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Bier aus Uster

Familiensache

Seit zweieinhalb Jahren sind Vater, Sohn und Tochter beruflich vereint und machen die Brauerei Uster wieder zum Familienbetrieb. So lässt sich auch das Krisenjahr 2020 besser überstehen, denn drei Monate lang lief die Bierproduktion auf Sparflamme.

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Christoph Kaminski
16. Juli 2020
Die nächste Generation: Stefan Bucher und Daniela Brauchli Bucher wollen die Brauerei Uster als Familienbetrieb weiterführen.

Die nächste Generation: Stefan Bucher und Daniela Brauchli Bucher wollen die Brauerei Uster als Familienbetrieb weiterführen.

Die Brauerei ist aus Uster ZH nicht wegzudenken. Seit 1858 wird auf diesem Areal gebraut, 1897 erhielten die Gebäude ihr heutiges Aussehen. Die Brauerei überstand zwei Weltkriege und einen 33-jährigen Dornröschen­schlaf. Da erstaunt es nicht, dass auch das CoronaVirus die altehrwürdigen Gemäuer nicht ins Wanken bringen konnte. Lustig waren die letzten Monate für die Brauerei Uster dennoch nicht. «Wir haben drei Monate lang fast keinen Umsatz gemacht», sagt Verwaltungsratspräsident Hanspeter Bucher. Da die Brauerei Uster zu 80 Prozent von der Gastronomie lebt, fällt der Verlust während der Lockdown-Zeit entsprechend gross aus.

Doch Hadern ist nicht die Sache von Hanspeter Bucher. Dafür hat der frühere Hürlimann- und Feldschlösschen-Kadermann schon zu viel erlebt. Und mittlerweile kann er auf die tatkräftige Unterstützung aus der eigenen Familie zählen: Seine Kinder Daniela (34) und Stefan (36) sind in den letzten Jahren zum Betrieb gestossen.

Die zwei Quereinsteiger

2012 hauchte Hanspeter Bucher jener Brauerei neues Leben ein, die er 1979 selbst geschlossen hatte. Das Areal in Uster stellt für die Familie aber heimischen Boden dar. «Wir sind auf diesem Gelände praktisch aufgewachsen», erinnert sich Daniela Brauchli Bucher an die Kindheit in der Nachbarschaft an der Brauereistrasse. Seit rund zweieinhalb Jahren kümmert sich die diplomierte Biersommelière um den Verkauf und das Marketing des Biers aus dem Felsenkeller. Nach Jahren in der Telekommunikationsbranche zog es sie zurück zu einem Produkt, «das man anfassen kann». «Ausserdem müssen wir doch dafür sorgen, dass der Familienbetrieb weitergeführt wird», fügt die Mutter eines Sohnes an.

Eine von vielen Tätigkeiten: Stefan Bucher bei der Hopfengabe.

Ihr Bruder ist ihr zwei Jahre voraus – nicht nur in Bezug auf das Alter, sondern auch auf das Engagement in der Brauerei. «Das war so eigentlich gar nicht geplant, aber die Brauerei ist immer grösser geworden», erklärt Stefan Bucher. Der dreifache Familienvater ist ein klassischer Quereinsteiger, ein «Selfmade-Bierbrauer», wie er selbst sagt.

Stillstand ist Rückschritt

Nach einer Lehre in der Autobranche wurde er Logistikleiter beim benachbarten Getränkehandel, der für die Brauerei den ganzen Vertrieb abwickelt. Nach diversen Braukursen in Deutschland ist Stefan Bucher für den gesamten Produktionsablauf des vergorenen Gerstensafts zuständig. Neben dem Brauen, Filtrieren und Abfüllen kümmert er sich auch um die Bestellung der Rohstoffe. «Im Sommer produziere ich mehr, im Winter fällt mehr Büroarbeit an. Mir tut die Abwechslung gut», sagt Bucher.

Für das Krisenjahr 2020 rechnen die Buchers mit 25 Prozent Umsatzverlust. Nichtsdestotrotz passen sie Technik und Sortiment laufend den neuen Bedürfnissen an. «Bereits im Herbst ist mit einigen Neuerungen zu rechnen», sagt Daniela Brauchli Bucher. Die Zukunft des Familienbetriebs ist aufgegleist.

Erhältlich in ausgewählten Coop-Supermärkten: «Usterbräu Original» für Fr. 12.50/6 × 33 cl und «Züri-Hell» für Fr. 12.30/6 × 33 cl oder Fr. 11.95/ 6 × 50 cl. Diverse Biere gibt es derzeit zu Aktionspreisen.