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Alles online oder was?

Das Einkaufen über Handy, Tablet oder Laptop boomt – Corona sei Dank. Doch was steckt genau hinter diesem Trend? Coop-Expertinnen und -Experten nehmen Stellung.

29. Oktober 2021

Es überrascht wenig: Aufgrund der Coronapandemie hat sich das Einkaufsverhalten der Schweizer Bevölkerung in Richtung Online-Shopping verschoben. In einer repräsentativen Umfrage der Swiss Retail Federation geben 34 Prozent der Befragten an, dass sie während der Pandemie ihre Einkäufe häufiger von zu Hause aus tätigen. Und 68 Prozent davon wollen dies auch weiterhin so machen – vor allem wegen der Flexibilität. Dagegen stellt sich wiederum ein Drittel, das angibt, nach der Pandemie wieder häufiger im Laden vor Ort einkaufen zu wollen. Der Grund: die fehlende soziale Interaktion beim OnlineShopping. Es ist also wie bei so vielem im Leben. Es gibt die Befürworter und die Gegner, oder jene, die aus beidem einen Nutzen ziehen. So bietet auch Coop in beiden Welten das Beste an.

Doch der Trend ist klar: Das OnlineShopping wird zunehmen. Auch Coop erweitert in diesem Sektor laufend ihr Angebot. Daher geht – zusätzlich zu den bestehenden Formaten – auch Coop City in den nächsten Tagen online. 

 

Welche Vorteile hat das Online-Shopping gegenüber dem physischen Einkauf im Laden?

Philippe Huwyler, Leiter coop.ch

Welche Vorteile hat das Online-Shopping gegenüber dem physischen Einkauf im Laden?Als Omnichannel-Anbieter (kanalübergreifendes Geschäftsmodell) wollen wir nicht separieren, sondern zusammenbringen. Aber Grosspackungen oder schwere Artikel (Getränke, Waschmittel, Katzenstreu, Wein usw.) benötigen auch ein entsprechendes Transportmittel. Im städtischen Raum ist gerade dieser Punkt die Achillesferse der Kundinnen und Kunden. Keine Parkplätze und/oder verkehrstechnische Einschränkungen erschweren den Einkauf. Hier bietet der Online- Supermarkt von coop.ch Vorteile. Auch hat das Jahr 2020 gezeigt, dass verschiedene Einkaufsmöglichkeiten den Kundinnen und Kunden und uns helfen. Insbesondere auch für Personen, die nicht selbst zum Einkaufen gehen oder fahren können, ist der Online-Supermarkt ein willkommener Lösungsanbieter. Online Lebensmittel einzukaufen, ist eine gute Alternative zum stationären Einkaufen. Es geht nicht dahin, dass der eine den anderen ersetzt, es geht um Ergänzung. Philippe Huwyler, Leiter coop.ch

 

Wo stecken die Gefahren beim Online-Shopping?

Vor einer Online-Bestellung bei einem unbekannten Anbieter sollte man als Erstes klären, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt, der einem die Waren wirklich schicken wird und bei Problemen erreichbar ist: Wie lauten die Zahlungs- und Lieferbedingungen sowie die Rückgaberechte? Wie ist der Anbieter bei Fragen erreichbar? Was steht im Impressum? Hat man sich zu einer Bestellung entschieden, sollte man bei der Registrierung und Übermittlung der Zahlungsinformationen darauf achten, dass dies in verschlüsselter Form erfolgt. Sichere Verbindungen erkennt man an einem kleinen Vorhängeschloss in der Browserzeile und an Webadressen, die mit «https:// …» beginnen. Bei sämtlichen Verkaufsformaten der Coop-Gruppe mit eigenem Online-Shop ist dies selbstverständlich gewährleistet. Noch mehr Sicherheit bietet eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung bei der Anmeldung. Dabei wird neben dem Passwort nach einer weiteren Information gefragt, die der Benutzer auf einem zweiten, unabhängigen Weg erhalten hat – beispielsweise ein Code via SMS. 

Karin Armbruster Reif, Leiterin IT Strategie, Coop

 

 

Ein Tablet plus zwei, drei Klicks und schon liefert coop.ch die bestellten Artikel in die gute Stube.

