Die grosse Tour durch Italien | Coopzeitung
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Titelgeschichte

Die grosse Tour durch Italien

Italien ist das Land der kulinarischen und kulturellen Vielfalt. Kommen Sie mit auf eine besondere Entdeckungsreise durch unser südliches Nachbarland – auf den Spuren des legendären Giro d’Italia und ganz im Stil der «Gazzetta dello Sport», die seit 1900 auf rosa Papier gedruckt wird.

19. April 2021
  1. Etappe: Stadtkurs Turin 
  2. Etappe: Durchs Piemont
  3. Etappe: Von Molise nach Apulien
  4. Etappe. Über die Abruzzen nach Latium
  5. Etappe Von der Emilia- Romagna in die Lombardei 
  6. Etappe: In Venetien und Südtirol 
  7. Etappe: Mailand 

 

Erste Etappe: Stadtkurs Turin

160 Jahre vereintes Italien

Camillo Benso (1810–1861), italienischer Staatsmann und Graf von Cavour, war einer der Architekten von Italiens Vereinigung, deren 160-jähriges Bestehen 2021 gefeiert wird. Zu Ehren dieses Jubiläums startet der Giro d'Italia in der piemontesischen Hauptstadt Turin. Der Start des ersten Zeitfahrens wird etwa hundert Meter vom Palazzo Carignano entfernt sein, wo das geeinte Königreich Italien proklamiert wurde. Heute beherbergt dieser Palast ein Nationalmuseum über die Zeit der Vereinigung. Das Gebäude ist auch historisch interessant, da der spätere italienische König Vittorio Emanuele II. (1820–1878) dort das Licht der Welt erblickte.

Das Wahrzeichen

Die Mole Antonelliana mit ihrer charakteristischen Kuppel und einer Höhe von 167,5 Metern, wurde 1863 vom Architekten Alessandro Antonelli (1798–1888) entworfen und 1889 eingeweiht. Bis 1953 war das Gebäude der höchste in Ziegelmauerwerk gefertigte Bau der Welt. So bedeutet «Mole» auf Italienisch auch «sehr hohes Gebäude». Mit einem gläsernen Panoramalift kann man bis auf eine Höhe von 85 Metern fahren und den Ausblick auf die Stadt und die Alpen geniessen.

Gaumenfreuden

Der Giro startet an der Piazza Castello, dem «Wohnzimmer» Turins. Hier befindet sich das historische Caffè Mulassano, ein Treffpunkt für Geniesser: Vom Frühstück bis zum Aperitif ist für jeden Moment des Tages etwas dabei. Ganz besonders zu empfehlen: Campari und daraus gemixte Cocktails wie Negroni. Pure Turiner Lebensfreude!

Vor dem Essen

Für einen alkoholfreien Aperitif: San Pellegrino Sanbittèr rosso. Perfekt zum Mixen: Campari Bitter.

Reiches kulinarisches Erbe

Bereits die Römer bauten in der Gegend um Alba Wein an. Heute sind Stadt und Umgebung bekannt für weisse Trüffel, Rotweine wie Barolo und Barbera, Haselnüsse und nicht zuletzt Nutella, denn der Süsswarenhersteller Ferrero hat hier seinen Hauptsitz. Im Herbst finden traditionelle Wein- und Trüffelmärkte statt, welche die Stadt in einen kulinarischen Hotspot verwandeln und dazu beitrugen, dass die Unesco Alba im 2017 den Titel «Creative Gastronomic City» verlieh.

Musikalische Hommage ans Fahrrad

Die Stadt Asti ist der Geburtsort von Sänger, Jazzmusiker und Komponist Paolo Conte (84) einem der bekanntesten Cantautori Italiens. Das musikalische Multitalent komponierte Lieder wie «Via con me» oder «Diavolo rosso», welches vom italienischen Radprofi Giovanni Gerbi (1885–1955), dem roten Teufel, handelt. 2007 schrieb Conte das Titellied für den Giro d'Italia mit dem Titel «Silent Speed».

Der weibliche Star bei Juventus Turin

Jeder Fussballfan kennt die Männermannschaft von Juve. Aber auch bei den Damen gibt es herausragendes Talent. Die Stürmerin und Mittelfeldspielerin Barbara Bonansea (29). Die Piemontesin wurde 2020 in den Kreis der besten Spielerinnen der Welt, der Fifa Top XI, aufgenommen. Und das Wirtschaftsmagazin «Forbes» zählt sie zu den 100 erfolgreichsten Frauen Italiens.

