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Hier geht der Most ab!

Das Mosterei- und Brennereimuseum in Arbon ist mehr als ein Museum – und eines von 29 Angeboten, die mit einem Coop-Erlebnisbon zu speziellen Bedingungen besucht werden können.

FOTOS
Christoph Kaminski
12. April 2021

Bonheft

Bis 50 Prozent Rabatt auf Familienausflüge

Bei einem Einkauf ab 100 Franken im Coop-Supermarkt, in einer Coop-City-Lebensmittelabteilung oder online über coop.ch gibts ab sofort ein Heft mit 29 Erlebnisbons. Mit den Bons erhalten Sie bis zu 50 Prozent Rabatt auf einen Familienausflug zu den verschiedensten Destinationen in allen Landesteilen. Die breitgefächerte Palette reicht von A wie Aquatis in Lausanne bis Z wie Zurzacher Papa-Moll-Land. Die Beschreibung des Angebots finden Sie im Büchlein auf der Rückseite des jeweiligen Bons. 

Gutscheine gibts noch bis 24. April, einlösbar sind sie bis Ende Sommer (für das Angebot gelten die Konditionen auf den Gutscheinen und der Partner).

«MoMö.» – «MoMA?» – «Nein, MoMö!» Christoph Möhl lacht. «Die Anspielung auf das Museum of Modern Art in New York, eben das MoMA, geschah bei der Namenswahl mit einem Augenzwinkern», sagt er. Der 39-Jährige ist das Mö im MoMö, und er spricht von der Wahl des Namens für das Museum der Mosterei Möhl, kurz eben: MoMö. So unterschiedlich die beiden Häuser, also das MoMA (Kunstmuseum) und das MoMö (Mostereimuseum) von ihrem Tätigkeitsgebiet her auch sein mögen, einen gemeinsamen Nenner haben sie: den Apfel. Das MoMA steht im Big Apple (engl. Grosser Apfel für New York, USA), beim anderen geht es um Äpfel. Und natürlich auch um Birnen. Und anderes Stein- und Kernobst.

80 Wildbienenarten im Garten

Im Oktober 2018 öffnete das «MoMö Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum» in Arbon TG seine Tore und legte einen Blitzstart hin: In den ersten zwölf Monaten verlangten 30 000 Besucherinnen und Besucher Einlass und machten es damit auf Anhieb zum bestbesuchten Museum des Kantons Thurgau. Die Betreiber waren schon fast euphorisiert, freuten sich auf das Jahr 2020, in dem das Familienunternehmen sein 125-jähriges Bestehen feiern wollte. Und dann kam Corona: «Schotten dicht!», hiess es jetzt auch in Mostindien.

«Wir sind ein Kompetenz-Zentrum für Mosterei»

Christoph Möhl

Doch jetzt ist auch das MoMö-Museum wieder offen. Christoph Möhl, einer der drei Repräsentanten der fünften Möhl-Generation, will das Haus nicht als Firmen-Museum verstanden wissen. «Wir sind keine Erlebniswelt, wie sie heute so viele Firmen betreiben, keine Selbstinszenierung mit LEDs und Firmenlogos überall», sagt er, der bei der Mosterei für das Marketing zuständig ist. Vielmehr versteht er das Haus als Kompetenzzentrum für Mosterei und Brennerei. «Klar, die Firmengeschichte kommt in der Ausstellung vor», sagt er, «aber auch die Geschichte der Mosterei allgemein.» Und die Sache mit Adam und Eva und dem Apfel. Und natürlich zentral die Frage, wie der Most entsteht – oder wie man bei Möhl sagt: der «Saft vom Fass». 

Die Antworten geben schematische Darstellungen und Videos, aber auch interaktive Elemente, bei denen sich die Gäste – angesprochen fühlen sich vor allem Kinder – als Moster versuchen können: eine Presse etwa, die den Saft aus dem Obst quetscht, oder eine Pumpe, mit der man den Saft aus dem einen ins andere Fass transportiert. Und dann gibt es da noch das Fotofass, in dem sich die Kinder fotografieren und das entstandene Bild als Etikett auf eine Mostflasche kleben lassen können – und diese dann natürlich stolz nach Hause tragen dürfen.

Für Museumsgroove sorgen schliesslich historische Exponate, die zeigen, wie früher und heute gepresst, destilliert, veredelt und gelagert wird. Eine vollständige Küferwerkstatt etwa oder, am beeindruckendsten, die acht riesigen ovalen Eichenholzfässer, die grössten ihrer Art in der Schweiz, hergestellt aus langsam gewachsenem, zehn Jahre gelagertem feinporigen Eichenholz aus dem Romanshorner Wald.

Doch das MoMö bietet eben noch mehr als die Ausstellung. Eindrücklich ist das Wildbienenparadies im Garten vor dem Museumsgebäude. 2500 Stauden wurden hier gepflanzt und viele verschiedene Habitate eingerichtet. Die Insekten reagierten umgehend: Gegen 80 Wildbienenarten zählte man hier 2020 bereits. Und damit nicht genug. «Noch in diesem Jahr bauen wir zusammen mit Schulklassen im Garten zwei Lebenstürme, in denen verschiedenste Tiere einen Lebensraum finden sollen», erzählt Christoph Möhl: Fledermäuse, Vögel, Insekten. Und ebenfalls für dieses Jahr geplant ist das Pflanzen von rund 1000 Hochstammapfelbäumen französischer und englischer Sorten. Damit will Möhl neue Geschmacksrichtungen ins Saft-Sortiment bringen. Denn: «Schweizer Äpfel sind süss-sauer, die bitter-süssen fehlen», sagt Möhl. Entsprechend schmeckt ein Cider aus England oder Frankreich anders als einer aus der Schweiz. «Diese Lücke versuchen wir zu schliessen.» Dabei werden der Mosterei eine eben erst gekaufte kleine Presse und die kleine Abfüll-anlage (700 Flaschen pro Stunde) gute Dienste leisten: Sie wurden angeschafft, um auch kleine Chargen zu verarbeiten und spezielle Säfte zu produzieren, zum Beispiel sortenreine Cider.

Geniessen als Kunst

Zum Angebot des MoMö Schweizer Mosterei- und Brennereimuseums gehören, so die Zeiten wieder einmal normal werden sollten, auch Aktivitäten aller Art: Mostfeste, Cider- und Schnapps-Tastings, Kindermosten, Workshops mit Ginbrennen, Projektwochen für Schulen usw. Und, klar, ein kleines Restaurant mit lauwarmer Küche hats auch noch. «Das Konsummoment, die Auseinandersetzung mit und der Genuss von Getränken auf Kern- und Steinobstbasis stehen bei uns im Zentrum», sagt Christoph Möhl, der ausgebildete Weintechnologe. Geniessen ist eben auch eine Kunst – womit das MoMö nicht mehr ganz so weit vom MoMA entfernt ist.

Eine Schaukel für Kinder: In welchem Museum gibts das sonst noch?