 

Gibt es auf den Online-Einkauf auch Superpunkte?

Mit der Supercard kann man ganz einfach bares Geld sparen und exklusive Vorteile geniessen. Das gilt auch für die Online-Einkäufe im Coop-Universum. Bei vielen Online-Shops von Coop ist die Supercard sogar sehr eng mit den digitalen Services verknüpft und man kann auch von digitalen Bons, digitalen Sammelpromotionen und -rabatten profitieren. Bei coop.ch und impo.ch kann man sich sogar schon mit der Supercard-ID anmelden und erspart sich so weitere Registrierungen. Auch die meisten Tochterunternehmen von Coop gewähren ihren Kundinnen und Kunden online entsprechende Punkte beim Einkauf. Profitieren ist einfach: Wo möglich mit der Supercard-ID anmelden oder bei Registrierung bei den Benutzerdaten die Supercard-Nummer im entsprechenden Feld angeben. Keine Regel ohne Ausnahme: nettoshop.ch und microspot.ch bieten derzeit noch keine Superpunkte an.

Reto Conrad, Leiter Direktion Informatik/Produktion/Services, Coop

 

Welche Rolle spielt OnlineShopping im Bereich Non-Food?

Daniel Stucker, Leiter Direktion Trading, Coop

Bei der Heimelektronik beträgt der Online-Anteil bereits 50 Prozent; Tendenz steigend. Aber auch bei anderen Warengruppen wird Online immer wichtiger, weshalb wir mit microspot.ch eine eigene Plattform für unsere Non-Food-Formate etabliert haben. Und wir wissen, dass die Mehrheit der Kaufprozesse heute im Internet beginnt. Für alle Formate sind auch ihre eigenen E-Shops enorm wichtig und ermöglichen den Kunden, kanalübergreifend und -unabhängig einzukaufen oder von Serviceleistungen zu profitieren. Diese Verbindung mit dem stationären Handel macht das Einkaufen enorm attraktiv: In den Shops von Import Parfumerie etwa kann ich Produkte ausprobieren und mich entsprechend beraten lassen, bevor ich mich zu einem Kauf entscheide. Ein weiterer Vorteil ist die Geschwindigkeit unserer Online-Shops: In den meisten Fällen sind die Bestellungen noch am gleichen oder am darauffolgenden Tag bei den Kunden zu Hause.

 

Welchen Stellenwert hat Online-Shopping für Coop?

Online-Shopping hat für Coop einen hohen Stellenwert. Ich bin aber auch überzeugt, dass es beides braucht: online sowie stationär, und zwar auf einem hohen Niveau. Der perfekte Online-Shop ist unkompliziert, schnell, mit einer grossen Produktauswahl und einem enorm guten Lieferservice. Aber auch das perfekte Einkaufserlebnis, bei dem man sich inspirieren lassen kann, Freude an den Lebensmitteln hat und ein persönlicher Kontakt zu unseren Mitarbeitenden entsteht. Wir haben dafür mit coop.ch und unserem neuen Ladenbaukonzept, mit den meisten bedienten Fisch-, Metzger- und Käsetheken der Schweiz, die beste Ausgangslage geschaffen. Im Bereich Non-Food sind wir bei Elektrohaushaltsgeräten klar die unbestrittene Nummer eins mit Fust, Interdiscount, nettoshop.ch sowie microspot.ch. Mit microspot.ch gehen wir aber auch viel weiter und haben über 500 000 Artikel im Shop und einen schnellen Lieferservice. 

Philipp Wyss, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Coop

 

Welche Anstrengungen werden unternommen, um noch mehr Menschen zum Online-Shopping zu bewegen?

Andrea Kramer, Leiterin Direktion Marketing/Beschaffung, Coop

Die Grenzen zwischen on- und offline verschwimmen immer mehr, die Kundinnen und Kunden kaufen heute dort ein, wo es ihnen gerade einen Vorteil bringt: On- und offline ergänzen sich. Wir investieren laufend in die Optimierung der Online-Shops. Einerseits verbessern wir die Nutzererfahrung (User Experience) und vereinfachen die Navigation oder Filtermöglichkeiten und optimieren die Produktbilder und Informationen. Andererseits investieren wir aber auch in vielfältige und attraktive Sortimente; so planen wir zum Beispiel im Bereich Wein einen starken Ausbau des Angebotes und der Kompetenz. 