Zweite Etappe: Piemont

Land des Reises

Italien produziert rund eine Million Tonnen Reis pro Jahr und ist damit führend in Europa. Die überwiegende Mehrheit des Reises wird in der fruchtbaren Poebene im Dreieck Novara-Vercelli-Pavia angebaut. 60 Prozent werden exportiert, seit letztem Jahr sogar bis nach China! Einige der bekanntesten Reissorten Italiens sind Carnaroli, Arborio und Vialone. ​​​​​​Sie eignen sich besonders gut für die Zubereitung von Risotto, da sie einen hohen Stärkegehalt aufweisen.

Der kleine Palast

In Stupinigi – außerhalb von Turin – befindet sich das barocke Jagdschlösschen Palazzina di Caccia. Es wurde 1729 für die Herzöge von Savoyen erbaut und steht auf der Liste des Unesco-Welt­kultur­erbes. Es war die Lieblingsresidenz von Herzog Viktor Amadeus II. von Savoyen (1666–1732), welcher den prächtig ausgestatteten Ballsaal für Hochzeiten und Feste nutzte.

Typisch italienisch

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Das Meer und seine kulinarischen Schätze

Typisch für die adriatische Küstenstadt Termoli in der Region Molise sind die Trabucchi. Diese Holzhäuschen stehen zuvorderst auf langen Stegen und erlauben das Fischen, selbst wenn das Wetter zu stürmisch ist, um mit dem Boot hinauszufahren. Auf einem Rundgang durch die Altstadt kann man noch anderes entdecken, etwa eine von Friedrich II. (1194–1250) erbaute Turmburg und Restaurants, wo man den Fang des Tages kosten kann. Die klassische Fischsuppe aus Termoli «U’ bredette» enthält zahlreiche Köstlichkeiten wie Kabeljau, Meeräsche, Seezunge, Kalamares, Scampi, Miesmuscheln und Vongole. Kenner tunken zuerst eine Scheibe geröstetes Weissbrot in die geschmackvolle Brühe und geniessen so den vollen Meeresgeschmack.


Dritte Etappe: Von Molise nach Apulien

Wilde Natur und Geschichte

Im Nationalpark Alta Murgia in Apulien, taucht man in eine Landschaft mit archaischem Charme ein. Auf der felsigen Kalk-Hochebene gibt es schier unendliche Weiten, beeindruckende Karst-Grotten und geschichtliche Höhepunkte. Das Castel del Monte, die achteckige Festung des Stauferkaisers Friedrichs II. (1194–1250), liegt weit herum sichtbar auf einem Hügel. Er liess es um 1240 mit hellem Kalkstein aus der Umgebung erbauen. Seit 1996 ist das Castel Unesco-Weltkulturerbe und seit 2001 kann man es auf der Rückseite der italienischen 1-Cent-Münze bewundern.

Kaffee mit Italianità

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Der Himmel auf Erden

In den italienischen Netflix-Charts kletterte «Das letzte Paradies» in wenigen Tagen an die Spitze und überholte dabei gar Hits wie «Lupin» oder «Bridgerton». Der Film, welcher im südlichen Apulien der 1950er-Jahre spielt, handelt von Arbeitern, die von Grossgrundbesitzern ausgebeutet werden – aber auch von der grossen Liebe und dem Traum nach einem guten Leben. Riccardo Scamarcio (42), der Produzent, Co-Drehbuchautor und Protagonist, wurde in Apulien geboren.

Ein produktiver Herr

Der Schriftsteller Gianrico Carofiglio (69) aus Bari ist berühmt für seine Romanreihe mit dem Strafverteidiger Guerrieri, welche sich hauptsächlich durch spannende Gerichtsszenen auszeichnen. Der studierte Jurist Carofiglio weiss, wovon er schreibt, denn er arbeitete als Richter, Antimafia-Staatsanwalt und ist Autor einiger Fachbücher über Verhörtechniken sowie die Psychologie der Zeugenaussage.

Vierte Etappe: Von den Abruzzen ins Lazio

Das rote Gold

Es ist eines der teuersten Gewürze der Welt: Safran. Jahrhundertelang war die kostbare Krokusart vor allem im arabischen und indischen Raum gesucht. Historische Quellen erwähnen dann auch im 13. Jahrhundert den Anbau und Handel von Safran – in der italienischen Stadt L’Aquila. Damals und wie heute wird die seltene Pflanze nach ganz Italien und in die weite Welt verkauft. Von der violetten Blüte werden nur die feinen, roten Griffel-Fäden verwendet. Für ein Kilogramm des kostbaren Gewürzes braucht es 150 000 bis 200 000 Blüten. Und die wachsen auf einer Fläche von etwa einem Hektar, also 10 000 qm Land. Nicht umsonst bezeichnet man Safran deshalb auch als «rotes Gold».

