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Reportage

Ganz schön clever

Bei Betty Bossi entwickeln schlaue Köpfe praktische Küchenhelfer. Einfach ist das nicht, wie die Entwicklung einer neuen Raffel für Kartoffeln zeigt.

FOTOS
Christoph Kaminski
06. Januar 2020

So muss es gehen: Thomas Kennel und Ursina Schärer besprechen die Details bei der Entwicklung der neuen Raffel (oben links). Mit der fertigen Raffel lassen sich die Kartoffeln kinderleicht in passende Späne für eine perfekte Rösti raffeln.

Wettbewerb

Kartoffel-Raffel zu gewinnen

Wir verlosen 20 Exemplare der praktischen Kartoffel-Raffel «Clever» von Betty Bossi.

Kennen Sie Q, den freundlichen älteren Herrn, den begnadeten Tüftler, der James Bond mit den abenteuerlichsten technischen Gimmicks ausstattet, damit er die Schurken dieser Welt zur Strecke bringt? Wenn Sie denken, so etwas gäbe es nur im Film, dann kennen Sie Betty Bossi nicht! Oder genauer gesagt: die Abteilung «Innovation» von Betty Bossi.

Im Gegensatz zum Film hat Q bei Betty Bossi aber einen Namen: Thomas Kennel. Der 59-Jährige ist Industriedesigner und fungiert bei Betty Bossi als technischer Produktmanager. Zusammen mit einem Team von zwölf Personen entwickelt er praktische Küchenhelfer, vom Ausstechförmli bis zur Heissluftfritteuse. «An guten Einfällen mangelt es uns nie. Wir verfolgen pro Jahr etwa 4000 Ideen», erklärt er. Davon schaffen es dann 100 bis 120 auf den Markt.

«An guten Einfällen mangelt es uns nie. Wir verfolgen pro Jahr etwa 4000 Ideen»

 

Im Moment steht die Kartoffel-Raffel «Clever» in den Startlöchern. An ihr hat Thomas Kennel zusammen mit Ursina Schärer ganz schön getüftelt. Die 34-jährige Köchin steht bei Betty Bossi in der Versuchsküche und testet Neuheiten auf Herz und Nieren. Schliesslich steht Betty Bossi für Qualität und sicheres Gelingen, nicht nur bei den Rezepten, sondern auch bei den eigenen Küchenhelfern. Und da Ursina Schärer gerne werkelt und «immer offen für Neues ist», wie sie sagt, konnte sie es nicht lassen, die im September 2018 eingeführte Apfel-Raffel mit allerlei anderen Rohstoffen zu «füttern». «Ich dachte, wenn das mit Äpfeln funktioniert, muss es doch auch mit anderen Früchten und Gemüsen klappen», sagt sie.

Ein Apfel ist keine Kartoffel

Und tatsächlich: Am besten ging es mit Kartoffeln. Schliesslich brauchts für eine währschafte Rösti ja auch entsprechende Späne. Und diese in einem praktischen Gerät schnell und unkompliziert herstellen zu können, ohne sich die Fingerkuppen an der Rösti-Raffel zu malträtieren, wäre eine tolle Sache. Nur dass eben ein Apfel doch keine Kartoffel ist, wie Ursina Schärer erklärt: «Das Tolle an der Apfel-Raffel ist ja, dass das Kerngehäuse ausgespart wird.» Aber da Kerngehäuse bei Kartoffeln eher eine seltene Angelegenheit sind, ging es natürlich nicht lange, bis die junge Frau Thomas Kennel auf ihre Experimente ansprach. Und da gute Ideen immer gefragt sind, waren die beiden sich schnell einig: So eine Raffel muss es bei Betty Bossi auch für Kartoffeln geben, schliesslich gehört die Rösti zum kulinarischen Erbe der Schweiz.

Mit der fertigen Raffel lassen sich die Kartoffeln kinderleicht in passende Späne für eine perfekte Rösti raffeln.

Und zur perfekten Rösti passt natürlich ein unverwechselbares Zürcher Geschnetzeltes.

Gesagt, getan. Schärer und Kennel steckten die Köpfe zusammen. Schon bald existierten Zeichnungen und Kennel fütterte den 3-D-Drucker mit den Infos, um einen ersten Prototypen herzustellen. So weit, so gut, aber wie so oft liegt der Teufel im Detail. Denn natürlich ist so ein Kartoffelspan nicht einfach ein Kartoffelspan. «Seine ideale Grösse mussten wir exakt austüfteln, damit die Rösti optimal wird», erklärt die Testköchin. «Wir brauchten dazu mindestens 100 Kilo Kartoffeln.» Die Spangrösse deckt sich übrigens ziemlich genau mit jener der klassischen Schweizer Rösti-Raffel. «Dafür haben wir mindestens zwanzig verschiedene Prototypen gebaut!», wirft Thomas Kennel ein. Was aber nicht weiter verwundert, denn schliesslich gleicht keine Kartoffel der anderen und die Raffel muss bei jeder funktionieren. Einzige Bedingung: Die Kartoffel muss roh sein. Das sorgt für eine luftige und knusprige Rösti; das aufwendige Vorkochen kann man sich getrost schenken.

«Für uns ist es immer sehr aufschlussreich zu sehen, was unsere Testpersonen zur Produktidee sagen und wie sie das Gerät dann benützen.»

 

Betty Bossi wäre nicht Betty Bossi, würden die Geräte nicht während des gesamten Entwicklungsprozesses von potenziellen Kunden getestet. Ursina Schärer dazu: «Für uns ist es immer sehr aufschlussreich zu sehen, was unsere Testpersonen zur Produktidee sagen und wie sie das Gerät dann benützen.» Auch wenn Ursina Schärer für die Raffel die mehligkochenden Kartoffeln der roten Kartoffellinie empfiehlt, bleibt es am Ende Geschmackssache, mit welchen Kartoffeln die Raffel verwendet wird. Für die beiden Tüftler hat sie die Feuerprobe mit Bravour bestanden. Sie studieren längst am nächsten cleveren Küchenhelfer herum.