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Hinter den Kulissen

Im Dienste des Tierwohls

Seit 15 Jahren setzt sich Citterio für das Wohl der Tiere in ihren Produktionsstätten ein. Damit hat das italienische Familienunternehmen einen Weg eingeschlagen, der seinen ethischen Werten entspricht. Und diesen Weg schätzen immer mehr Konsumenten – vor allem in der Schweiz.

16. November 2020
In den Betrieben von Citterio haben die Schweine jede Menge Platz, und sie finden viel Material zum Spielen.

In den Betrieben von Citterio haben die Schweine jede Menge Platz, und sie finden viel Material zum Spielen.

Ein Ferkel wackelt durchs Stroh zu einer Infrarotlampe, um sich aufzuwärmen. Seine neugierigen Geschwister folgen ihm sofort. Nach einer Weile hat eines der Kleinen genug vom Herumdösen und kehrt hungrig zur Mutter zurück. Die anderen folgen ihm, kauern sich zusammen, kämpfen um den besten Platz, um an Milch zu kommen. Das aufgeregte Balgen sieht auf den ersten Blick etwas gefährlich aus – ist aber ein Zeichen von Natürlichkeit und Vitalität. Den Schweinchen geht es offenbar gut.

«Citterio hat in der Schweiz immer die Produkte mit der besten Qualität angeboten – und wir wissen, dass gerade diese Qualität besonders geschätzt wird.»

Guido Bianco

Die Ställe, die Citterio extra für Muttersäue und ihre Jungen gebaut hat, befinden sich in Asola in der Lombardei (I). Sie wurden im Hinblick auf das Wohl der Tiere konzipiert – auch, weil vor allem den Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz dieses Thema am Herzen liegt. «Wir haben die Anlagen zuerst für den Schweizer Markt geschaffen», erklärt Guido Bianco, Gesundheitsdirektor des Mailänder Unternehmens. Die Bedeutung des Tierwohls hat Citterio schon vor 15 Jahren erkannt – heute ist dies sogar eine wichtige Grundlage, mit der das italienische Unternehmen mit seiner über 140-jährigen Tradition in eine nachhaltigere Zukunft gehen möchte. «Wir sind die Ersten, die gemeinsam mit unseren Kunden sicherstellen wollen, dass die Tiere für unsere Produkte glücklich aufwachsen dürfen», ergänzt der 61-Jährige, der seit über 33 Jahren als Betriebstierarzt tätig ist.

So tragen heute alle Citterio-Wurstwaren vom Schwein, die in der Schweiz verkauft werden, das strenge Label «Animal Welfare». Unabhängige und externe Stellen zertifizieren dabei den Produktionsprozess – dieser wird auch vom Unternehmen ständig überwacht.

Viel mehr Platz für die Tiere

Einer der grossen Unterschiede im Vergleich mit regulären Zuchtbetrieben ist der Platz, den die Tiere zur Verfügung haben: Statt der üblichen zwei Quadratmeter in herkömmlichen Betrieben darf sich jedes Muttertier bei Citterio auf sieben Quadratmetern austoben.

Um den Schweinen ein möglichst schönes Leben zu bieten, hat man sich bei Citterio ausserdem für eine Tierhaltung entschieden, wie sie früher gang und gäbe war. Zum Beispiel wird in den Ställen Stroh als Unterlage verwendet. «Aus vermeintlichen Effizienzgründen verzichtete man jahrelang auf Stroh», sagt Bianco. «Gitterböden waren das Mass aller Dinge, weil sie leichter zu reinigen sind.» Doch Stroh sei eine mindestens genauso saubere Sache – zudem würden die Schweine die weiche Unterlage schätzen. «Weil sie sich auf Stroh natürlicher bewegen, ist dies nicht nur für die Tiere angenehmer», so der erfahrene Veterinär. «Diese Massnahme verbessert auch die Qualität des Produkts.»

«Die Tierwohl-Massnahmen verbessern auch die Qualität des Produkts.»

Guido Bianco

Die Erkenntnisse über eine ideale Tierhaltung hat Citterio auch anderswo umgesetzt. «Während der Trächtigkeitsphase sorgt ein automatisches Fütterungssystem dafür, dass jedes Schwein die Menge an Nährstoffen erhält, die es braucht», erklärt Bianco. Auch hat das Unternehmen die kahlen und lieblosen Ställe abgeschafft, in denen zum Beispiel Ferkel keine Spielmöglichkeiten fanden. «Hier haben wir eine neue Umgebung geschaffen: Hinter Holzscheiten können nun die Kleinen Verstecken spielen», sagt der Experte. «Und sie lieben es, aus gepressten Strohballen, die wir in die Ställe legen, einzelne Halme herauszuzupfen und mit ihnen zu spielen.» Im Gegensatz zu konventionellen Betrieben dürfen sie auf Citterio-Bauernhöfen auch ihre Ringelschwänzchen behalten. Der Weg zu noch tierfreundlicheren Betrieben ist aber noch nicht zu Ende. «Wir wollen etwa Sprühanlagen einbauen, unter denen sich die Tiere im Sommer nach Lust und Laune erfrischen können.» Insgesamt fühlen sich die Tiere in ihrer grosszügigeren Umgebung viel wohler – und sie entwickeln sich gesünder. So brauchen sie weitgehend keine Medikamente mehr. Mit all diesen Massnahmen nimmt Citterio eine Vorreiterrolle in Italien ein. «Wir würden es begrüssen, wenn sich andere Betriebe an unserer Tierhaltung orientieren», sagt Bianco. «Wie wir werden sie feststellen, dass es sich auf die Qualität der Produkte positiv auswirkt, wenn es den Tieren gut geht.» 

Mehr zum Engagement von Citterio für das tierische Wohlbefinden unter: citterio.com/de/wohl-der-tiere

Der Mann fürs Tierwohl

Guido Bianco (61), Veterinär und bei Citterio verantwortlich fürs Tierwohl.