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DIY Stoffmasken

Maskeraden

Selbst gemachte Stoffmasken sind jetzt der Trend. Sie entwickeln sich zum stylishen Accessoire, so individuell wie ihre Träger. 

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Heiner H. Schmitt
17. Mai 2020
Für diese Masken haben wir zum Beispiel auch Geschirrtücher und Shirts von Naturaline verarbeitet. Die Verzierungen gibt es in ausgewählten Coop-Supermärkten oder bei Coop Bau + Hobby.

Für diese Masken haben wir zum Beispiel auch Geschirrtücher und Shirts von Naturaline verarbeitet. Die Verzierungen gibt es in ausgewählten Coop-Supermärkten oder bei Coop Bau + Hobby.

Masken tragen

So gehts richtig

Individuelle Masken sind jetzt hip. Doch Schutz bieten nur professionelle Hygienemasken. Beachten Sie dazu die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit und das Lernvideo zum korrekten Tragen von Mundschutz auf: www.bag.admin.ch

Nein, Schutz vor der Ansteckung bieten sie nicht. Das können nur die professionellen medizinischen Masken. Doch selbst genähte Stoffmasken sind besser als nichts, wenn man nichts anderes zur Hand hat. Und sie entwickeln sich zu einem stylishen Accessoire. Kreative Näherinnen verzieren sie mit Glitzersteinen, andere besticken sie oder nähen Spitze an die Ränder. Bei den kommenden Modeschauen wird man sie garantiert auf dem Laufsteg sehen.

Das Material ist wichtig

Doch trotz der kreativen Energie gilt es einiges zu beachten, bevor man mit dem Nähen anfängt. So eignen sich nicht alle Materialien zur Maskenherstellung. Das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz (D) hat eine ganze Reihe von Stoffen getestet. Darunter zum Beispiel Baumwolle, Kaffeefilter, Mikrofasertücher und Staubsaugerbeutel. Vor Letzterem muss gewarnt werden: Staubsaugerbeutel können ein antibakterielles Pulver enthalten, das für die Lunge und für die Verdauungsorgane schädlich ist. Deshalb sollte man sie keinesfalls verwenden. Damenbinden und Kaffeefilter sind nicht empfehlenswert, da sie nicht genug Luft durchlassen.

Generell haben die Forscher des Max-Planck-Institutes festgestellt, dass alle getesteten Materialien die grösseren Tropfen ab fünf Mikrometer Durchmesser sehr gut zurückhalten, kleinere hingegen weniger. Das Virus verbreitet sich laut bisherigen Studien in grösseren Tröpfchen, hat aber einen durchschnittlichen Durchmesser von winzig kleinen 100 Nanometern. Deshalb sollte man sich keinesfalls blind auf den Schutz von Stoffmasken verlassen.

Papiermuster ausschneiden, auf den Stoff legen, je zweimal aus dünnerem und aus dickerem Stoff ausschneiden.

Vier 20 cm lange Stoffbänder zuschneiden und optional 16 cm Pfeifenputzer.

Die Rundung der beiden dünneren Stoffteile rechts auf rechts zusammensteppen, genauso die der dickeren. Naht glatt bügeln. An den Rändern links und rechts den Saum nach innen (links) nähen.

Bei kleineren Partikeln lieferten Baumwollstoffe, die zweilagig vernäht wurden, etwa Geschirrtücher oder Molton, akzeptable Resultate. Locker gewebte Stoffe wie Jersey hingegen schnitten viel schlechter ab. Sie sollten zusammen mit einem dichteren Stoff verarbeitet werden. Die Kombination aus Jersey und Flanell erreichte sowohl bei der Tropfen- als auch bei der Luftdurchlässigkeit gute Werte.

Wer prüfen möchte, wie gut es sich durch einen Stoff atmen lässt, hält sich diesen eine Zeit lang vor Mund und Nase. Der Trick besteht darin, dass die Stofflagen so gut wie möglich filtern und genug Luft durchlassen.

Die Wissenschaftler des Max-Planck- Institutes betonen aber, dass es noch mehr Untersuchungen braucht, um den Schutz selbst genähter Masken wirklich beurteilen zu können. Er hängt auch davon ab, wie gross die elektrische Ladung der Teilchen ist und wie schnell sie sich im Luftstrom bewegen.

Die zwei Maskenteile rechts auf rechts an der oberen und unteren Kante zusammennähen. Wenden. Falls gewünscht, am oberen Rand 16 cm für den Pfeifenputzer absteppen, ca. 1 cm vom Rand.

Stoffbändel annähen, Pfeifenputzer einziehen.

Maske dekorieren. Die ausführliche Anleitung im Original gibt es unter www.lybstes.de als PDF-Download.

Und es kommt natürlich auch darauf an, wie man mit so einer Maske umgeht. Wer sie dauernd trägt und nie reinigt, dem nützt sie natürlich nicht viel. Die Masken sollten so eng wie möglich anliegen. Beim Tragen sollte man sie nicht berühren und auch nicht zwischendurch um den Hals hängen. Zum Abnehmen nur an den Gummibändern beziehungsweise den Stoffbändern anfassen.

Zum Reinigen wäscht man die Masken bei mindestens 60 Grad. Alternativ kann man sie auch für 30 Minuten bei 70 Grad in den Backofen legen. Dies empfiehlt der Virologe Christian Drosten (48) von der Berliner Charité. Aber Vorsicht! Bei der Auswahl der Stoffe muss darauf geachtet werden, dass sie diese Hitze aushalten. Zur Sicherheit schützt ein Backpapier den Ofen vor allzu grossen Katastrophen, wenn mal ein Plastikteil schmilzt.

Unsere Anleitung ist nur eine von vielen. Es gibt ganz verschiedene Stoffkombinationen und Formen von Schutzmasken. Je mehr Masken man näht und ausprobiert, umso besser kann man schlussendlich für sich selbst beurteilen, was am besten funktioniert.

» Hier können Sie das Schnittmuster herunterladen

Tipps zum Nähen

Glitzersteine und Sprüche

  • Stoffreste, Geschirrtücher oder alte Flanellbettwäsche eignen sich gut zum Maskennähen.
  • Wenn Sie die Maske mit Stickereien oder Perlen verzieren, sollten keine grösseren Löcher entstehen, da diese jeden Schutz verringern.
  • Bilder zum Aufbügeln eignen sich perfekt als Verzierung. Oder schneiden Sie beliebige Muster aus Jeans-Patches und bügeln sie diese auf.
  • Hübschen Sie die Masken mit Textilfarbe auf. Zum Beispiel mit einem flotten Spruch, einem lächelnden Mund oder einem grafischen Symbol.