhundert und sind die am besten erhaltenen Hochöfen in ganz Europa.

Der Weg führt über weite Strecken durch Wald. Das macht ihn auch im Sommer angenehm. Der lichte Forst mit seinen mageren Eichen und steppenartigen Gewächsen verleiht der Gegend einen mediterranen Charme. Nach einem kurzen Abstieg in die Nozonschlucht hinein entdecken wir einen kleinen Tuff-Felsen, «la tufière». Aus vielen kleinen Quellen dringt Wasser aus dem Boden und plätschert in kleinen Wasserfällen über das Gestein.

Eine kleine Brücke führt über den Nozonbach. Kurz danach folgt der steilste Anstieg der Route. Wir müssen rund 70 Höhenmeter überwinden, bis wir wieder auf der Ebene von Croy sind. Im Chanay-Gelände, kurz vor Croy, stehen wir plötzlich auf einer Lichtung, die letzte Besonderheit der Tour: der Brunnensteinbruch. Aus dem Kalkstein wurden hier Brunnentröge herausgebrochen, die man heute noch im Kanton Waadt findet. Kurz nach dem Steinbruch, wenn man sich schon fast wieder beim Auto oder Bahnhof wähnt, führt der Weg nochmals in die Schlucht des Nozonbaches. Ziel ist ein letzter Höhepunkt der Wanderung: die Wasserfälle «Cascade du Dard». Auch sie sind ein Muss auf dieser Tour.

WANDERN IN ZEITEN VON CORONA

Das müssen Sie jetzt beachten

  • Wandern Sie nicht in Gruppen beziehungsweise nur mit Personen aus dem gleichen Haushalt.
  • Benutzen Sie keine öffentlichen Verkehrsmittel. 
  • Planen Sie Rundwanderungen, am besten in der näheren Umgebung.
  • Halten Sie mind. zwei Meter Abstand zu Fremden.
  • Halten Sie sich an die Verhaltensregeln des Bundesrates und des Bundesamtes für Gesundheit.

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