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Frühaufsteher am Flumserberg

Es gibt viele Gründe, eine Winterwanderung zu machen. Einer der verlockendsten am Flumserberg ist ein weitherum bekanntes Käsefondue.

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Andrea Meier
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Andrea Meier
27. Januar 2020

STECKBRIEF

Winterwanderung Flumserberg

An-/Abreise: mit der Bahn, Gondelbahn via Unterterzen oder mit Bahn und Postauto direkt nach Flumserberg.
Schwierigkeit: leicht
Technik: 1 von 5
Kondition: 2 von 5
Strecke: 7 km
Aufstieg: 480 m
Abstieg: 60 m
Dauer: 2 Std.
Heidi-Wanderticket Fr. 17.50 (Erwachsene mit Halbtax), abzüglich 10 Prozent Rabatt mit der Spezial-Tageskarte (siehe Box unten).

Die St. Galler sind richtige Frühaufsteher. Um 7.30 Uhr startet die Gondelbahn in Unterterzen SG, die Skifahrer und Winterwanderer hinauf an den Flumserberg SG bringt. Dort trennen sich dann die Wege. Während die Skifahrer der neuen Gondelbahn Bergjet zuströmen, die sie auf den Maschgenkamm und damit ins Skigebiet bringt, genies- sen wir Winterwanderer – Filmemacherin Andrea Meier (49) begleitet mich und produziert einen kurzen Film über die Wanderung – zuerst einmal den Blick auf die Churfirsten. Eigentlich braucht man als Winterwanderer nicht so früh aufzustehen. Zur Route, die wir uns für diesen Tag vorgenommen haben, könnten wir locker erst um 10 Uhr starten. Aber der Blick auf die Churfirsten in der Morgensonne ist für die frühe Tagwache allemal Wert.

Unser Ziel ist das Alprestaurant Panüöl, denn dort soll es ein fantastisches Fondue geben. Wir marschieren also doch den Skifahrern nach und queren bei der Talstation der Bergjet-Gondelbahn die Skipiste. Schon nach ein paar Schritten biegt unser Weg dann Richtung Osten ab und führt dem Crappawald entlang. Hier geht man abseits der Skipisten und kann die weisse Landschaft am Flumserberg geniessen. In der Gegend von Madils überqueren wir eine Ebene und teilen uns den Weg zeitweise mit Langläufern, die hier oben ihre Runden drehen. Wenig später müssen wir noch zweimal ganz vorsichtig eine Skipiste überqueren, danach sind wir für uns; umgeben nur von Bäumen, dem Bergpanorama und dem knirschenden Schnee unter den Wanderschuhen. Ab und zu überholt uns ein Langläufer.

Churfirsten und Spitzmeilen

Der Weg ist bequem zu gehen, fest präpariert, und er steigt – von einzelnen steilen Ausnahmen abgesehen – sehr regelmässig und sanft an. Nach einer guten Stunde erreichen wir bereits die Prodalp. Hier hat man einen letzten grandiosen, unverstellten Blick auf die Churfirsten. Schon kurz hinter Prodalp verschwinden sie und ins Blickfeld rückt ein zweiter, markanter Punkt des Gebiets Flumserberg: der Spitzmeilen-Gipfel. Mit 2501 Metern Meereshöhe ist er nicht der höchste Gipfel der Umgebung, aber er sticht optisch mit seiner markanten Haube hervor. Bis Panüöl wird er in unserem Fokus bleiben.

Ein Panoramabild für Götter: Die Churfirsten in der Morgensonne vom Flumserberg aus gesehen.

Das Alprestaurant Panüöl erreichen wir nach gut zwei Stunden Marschzeit. Wir haben auf sieben Kilometern Strecke fast 500 Höhenmeter bewältigt. Aber noch wichtiger: Hier gibt es das sagenhafte, sagenumwobene Flumserberg- Fondue von Wirt Fredi Steiner (58). Was genau drin ist, verrät er natürlich nicht. Es würde uns Laien auch nicht viel helfen, denn «die Mischung ist immer wieder anders». Entscheidend sei der Reifegrad des Käses, sagt der Wirt, deshalb müsse er die Käsesorten je nach Saison anders zusammenmischen.

Was er hingegen verrät, und das mit Stolz, ist, was nicht in seinem Fondue drin ist: «Keine Zusatzstoffe und keine Gewürze. Das Fondue muss selber die richtige Würze haben.» Die Mischung, die Steiner uns serviert, ist auf jeden Fall grandios: sämig in der Konsistenz, geschmackvoll, ohne Fäden zu ziehen und – «es liegt nicht auf dem Magen», betont Steiner.

Was es brauche, um so ein Fondue zu mischen, sei «ein Gspüri für Käse». Fredi Steiner hat es. Der Schänner – in Schänis SG aufgewachsen – ist gelernter Käser und als solcher jeden Sommer auf der Alp tätig, zudem hat er 14 Jahre lang ein Käsegeschäft in Sargans SG geführt. Fondue macht er seit einem Vierteljahrhundert. Wenn so viel Know-how zusammenkommt, muss das Fondue einfach gut sein.

Auch kürzere Varianten möglich

Wer nach dieser Stärkung noch mag, der geht den Weg zurück nach Flumserberg. Alternativ können Wanderer mit dem Heidi-Wanderticket von Panüöl nach Maschgenkamm und von dort mit der Gondelbahn nach Tannenboden zurückfahren. Wem der ganze Aufstieg zu lang ist, der fährt mit der Gondelbahn von Tannenheim nach Prodalp und wandert von dort nach Panüöl (ca. eine Stunde). Eine andere Variante: Man macht die ganze Wanderung in umgekehrter Richtung, fährt mit Gondel und Sessellift nach Panüöl und wandert dann talwärts.

EXKLUSIV: SPEZIAL-TAGESKARTEN

Einen Tag lang Bahn fahren für 49 Franken

In grösseren Coop-Verkaufsstellen, bei Coop City, Interdiscount und unter coop@home gibts noch bis zum 16. Februar 2020 die Spezial-Tageskarte des öffentlichen Verkehrs für 49 Franken. Sie bietet einen Tag lang freie Fahrt in der 2. Klasse auf allen Strecken der SBB, der meisten Privatbahnen, Postauto- und Schiffslinien sowie auf den ÖV-Netzen in vielen Schweizer Städten. Die Spezial-Tageskarte kann bis 15. März 2020 eingelöst werden. Sie ist ohne zeitliche Einschränkungen gültig und kann mit der Junioren-Karte und der Kinder-Mitfahrkarte kombiniert werden. Zudem ermöglicht sie den Bezug ermässigter Freizeitleistungen von RailAway. Als Zusatzangebot erhalten Sie beim Kauf einer Spezial-Tageskarte einen Gutschein über 25 Franken auf ein Halbtax-Abo (nur gültig für Neukunden; Gutschein ist im Ticketumschlag integriert, einlösbar vom 20. Januar bis am 15. März 2020). 

Alle Standorte und Konditionen unter: www.coop.ch/tageskarte

Die Wanderkarte von schweizmobil.ch