 

Welche Herausforderungen und Chancen bringt die zunehmende Digitalisierung für den Detailhandel?

Für viele Kundinnen und Kunden ist das Handy ein ständiger Begleiter und auch der E-Commerce gehört für viele zum Alltag. Von Coop wird erwartet, dass wir diesen Trends folgen und immer mehr Dienstleistungen auch digital anbieten. Mit unseren diversen Apps (unter anderem Coop, Supercard, Passabene, Fooby) und der Omnichannel-Plattform coop.ch sind wir gut aufgestellt. Diese digitalen Services bieten uns zugleich die Chance, noch besser auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden eingehen zu können. Sei es durch die Anzeige besonders relevanter Wochenaktionen, im Rahmen der digitalen Coupons oder auch bei den Lieblingsrezepten. Die Herausforderung ist zugleich, auch weiterhin für all jene Kundinnen und Kunden da zu sein, die weniger digital unterwegs sind – auch für sie müssen und werden wir in vollem Umfang weiterhin da sein. So werden wir in den kommenden Jahren unser Verkaufsstellennetz auf 1000 Filialen erweitern und selbstverständlich auch die Coopzeitung weiterhin wöchentlich in bekanntem Umfang in den Briefkasten legen. Thomas Schwetje, Leiter Marketing/ Digitale Services, Coop
 

Thomas Schwetje, Leiter Marketing/Digitale Services, Coop

 

Bequem übers Handy kann man auch bei Mondovino, Interdiscount, Coop Bau + Hobby oder Coop Vitality bestellen.

 

Wie bringt man das Shopping-Erlebnis vor Ort auf den heimischen Bildschirm?

Marc Weber, Leiter Marketingkommunikation, Coop

Für unsere Kundinnen und Kunden ist die Durchgängigkeit von on- und offline besonders wichtig. Darum beschäftigen wir uns intensiv damit, die Verschmelzung der Retail- und der digitalen Welt auf unseren Plattformen abzubilden. Beginnend bei der Gestaltung der Website und Kundenführung, die besonders einfach und intuitiv ist. Ein Beispiel dafür ist die Startseite als digitale Eingangstüre, an der häufig der erste Berührungspunkt mit dem Online-Supermarkt statt- findet. Hier sind die wichtigsten Wochenthemen und Aktionen bei Coop ersichtlich und inspirieren für den Einkauf in der Filiale oder die Bestellung im Online- Supermarkt. Weiter sind mit der gleichen Bildsprache die Themenfelder und Produkte rasch wiedererkennbar und damit gut zu finden. Während man online den Duft des frisch gebackenen Brots unserer Hausbäckereien leider nicht riechen kann, kann man aber zum Beispiel mit einem Klick alle Zutaten eines Fooby-Rezeptes ganz einfach in seinen Warenkorb legen oder die Produkte seiner letzten Bestellung als Basis für den nächsten Einkauf nutzen. 

 

Wie umweltfreundlich ist Online-Shopping?

Die Wahl der Produkte an sich ist entscheidend für einen nachhaltigen Einkauf, sowohl im Laden wie auch online bieten unsere Nachhaltigkeits-Eigenmarken und -Gütesiegel Orientierungshilfe. Online-Shopping schneidet zudem in der CO₂-Emissionsbilanz nicht schlechter ab als der stationäre Handel. Dies hat vor allem mit der gebündelten Logistik und dem Betrieb der Lagergebäude zu tun, die einen geringeren Energiebedarf haben. Coop engagiert sich in den Filialen wie auch beim Online-Einkauf für die Reduktion der CO₂-Emissionen: etwa mit LED-Beleuchtung, Fotovoltaikanlagen auf den Dächern, effizienten Kühlsystemen und Logistikoptimierungen. 
 

Salome Hofer, Leiterin Nachhaltigkeit/ Wirtschaftspolitik, Coop