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Für harte Kerle – und Warmduscher

Camping ist viel Natur, viel Draussensein, viel frische Luft – ein richtiges Sommerprogramm halt. «Mitnichten», sagen die Anhänger von Wintercamping.

03. Februar 2020
Heizbare Holzhäuschen und Wohnwagen machen Wintercamping auch für Zartbesaitete kuschelig.

Heizbare Holzhäuschen und Wohnwagen machen Wintercamping auch für Zartbesaitete kuschelig.

Sie haben richtig gelesen: Wintercamping. Das ist keine Wortschöpfung der Coopzeitung und auch kein Scherz mit versteckter Kamera. «Es ist eine Nische, aber sie wächst», bestätigt Peter Käch (56), der Leiter des Campings Morteratsch in Pontresina GR. Sein Camping, der im Sommer Platz für etwa 1200 Gäste bietet, ist einer von vier Campingplätzen im Oberengadin, die das ganze Jahr über offen sind. Also auch jetzt, im Februar.

Es braucht beheizbare Räume

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Natürlich kommt in dieser Jahreszeit kaum einer mit dem Igluzelt, gibt Käch zu. Auch sonst sind Zelturlauber im Winter eher selten anzutreffen. Die Gäste wohnen in ihren eigenen Dauerwohnwagen oder sie reisen mit dem Wohnmobil an. Aber: «Einen Gast haben wir, der mit dem Zelt hier ist», sagt Käch. Der lebe natürlich am Abend und am Morgen vorwiegend im Restaurant und in den Aufenthaltsräumen, «das Zelt braucht er mehr oder weniger nur zum Schlafen». Aber er zeigt damit eines: Es geht.

«Es braucht allerdings ein paar Voraussetzungen, damit man den Gästen ein angenehmes Wintercamping ermöglicht», sagt Käch. «Dazu gehören viele geheizte Räume, etwa ein Trocknungsraum und ein Ski- und Wachsraum, dazu ein Restaurant und ein Laden.»

Wer keinen Wohnwagen sein Eigen nennt, der kann eine kuschlige Unterkunft mieten. Auf dem Camping Morteratsch stehen drei Holzhäuschen, vier Holzfässer und zwei Wohnwagen mit gemütlichem Vorbau zur Verfügung, die alle beheizbar sind und Platz für bis zu vier Personen bieten. An die frische Luft muss man nur zum Zähneputzen, Duschen und zum WC. Kostenpunkt für eine solche Unterkunft: rund 500 Franken pro Woche für zwei Personen im Holzfass (abhängig von der Jahreszeit), 700 Franken im Holzhaus und 800 Franken im Mietwohnwagen. Ähnliche Angebote lassen sich auch auf anderen Campingplätzen finden, die im Winter für Gäste geöffnet sind (eine Liste mit Wintercampingplätzen gibt es online).

Lage ist perfekt

Fragt sich noch: Was tut man im Winter auf einem Campingplatz? Der Camping Morteratsch, der höchstgelegene Winter-Campingplatz Europas, ist ein Stützpunkt für Langläufer, Wanderer, Schneeschuhläufer und Skifahrer. Ein guter Anschluss an den öffentlichen Verkehr bringt die Skifahrer in sieben Minuten zu den Skigebieten Diavolezza und Lagalb oder in einer Viertelstunde zur Seilbahn ins Skigebiet von St. Moritz. Die Loipe und Winterwanderwege führen direkt am Zeltplatz vorbei. Zu empfehlen ist etwa die Wanderung zum Morteratschgletscher (rund eineinhalb Stunden).

Was auf dem Camping im Winter sichergestellt sein muss, ist die Energieversorgung. Die meisten Wintercampierer sind mit Auto und Wohnwagen oder mit dem Wohnmobil unterwegs. Die muss man natürlich heizen. Genügend Gas ist daher das A und O. Auf dem Camping Morteratsch steht dafür sogar eine Abfüllanlage zur Verfügung, wo Käch leere Gasflaschen mit Propan nachfüllt. Er rät den Autofahrern zudem, ihre Tankfüllung beim Fahrzeug so zu berechnen, dass sie im Alpengebiet ihren Tank mit Alpindiesel füllen können. «Der ist bis minus 30 Grad kälteresistent, andernfalls riskieren sie, dass sie in der Kälte stehen bleiben», sagt Käch.