Käuzchen mit Jö-Effekt | Coopzeitung
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Käuzchen mit Jö-Effekt

So klein und doch so ernst: Der Steinkauz ist der Vogel des Jahres 2021. Der kleinen Eule ging es schon deutlich besser, aber auch schon schlechter.

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01. Februar 2021

Mit seinen grossen Augen – als ob er nie erwachsen würde! – blickt der Steinkauz stets etwas vorwurfsvoll aus seinen Federn. Und man kann ihn verstehen. Der 22 Zentimeter kleine Vogel jagt seine Beute (Mäuse, Insekten, Reptilien, Würmer) typischerweise in strukturreichen, extensiv bewirtschafteten Hochstamm-Obstgärten. In einem Landschaftstyp also, der so gar nicht zur modernen Landwirtschaft passen will. Bird Life hat ihn aus diesem Grund stellvertretend für alle Tierarten zum Vogel des Jahres gekürt, die für ihr Überleben «zwingend eine ökologischere Landwirtschaftspolitik und eine bessere Raumplanung» brauchen.

In den 1950er-Jahren brüteten in der Schweiz geschätzte 800 Paare, am Anfang unseres Jahrhunderts warens noch 50 bis 60. Erst umfassende Förderprojekte stoppten die Talfahrt. Heute gehen hierzulande wieder rund 150 Paare dem Brutgeschäft nach – immerhin: in Genf, im Tessin, in der Ajoie und im Seeland.

Was die Legende besagt

Dem Steinkauz (lat. Athene noctua) verdanken wir übrigens die Redensart «Eulen nach Athen tragen» als Ausdruck für eine sinnlose Tätigkeit. Um 400 v. Chr. zierte er eine Silbermünze Athens (GR), das zu jener Zeit als sehr wohlhabend galt. Noch mehr Münzen in die Stadt zu tragen war also sinnlos.