Mobilität für alle

In diesem Jahr feiert Moto Guzzi das 100-jährige Jubiläum! Alle Töff-Fans werden eine Ehrenrunde drehen und mitfeiern. Aber vielleicht auch ein wenig erschaudern, wenn sie erfahren, dass Moto Guzzi seit 2004 eine Tochter von Piaggio ist. Und diese Firma ist natürlich bekannt für ihren Motorroller, die Vespa. Der Erfinder war Corradino d’Ascanio (1891–1981), ein Luftfahrt-Ingenieur aus Popoli, einer Gemeinde in der Provinz Pescara. Er sollte ein Zweirad für die individuelle Mobilität entwerfen. Dass er keine Ahnung von Motorrädern hatte, erwies sich als Vorteil: Er schuf 1946 das erste einfach zu bedienende Vespamodell, die «98». Dieser Roller veränderte nach dem Zweiten Weltkrieg das Leben der Menschen in Italien und ganz Europa.

Bereit für den Eurovision Song Contest

Das Sanremo-Musikfestival ist weit über Italien bekannt. Einmal im Jahr kommen Anfang März Sängerinnen und Sänger aus dem ganzen Land zusammen und wetteifern um die beste «canzone», das beste Lied des Jahres. Dieses Mal hat die römische Rockband Måneskin gewonnen. Damit qualifizierten sich die jungen Wilden mit ihrem Lied «Zitti e buoni» («Sei still und schweige!») automatisch auch für den Eurovision Song Contest, der vom 18. bis 22. Mai in Rotterdam (NL) stattfinden soll. Allerdings mussten Månneskin den Liedtext entschärfen. Wegen den allzu derben Ausdrücke wären sie ansonsten nicht zugelasssn worden.

Auf den Spuren von Franz von Assisi

Kaum zu glauben: Auch die Italiener entdecken immer mehr das Wandern. Vor allem historische Pfade werden ausgebaut, so etwa die Via di Francesco. Die Route verbindet die wichtigsten Stationen aus dem Leben des Heiligen. Es gibt zwei Wegabschnitte, die nach Assisi führen: Der nördliche beginnt in La Verna und ist 189 Kilometer lang. Von Süden her kann man in Rom starten und legt dann per pedes 247 Kilometer zurück.

Fünfte Etappe: Von der Emilia-Romagna in die Lombardei

Paradies zwischen Himmel und Meer

Etwa eine Autostunde südlich von Venedig gibt es ein Naturparadies zu bestaunen, das in Europa seinesgleichen sucht: den Parco del Delta del Po Emilia-Romagna. Nach 652 Kilometern mündet der längste Fluss Italiens, der Po, ins Adriatische Meer. Das geschieht in einem kaum übersehbaren Labyrinth von unberührten Wasserläufen und Schilfwäldern. Die komplexe Naturlandschaft, die für Ornithologen ein Paradies darstellt, ist mittlerweile ein Biosphärenreservat der Unesco und kann behutsam auf zahlreichen Wanderwegen entdeckt werden. Das Feuchtgebiet ist auch ein Beispiel für ein gutes Nebeneinander von Umwelt und Mensch. Seit Jahrhunderten fangen die Einheimischen mit Augenmass ver-schiedene Fischarten, darunter auch Aale ​... … ​Diese Aale spielen in der hübschen Lagunenstadt Comacchio eine wichtige Rolle. Von September bis Dezember dürfen dort nämlich Aale aus dem Meer geholt werden. Und seit Jahrhunderten werden die Fische in Manufakturen aufwendig gekocht, verarbeitet und mariniert. Im Herbst dann veranstalten die Frauen ein grosses Aalfest, an dem die Fische verköstigt werden. Eine Delikatesse!

Mmmmh ​…Torta di Riso

Bologna, die Hauptstadt der Emilia-Romagna, ist kulinarisch nicht nur für ihr Hackfleisch-Ragù «alla bolognese» berühmt. Aus der Region stammt auch ein besonderes Dessert, das in ganz Italien ausgesprochen beliebt ist: der süsse Reiskuchen. Die Torta di Riso wird aus Risottoreis, Milch, Eiern, Zucker, Butter und je nach Gusto etwas Zitronen- oder Orangenschale zubereitet. Davon träumen alle Schleckermäuler!

