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Reportage

Berge, Bio, Bier!

Im Kanton Graubünden wächst auf über 1000 Metern biologische Gerste. Sie ist der Rohstoff für die Gran-Alpin-Biere der Brauerei Locher – ein Augenschein auf Europas höchstgelegenen Gerstenfeldern.

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Yannick Andrea
25. Mai 2020
Bio-Bauer Curdin Caduff befreit sein Braugerstenfeld oberhalb Tartar GR  von den Ampfern.

Bio-Bauer Curdin Caduff befreit sein Braugerstenfeld oberhalb Tartar GR von den Ampfern.

Von Chur aus schlängelt sich die Strasse südwestwärts durch das Domleschg und dann etwa 400 Meter in die Höhe, bis man Tartar erreicht. Das kleine, von majestätischen Bergen umgebene Dorf ist seit 2010 Teil der Gemeinde Cazis und hat etwa 160 Einwohner. Hier oben, ab 1000 m ü. M., wächst ein ganz besonderes Getreide, die Gran-Alpin-Gerste. Bio-Bauer Curdin Caduff (30) und Max Bürki (65), Braumeister der Brauerei Locher in Appenzell AI, begutachten gemeinsam den Fortschritt auf den Feldern. «Momentan ist die Gerste in der Wachstumsphase, reif ist sie erst im August», sagt Caduff. Im Mittelland dagegen ist die Gerste bereits Ende Juni zum Ernten bereit. «Letztes Jahr konnten wir ein Feld auf 1300 Metern sogar erst am 27. September mähen», erzählt der Bio-Bauer. Die Natur gibt auf dieser Höhe den Takt noch deutlicher an als unten in der Ebene. Eine stärkere Sonnenein­strahlung, längere Sonnenscheindauer und grosse Temperaturschwankungen geben der Gran-Alpin- Braugerste schliesslich ihren besonderen Charakter. Das weiss auch der Braumeister aus Appenzell: «Diese Berggerste liefert uns das Malz für die beiden Naturaplan-Biere Amber und Perla», so Max Bürki.

«Diese Berggerste liefert uns das Malz für die beiden Naturaplan-Biere Amber und Perla.»

Max Bürki

Als traditionsreiches Familienunternehmen hat die Brauerei Locher mehr als 20 Jahre Erfahrung im Brauen von biologischem Bier. Sie regte 1996 den Wiederanbau von Braugerste in der Schweiz an. Heute sind fünf bis zehn Prozent ihrer Biere biologisch. Dafür kauft sie den Bündner Bauern die Ernte von 50 Feldern ab. Das macht die Appenzeller schweizweit zu den grössten Abnehmern von Gran-Alpin-Gerste. Die daraus gebrauten Biere sind ein Erfolg – 2019 konnte die Brauerei die Produktion von Perla und Amber um 50 Prozent steigern – und Swissness pur. Denn der Hopfen kommt aus dem solothurnischen Wolfwil und ist ebenfalls biologisch angebaut.

Mit der Natur

Für Curdin Caduff ist der Anbau von Gerste aber nur ein Standbein. Der Bio-Bauer, der 2017 den elterlichen Betrieb übernommen hat, ist vielseitig aufgestellt. Er züchtet Black-Angus-Kühe, besitzt 400 Hühner, kultiviert weitere Getreidesorten wie Roggen und Weizen. Caduff ist sehr naturverbunden, was sich auch in seinen Hobbys Jagen und Fischen widerspiegelt. Und darin, dass er seinen Hof biologisch bewirtschaftet.

Nach der Arbeit das Vergnügen! Bio-Bauer Caduff geniesst ein Bier.

Quelle: Schweizer Brauereiverband 2019

Die Zertifizierung mit der Knospe durch Bio Suisse beinhaltet unter anderem den Verzicht auf chemisch-synthetische Herbizide. Deshalb jätet Curdin Caduff seine Felder manuell. Die langen Ampferwurzeln etwa sticht er mit einem speziellen Instrument aus, das tief in die Erde geht. «In den Bergen ist alles ein wenig zeitaufwendiger», sagt er. Die Maschinen sind kleiner, die Pflanzen zäher. Die Braugerste wächst nicht so hoch wie im Tal, die Körner bleiben kleiner. Caduffs Blick schweift über das Gerstenfeld. «Daraus werden etwa achteinhalb Tonnen Gerste», erklärt er, worauf Max Bürki rechnend ergänzt: «Und wir brauen daraus 280 Hektoliter Bio-Bier, also rund 84 000 Flaschen!» 

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