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Reportage

Spritziger Speisebegleiter

Er ist das bestgehütete Geheimnis unter den Essensbegleitern: Champagner! Wir präsentieren zehn verblüffende Paarungen, die den edlen Schäumer in ein ganz neues Licht rücken.

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ALAMY
20. April 2020
Frische Erdbeeren und Champagner; das ist gelebte Sinnlichkeit, gepaart mit höchstem Genuss.

Frische Erdbeeren und Champagner; das ist gelebte Sinnlichkeit, gepaart mit höchstem Genuss.

Champagner gilt als eines der edelsten Getränke – und gleichzeitig wird er so dermassen unterschätzt! Warum, fragen Sie? Nun, wann servieren wir typischerweise Champagner: zum Apéro. An Silvester. Zum Geburtstag. Doch wenn es zu Tisch geht, lassen wir ihn schnöde links liegen. Völlig zu Unrecht. Champagner gehört zu den spannendsten, vielseitigsten Speisebegleitern, die es überhaupt gibt. Durch die doppelte Gärung gewinnt er eine fantastische Komplexität, und mit seiner lebhaften Art und feinen Textur kann er eine ganze Mahlzeit begleiten, ohne dass es je langweilig wird. Hier der Beweis.


Erdbeeren

Erdbeeren und Champagner: ein Klischee direkt aus «Pretty Woman» – aber hey, es stimmt! Rote Früchte und dazu ein zarter Schäumer, das ergibt tatsächlich eine Liebesehe. Probieren Sie es mit einem Rosé-Champagner, gerne auch halbtrocken. 

Knuspriges Poulet

Stellen Sie sich zum Biss in einen krachend knusprigen, vor Saft und Fett glänzenden, gut gewürzten Pouletschenkel einen Schluck prickelnden, vollmundigen Champagner vor – braucht das noch Erklärung? Eben. Ideal ist ein Jahrgangschampagner, also ein bereits gereiftes Exemplar aus einem Topjahr. Für die Ungenierten unter uns: klappt auch wunderbar mit Chicken-Wings oder Nuggets.

Tofu

Noch so eine Paarung, auf die man spontan nicht unbedingt kommt. Aber sie funktioniert! Vor allem zu cremigem Seidentofu oder panierten und kross ausgebackenen Tofu-Häppchen kommt ein frischer, spritziger Champagner wie gerufen. Wenn dann noch Zitronengras im Spiel ist ... Ein Gedicht.

Reifer Parmesan

Warum macht reifer Parmesan (oder Sbrinz oder Gruyère) so süchtig? Sein Geheimnis heisst Umami, die fünfte Geschmacksrichtung, die man auf Deutsch am besten mit «schmackhaft» oder «würzig» übersetzt. Und wissen Sie was? Genau dasselbe haben reife Jahrgangschampagner. Was das zusammen ergibt? Eine Geschmacksexplosion.

Hotdogs

Merken Sie sich: Wo typischerweise ein Bier passt, passt in der Regel auch Champagner. Glauben Sie nicht? Schmeissen Sie einfach mal eine Hotdog-Party und öffnen Sie ein paar Fläschchen dazu. Sie werden staunen – und Ihre Gäste auch.

Pata-Negra-Schinken

Warum ausgerechnet Pata Negra? Weil dieser üppig marmorierte spanische Edelschinken – er stammt von iberischen Schweinen, die sich an Eicheln sattfressen – eine charakteristisch süssliche Note besitzt. Dazu passt hervorragend ein Champagner mit etwas Dosage, also einem kleinen Zuckeranteil. Das trifft auf die meisten Markenchampagner zu. Eine, pardon, schweinische Kombi!

Eierspeisen

Hallo, Eggs Benedict! Gegen gaumenumarmende Eierspeisen wie Omelette, Ei im Glas oder eben den Klassiker aus pochiertem Ei mit einem Hollandaise-Deckchen kommt kaum ein Wein an – ausser, er heisst Champagner. Mit seiner spritzigen Power putzt er den Gaumen frei und macht den Brunch zum Fest. Und zwar auch nach Ostern! Wählen Sie einen Blanc de Blancs, also ein besonders frisches Exemplar aus purem Chardonnay.   

Pilze

Die erdigen Noten von Pilzen finden sich in vielen Champagnern wieder. Kein Wunder, vertragen sich die beiden so gut. Plus: Wenn Sie Pilze in Rahmsauce oder im Risotto mögen, werden Sie gleich doppelt Freude haben. Denn zu cremigen Texturen läuft Champagner zu Hochform auf.

Frittiertes

Unverhofft kommt oft. Zum Beispiel Champagner und Frittiertes: Der Schlüssel zu dieser Paarung heisst «Röstnoten». Diese findet man im Champagner, weshalb er frittierte Häppchen wie Tempura, also kross ausgebackenes Gemüse im Teig, oder Fischknusperli perfekt begleitet. Lassen Sie es knistern. 

Meeresfrüchte

Hätten Sie es gewusst? Vor 100 Millionen Jahren war die Champagne ein Meer, die fossilen Überreste bilden heute den Kreideboden, der diese französische Region und ihre Weine so einzigartig macht. Das wirkt nach, und zwar nicht zu knapp. Denn tatsächlich zeigen viele Champagner eine gewisse Salzigkeit am Gaumen – zu feinen Meeresfrüchten wie Hummer, Languste oder Jakobsmuscheln ein Traum. Ein lebhafter, feingewobener Blanc de Blancs passt besonders gut.