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Im Land der süssen Ananas

Die Dosen-Ananas von Coop schmecken gut und werden auch unter besonders guten Bedingungen für Mensch und Natur produziert. Ein Besuch vor Ort.

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Remo Nägeli
03. Februar 2020
Ernte in der indonesischen Provinz Lampung: Von hier kommen die Ananas in der Dose von Coop.

Ernte in der indonesischen Provinz Lampung: Von hier kommen die Ananas in der Dose von Coop.

Ananas. Ananas, so weit das Auge reicht. Hier im indonesischen Lampung, einer Provinz an der Südspitze Sumatras, ist die Ananas die unangefochtene Königin der Früchte. Auf über 300 Quadratkilometern, das entspricht etwa zweimal der Grösse des Fürstentums Liechtenstein, wird die Cayenne-Ananas, eine besonders süsse Sorte, angebaut. Von hier kommen die Früchte also her, die bei Coop in der Dose verkauft und dann im Fruchtsalat, auf der Pizza, auf dem Raclette oder direkt im Mund landen. Tatsächlich gehört die Ananas zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt: Seit über 4000 Jahren wird sie angebaut und wegen ihrer Süsse und den wertvollen Enzymen, Vitaminen und Mineralstoffen geschätzt. Auf die Idee, dass man Ananas durch Einlegen haltbar machen kann, kam man bereits 1857 auf den Bahamas. Das Prinzip ist bis heute das gleiche geblieben: Die Früchte werden gewaschen, geschnitten und zur Pasteurisierung kurz auf über 80 Grad erhitzt, bevor sie ohne weitere Zusatzstoffe hermetisch in Dosen verschlossen werden. Eine ebenso simple wie geniale Verarbeitungsmethode.

Einzigartig sind die Dimensionen der Ananas-Produktion bei «Great Giant Foods» auf Sumatra: Über 18 000 Angestellte arbeiten im Unternehmen, von dem Coop die Ananas in der Dose bezieht. Bis zu 2000 Tonnen Früchte – das entspricht etwa dem fünffachen Gewicht eines Jumbo-Jets – werden hier geerntet. Pro Tag!

Produzent mit Verantwortung

Wert wird im Unternehmen aber nicht nur auf die einwandfreie Qualität der Früchte gelegt, sondern auch auf das Wohl der Arbeitnehmer. Keine Selbstverständlichkeit in einer der ärmsten Provinzen Indonesiens, in der fast die Hälfte der Bevölkerung in Armut lebt. Wer bei «Great Giant Foods» arbeitet, hat Glück: Das Unternehmen unterhält ein eigenes Dorf mit einem kleinen Spital, einem Zahnarzt, Schulen, einem Kino, Restaurants und sogar einer Moschee, einer Kirche und einem Hindutempel. Gut ein Drittel der Belegschaft wohnt hier in modernen, sauberen, sicheren und vor allem bezahlbaren Häusern. «Viele unserer Mitarbeiter bleiben ein ganzes Arbeitsleben bei uns», erzählt «Great Giant Foods»-Chef Harold Koh (54). «Davon profitieren schlussendlich beide Seiten.»

Philipp Wyss, Andrea Kramer und Peter Hauser (v. l.) verkosten vor Ort eine reife Ananas.

Die Kultfrucht aus der Dose: Ananas aus Indonesien für Coop.

Die pasteurisierten Früchte werden sorgfältig in die Dosen gelegt.

Augenschein vor Ort

Davon, dass es sich beim Engagement nicht bloss um Lippenbekenntnisse handelt, überzeugt sich Coop immer wieder selber vor Ort: Heute stehen Philipp Wyss (53), Leiter Direktion Marketing/Beschaffung, Andrea Kramer (50), Verantwortliche für die Beschaffung bei Coop, und Peter Hauser (61) von Euro- group, einer Tochtergesellschaft von Coop mit Sitz in Hongkong, mitten auf der riesigen Plantage in Lampung. «Nur wenn wir selber vor Ort gehen, sehen unsere Partner, dass wir es ernst meinen», erklärt Philipp Wyss, während er mit Arbeitern bei der Ernte spricht. 18 Monate reifen die Ananas hier an der Staude, bevor sie verarbeitet werden. «Die Qualität der Früchte ist hervorragend und entspricht genau unseren Vorstellungen», konstatiert Andrea Kramer bei einer Degustation auf dem Feld. Wegweisend ist der Coop-Partner «Great Giant Foods» auch bei der Verarbeitung der Früchte nach der Ernte: Die Strünke und Schalen der Ananas landen nicht etwa im Müll, sondern in den Futtertrögen der hauseigenen Rinder, die wiederum den Dung für die Ananas-Felder liefern. Ein stetiger, nachhaltiger Kreislauf.

Zur Mittagszeit herrscht nicht nur auf den Feldern, sondern auch in der firmeneigenen Kantine Hochbetrieb: Nach dem Schichtwechsel verpflegen sich hier viele Angestellte. Angeboten werden traditionelle Reisgerichte mit Fisch und Fleisch. Nur eines sucht man hier vergebens: Ananas. Davon haben die Arbeiter wohl genug gesehen.