Superstar mit Stimme

Sie hat über 70 Millionen Tonträger verkauft und ist weit über Italiens Grenzen hinaus bekannt: Laura Pausini. Was die in der Emiglia-Romagna geborene Pop-Sängerin anpackt, wird zum Erfolg. Nur ein paar Beispiele: 1993 gewinnt sie das Sanremo-Musikfestival, fast jedes Album erobert die Spitze der italienischen Hitparade, im letzten Jahr erhielt sie für ihr Lied «Io sì» («Ich sage Ja») aus dem Film «La vita davanti a sé» («Du hast das Leben vor Dir») gar einen Golden Globe und eine Oscarnominierung. Ob die 46-Jährige tatsächlich das kleine Goldmännchen in ihre Heimat mitnehmen darf, stellt sich am 26. April heraus, wenn die Oscars verliehen werden.

Unsterbliche Verse

Im ganzen Land glühend verehrt wird der wohl berühmteste italienische Poet: Dante Alighieri (1265–1321). Sein Hauptwerk, die «Göttliche Komödie» («Divina Comedia») gilt als bedeutendstes Werk der italienischen Dichtkunst. Mit diesen Versen hat der in Florenz geborene Dante die Literatur des Landes begründet und Italienisch als Schriftsprache etabliert: Zuvor wurden literarische Werke nur auf Lateinisch verfasst. Italien begeht in diesem Jahr den 700. Todestag des Nationaldichters. Seine sterblichen Überreste wurden in Ravenna bestattet, wo Dante am 14. September 1321 gestorben ist. Erst in einer einfachen Kapelle, aber seit Ende des 18. Jahrhunderts haben sie in einem tempelartigen Mausoleum ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Für Zvieri oder Picknick

  • Sapori d’ Italia Rohschinken San Daniele DOP
  • Citterio Salami Citterino
  • Verschiedene Focaccia-Sorten im Offenverkauf

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Sechste Etappe: In Venetien nd Südtirol

Das Messner-Museum in den Dolomiten

In den Regionen Venetien und Trentino-Südtirol liegen die Dolomiten, ein Gebirge mit eindrucksvoll zerklüfteten Bergspitzen. Der perfekte Ort für ein Projekt von Reinhold Messner (76), dem wohl berühmtesten Berg-steiger seiner Generation. Der gebürtige Südtiroler hat sechs verschiedene Museen geschaffen, die das Messner Mountain Museum bilden. Jedes befasst sich mit einem bestimmten Bergthe-­ma: Es geht zum Beispiel um die Geschichte des Bergsteigens, die Welt des ewigen Eises oder die religiösen Dimension. Unter den Gebäuden beeindruckt das Corones-Museum, das Architektin Zaha Hadid (1950–2016) entworfen hat und am Kronplatz auf 2275 Meter Höhe steht (Foto oben links). Für Architektur-Fans ein Muss!

Er erzählt die Giro-Geschichte

Im Dolomitenstädtchen San Pellegrino di Belluno geboren wurde der italienische Schriftsteller und Journalist Dino Buzzati (1906–1972). Neben seinen surrealistischen Werken ist er vor allem bekannt für seine realistischen Reportagen über den Giro d’Italia 1949, ein beeindruckendes sporthistorisches und zeitgeschichtliches Dokument. Das Geburtshaus von Dino Buzzati ist heute ein B & B, das von seiner Urenkelin geführt wird.

Glamour, Gier, Mord und Wahnsinn

Seit genau 100 Jahren existiert das florentinische Modehaus Gucci. Die Geschichte des ikonischen Unternehmens ist mehr als schillernd. Weil vieles noch ungeklärt ist, hält die Modewelt derzeit die Luft an: Bringt der neue Film von Kultregisseur Ridley Scott (83) Licht ins Dunkel? Im November soll der Streifen mit dem langen Titel «House Of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour and Greed» anlaufen. Erzählt wird auch der Mord an Maurizio Gucci (1948–1995), dem Enkel des Firmengründers. Später wurde dafür seine Ex-Frau Patrizia Reggiani (72) dafür verantwortlich gemacht. Die Rolle der Patrizia spielt niemand Geringeres als Multitalent Lady Gaga (35). Einige Szenen wurden in Cortina d’Ampezzo abgedreht, wo die glamouröse Atmosphäre der 1980er-Jahre nachempfunden wurde. Fashionistas auf der ganzen Welt sind gespannt!

Es prickelt ...

