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Bier aus Baden

Vom Ball zum Bier

Im Gegensatz zu den vielen Autodidakten in der Szene, wählte Matthias Herdegen mit einer Brauerlehre den klassischen Berufseinstieg. Heute braut der Fussballfan beim Traditionsunternehmen Müllerbräu in Baden das Bier und setzt dabei auf Qualität.

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Christoph Kaminski
20. Juli 2020
Für Matthias Herdegen war schon in jungen Jahren klar, dass er das Brauhandwerk erlernen will.

Für Matthias Herdegen war schon in jungen Jahren klar, dass er das Brauhandwerk erlernen will.

Für Matthias Herdegen (55), Braumeister und Technischer Leiter bei Müllerbräu in Baden AG, gilt: «Bier und Fussball gehören zusammen.» In seiner Jugend kickte er passioniert in einem bayrischen Provinzverein in der Nähe von Nürnberg (D), wo er aufwuchs. «Nach einem Spiel gab es zur Belohnung ein stark verdünntes Panaché. Im Seniorenbereich trank man nach einem Spiel als isotonische Stärkung natürlich ein richtiges Bier.» Nach dem Abitur war für ihn klar, dass er lieber den praktischen Weg einschlägt, als zu studieren. «Bier ist in Bayern ein Stück Kultur und gehört zum Lebensgefühl dazu.» Und da er in den Ferien bereits in einer Brauerei gejobbt hatte, war ihm das Feld vertraut – er entschied sich für die Brauerlehre. Es folgte der Abschluss als Braumeister und Brautechniker am Technikum in München (D).

Vor 25 Jahren trat er die erste Braumeisterstelle in der Schweiz an; bis heute ist er zufrieden mit seiner Berufswahl. Dabei war ihm stets wichtig, in kleinen, lokalen Brauereien zu arbeiten. «Da bleibt der Bezug zur Produktion und zum Endergebnis bestehen. Denn auch wenn uns die Technik heute unterstützt: Bierbrauen ist und bleibt ein Handwerk.» Das ist nicht das Einzige, was Herdegen an seinem Beruf so schätzt. «Brauen ist keine One-Man-Show.» Im Gegenteil: Teamarbeit ist gefragt. Die Zusammenarbeit der Produktion mit der Lagerung und Logistik sowie dem Verkauf bringt Abwechslung in seinen Alltag.

Die Qualität des Biers beginnt bei den Rohstoffen. 

Diese werden bei der sogenannten Handbonitierung per Geruchsprobe überprüft.

Seit acht Jahren braut er nun das Bier des Traditionsunternehmens Müllerbräu, mit einer Jahresproduktion von rund 30 000 Hektolitern. Dabei setzt er auf höchste Qualität: «Wir geben unserem Bier viel Zeit für die Gärung und Reifung.» Gerste und Malz stammen aus der Schweiz und aus Deutschland und müssen Qualitätsstandards erfüllen. Besonders speziell ist aber das Wasser: Als der Gründer Hans Müller (1868–1953) vor über 120 Jahren eine hiesige Brauerei übernahm, erwarb er eine Quelle im nahegelegenen Weiler Münzlishausen. Mittlerweile gehört Münzlishausen zur Stadt Baden, und die einst von Wiesen umgebene Brauerei steht mitten in einem Quartier. Das Bier braut Müllerbräu aber noch heute mit eigenem Quellwasser, ganz exklusiv.

Fünf ihrer zwölf Biersorten sind bei Coop erhältlich: das Lager, das Zwickel, das Urweizen und zwei Craft-Biere. Das Pale Ale, eines der beiden Craft-Biere, wurde letztes Jahr mit dem «Swiss Beer Award» prämiert und gehört zu Herdegens Favoriten. «Das gönne ich mir gerne als Feierabendbier, denn während der Arbeit gilt ein striktes Alkoholverbot. Natürlich mit einer Ausnahme – wenn wir zur Qualitätskontrolle degustieren.» 

Erhältlich in ausgewählten Coop-Supermärkten: «Müllerbräu Bier Lager», 10 × 33 cl für Fr. 10.50, «Müllerbräu Bier Zwickel», 6 × 33 cl für Fr. 8.20, «Müllerbräu Bier Pale Ale», 6 × 33 cl für Fr. 11.95. Diverse Biere gibt es derzeit zu Aktionspreisen.