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Biber, der Baumeister

Der Biber ist ein Multitalent: Spitzentaucher, Bauherr, Landschaftsarchitekt und Holzfäller in einem. In der Schweiz leben schätzungsweise 3500 Tiere.

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Keystone
19. April 2021

Putzig sieht er meistens aus, der Biber, was wohl vor allem damit zusammenhängt, dass er seine Vorderpfoten so geschickt braucht wie wir Menschen unsere Hände. Weil diese aber mit relativ kräftigen Krallen ausgestattet sind, kann er besser graben als wir. Muss er auch, denn damit gräbt er seinen Bau. Der Eingang liegt immer unter der Wasseroberfläche, zum Schutz vor Feinden. So kann er ins Wasser fliehen und sich dann in seinen trockenen Bau zurückziehen.

Besonderheit I

Weil er so viel im Wasser ist, hat er einen dafür angepassten Pelz. Pro Quadrat- zentimeter wachsen auf seinem Rücken 12 000 Haare, auf dem Bauch sind es fast doppelt so viele. Unsere Kopfhaut bringt es auf mickrige 300 Haare. Zudem besitzt er zwei Haarschichten. Zwischen ihnen bildet sich unter Wasser eine Luftschicht, die isoliert und die Haut trocken hält.

Besonderheit II

Der Biber hält keinen Winterschlaf. Er sorgt deshalb für die kalte Jahreszeit vor und legt Wintervorräte an. Das sind vor allem Äste, deren Rinde im Winter seine Hauptnahrungsquelle ist. Zur besseren Verwertung enthält sein Blinddarmsack Bakterienstämme, die helfen, Zellulose in der Rinde vorzuverdauen. Der Biber scheidet danach einen weissen Pflanzenbrei aus und frisst ihn erneut. Diesen Brei, der reich an Eiweiss und Vitaminen ist, kann der Biber im Magendarmtrakt schliesslich verwerten. Durch dieses zweimalige Verdauen nutzt der Biber bis zu 35 Prozent der Zellulose als Nahrung. Das ist viel für einen Nichtwiederkäuer.

Mehr Infos zum Biber und zur Aktion «Biber & Co.» von Pro Natura unter: www.pronatura.ch