  • Prosecco DOC Rosé Vigne dei Dogi
  • Birra Moretti Dose
  • Birra Moretti Flaschen

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Das Land der Äpfel

7000 Familienbetriebe, die sich dem Apfelanbau widmen, 50 Prozent der italienischen und 10 Prozent der europäischen  Apfelproduktion, 13 Sorten, deren Herkunft geschützt ist: Das Südtirol ist Apfelland. Doch die Region eignet sich dank der zahlreichen Radwege auch für Velo-Ferien. Das Etschtal ist eines der wichtigsten Erholungsgebiete: Über 300 Kilometer Velowege gehts entlang der alten Römerstrasse Via Claudia Augusta durch eine liebliche Landschaft von Apfelplantagen, Biotopen und Wiesen.

Siebte Etappe: Mailand

Was eine Zeitung mit dem Giro zu tun hat

Die «Gazzetta dello Sport» wurde vor 125 Jahren in Mailand gegründet, seit 1909 wird sie auf rosarotem Papier gedruckt. Die Geschichte der Zeitung ist eng mit dem Giro d’Italia verbunden, schliesslich organisiert der Verlag das Radrennen – und das schon seit der ersten Ausgabe im Jahr 1909. Wohl auch deswegen trägt der jeweils Führende bei der Tour auch ein rosafarbenes Trikot. Im Radsportmuseum Ghisallo am Comer See ist derzeit eine interaktive Ausstellung zu sehen, die sich der Geschichte des Rosa Trikots, des «Maglia Rosa», widmet. Die Ausstellung ist nur bis zum 8. Mai, dem Eröffnungstag des Giro 2021, zu sehen. Mehr Infos unter: www.museodelghisallo.it

Das Brot des Toni

Norditalien ist ein magischer Ort für alle traditionelle lukullischen Genüsse – so viele köstliche Spezialitäten der italienischen Küche stammen von dort. Dazu gehört auch der Panettone, ein kugelförmiger Kuchen, der in der Weihnachtszeit gegessen wird. Um dessen Ursprung ranken sich zahllose Legenden. Eine schöne ist diese: Der Koch am Mailänder Hof des Herzogs Ludovico Sforza (1452–1508) patzte ausgerechnet an Weihnachten – er hatte das Dessert im Ofen vergessen. Die Folge: Dieses war verbrannt und damit ungeniessbar. Angeblich sprang ein bis dahin unscheinbarer Küchenjunge namens Toni ein. Dieser hatte aus übrigen Zutaten wie Mehl, Butter, Zucker, Eiern, Rosinen und kandierten Früchten einen luftigen Kuchen gebacken, der den Obrigkeiten kurzerhand als Ersatz serviert wurde. Die Gesellschaft war entzückt und der Herzog höchstpersönlich fragte nach dem Namen des Gebäcks. Der Küchenchef musste improvisieren und sagte, es sei das «pan del Toni», das Brot des Toni. Im Lauf der Zeit wurde daraus «Panettone» ​...

Stammt das Wiener Schnitzel eigentlich aus Mailand?

Weltweit ist es ein Renner und trägt dazu bei, dass Österreich als Land mit einer einzigartigen Küche wahrgenommen wird: das Wiener Schnitzel. Doch stammt das Filetstück des kulinarischen Erbes Österreichs aber tatsächlich aus Italien? Rund um Mailand ist das Cotoletta alla milanese nämlich schon seit Jahrhunderten bekannt. Und es wird fast genauso zubereitet: Ein dünnes Stück Kalbfleisch wird in Paniermehlgewendet und in schwimmendem Fett goldgelb ausgebacken. Einer Legende nach soll Feldmarschall Radetzky (1766–1858) das Rezept von einer Oberitalien-Reise nach Wien gebracht haben. In einem Bericht zur Lage in der Lombardei hatte der Verfasser ein köstlich paniertes Kalbskotelett erwähnt. Das lasoffenbar Kaiser Franz Joseph höchstpersönlich und verlangte, das Gericht zu probieren. So gelangte das Rezept wohl nach Wien und wurde vermutlich eingebürgert. Legende oder Wahrheit?

Ein kleines grosses Theater

Vor 100 Jahren erblickte Giorgio Strehler (1921–1997) das Licht der Welt. 1947 eröffnete er in Mailand das erste öffentliche Theater Italiens, das Piccolo Teatro della Città di Milano. Unter dem Motto «Teatro d’arte per tutti» («Kunsttheater für alle») setzte sich der Regisseur zeitlebens dafür ein, Aufführungen für ein breites Publikum zu inszenieren – ohne den künstlerischen Anspruch aus dem Auge zu verlieren. Wegen Covid ist das berühmte Piccolo Teatro geschlossen. Sehnlichst freuen sich die Mailänder darauf, wenn der Bühnenvorhang wieder nach oben gezogen werden kann.

Ein süsser Abschluss

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