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Titelgeschichte

4:0 für die Schweizer Nati!

Die Fussball-EM ist in vollem Gang. Für das kulinarische Wohlergehen daheim vor den Bildschirmen grillieren vier «Spieler» der Schweizer Koch-Nationalmannschaft Gerichte aus Ländern, die mit der Schweiz ums Weiterkommen ringen. 

FOTOS
Heiner H. Schmitt
11. Juni 2021
Jetzt wirds heiss! Manuel Zünd, Pietro Leanza, Christian Oliveira und Michael Schneider (v. l.), Teil der Schweizer Koch-Nationalmannschaft, haben ihren Grill für kulinarische Fussballabende eingeheizt.

Jetzt wirds heiss! Manuel Zünd, Pietro Leanza, Christian Oliveira und Michael Schneider (v. l.), Teil der Schweizer Koch-Nationalmannschaft, haben ihren Grill für kulinarische Fussballabende eingeheizt.

Koch-Nati kocht für Fussball-Nati: Wie alle im Land drücken auch die Köche der Schweizer Nationalmannschaft Shaqiri, Zuber, Embolo und Co. die Daumen. Auf dass die Kicker den Schweizerinnen und Schweizern viele spannende Spiele bescheren. 

Damit diese daheim vor dem TV nicht nur sportlich, sondern auch kulinarisch ein Hochgenuss werden, haben die vier fussballbegeisterten Köche feine Grill-Rezepte mit möglichst wenig Zutaten kreiert. Das Besondere: Jedes der vier Gerichte hat einen Bezug zu einem Land, dessen Equipe in der Gruppe A ums Weiterkommen kämpft. Die jungen Köche haben sich auf dem Fussballplatz des Stadtzürcher FC Witikon getroffen, die Grills schon mal kräftig vorgeglüht und ihre Kreationen getestet. 

 

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Was der Fussball-Nati übrigens noch nicht ganz gelungen ist, haben ihre kochenden «Kollegen» längst erreicht: Mit unzähligen Spitzenplätzen bei den vergangenen Welt- und Europameisterschaften sowie Koch-Olympiaden haben sie sich einen Stammplatz unter den Top 5 der weltweit besten Nationalteams erkämpft. Ihr Geheimnis: Ein exzellent eingespieltes Team, das auch neben dem Kochtraining in Sursee LU ab und an Zeit miteinander verbringt. Und dabei wird übrigens gerne mal gemeinsam «tschuttet».

Jetzt wird aber grilliert – alle Rezepte der jungen Spitzenköche sind dringend zum Nachmachen empfohlen!

Zwei Herzen in der Brust

In Christian Oliveira schlagen zwei Herzen: eines für die Schweizer Nati, das andere für Portugal – schliesslich sind seine Eltern vor 35 Jahren in die Schweiz, nach Münsingen BE, eingewandert. «Ich bin natürlich Fan von beiden Mannschaften», sagt der 27-Jährige. «Wenn die Schweiz gegen ­Portugal spielen müsste, käme ich allerdings in Schwierigkeiten.» 

Mit sieben läuft der kleine Christian für die F-Junioren des FC Münsingen auf. «Ich habe es schliesslich bis in die vierte Liga geschafft», erzählt er stolz. Mit 15 Jahren beginnt er eine Kochlehre in einem Altersheim. «Mit den geregelten Arbeitszeiten war es kein Problem, am Abend auf dem Fussballplatz zu stehen», so Oliveira. «Ich wollte aber nach der Lehre in ein À-la-carte-­Restaurant wechseln.» 

Nach Stationen in renommierten Restaurants drückt Christian Oliveira jetzt noch einmal die Schulbank und absolviert die Hotelfachschule in Thun BE. Sein Traum ist eine eigene Bar, in der er seine Gäste mit coolen Drinks und den passenden kulinarischen Häppchen verwöhnen möchte.

Oliveira hat sich für ein zackig grilliertes Gericht mit Schweiz-Bezug entschieden: Lachsforelle aus der Region mit einem lau-warmen Tomatensalat an einer Basilikum-Zitronensalsa.

 

 

Der achtsame Wilde

Es spielt in einer eigenen Liga: das Bürgenstock Resort, hoch über dem Vierwaldstättersee thronend, mit seinen sieben Restaurants und einem Reha-Zentrum. Hier ist seit vier Jahren die Wirkungsstätte von Manuel Zünd (32), dem achtsamen Wilden. Der Diätkoch begann 2017 im Reha-Zentrum und wechselte vor zwei Jahren als Küchenchef zum Oak Grill (14 Gault-Millau-Punkte).
Geboren ist Zünd in Meiringen BE, aufgewachsen bei Thun BE. «Darum hege ich eine gewisse Zuneigung für den FC Thun», witzelt Zünd. In die Sterneküche ist er «reingerutscht». «Ich wollte etwas Kreatives tun und absolvierte die Lehre im ‹Viktoria Jungfrau› in Interlaken. 
Grillieren ist mein tägliches Geschäft. Die Produkte dafür beziehe ich möglichst regional und ich will alle Teile eines Tieres verwerten.»
Das Thema Fussball erinnert den Spitzenkoch an all seine Knochenbrüche, die er im Kindesalter als Goalie erlitten hat. «Wenn ich heute mit meinen Koch-Kumpels Fussball spiele, fällt mir auf, dass ich diesen Jungen nicht hinterher mag», lacht Zünd. So bleibt er dem  Goalie-Posten treu.

 

 

Der Fussballer vom Zürisee

Für Michael Schneider ist sofort klar, dass er etwas mit Bezug zur Türkei, einem Gruppengegner der Schweiz, grillieren möchte. «Ich mag die dortige Küche sehr und einer meiner besten Freunde arbeitet in einem türkischen Restaurant», sagt der 31-Jährige. Er backt ein Pide, ein Fladenbrot, und belegt dieses mit grillierter Aubergine und frischem Kräuterjogurt. 

Der Koch hat beim FC Witikon als Kind vier Jahre trainiert. Neben Fussball ist das Kochen die grösste Leidenschaft von Michael Schneider. «Mein Vater ist Koch, meine Mutter Konditorin.» Als Kind darf er in der Restaurantküche mit Hummer und Co. hantieren. «Da war der Weg zu einer professionellen Karriere nicht weit.» Heute ist Schneider Küchenchef im Restaurant Krone in Altstetten ZH. Und da wird grilliert, was die Glut hergibt. «Wir probieren immer Neues aus – wir räuchern Mozzarella, grillieren Brennnesseln für eine Avocadocreme, garen grosse ­Stücke Fleisch bei kleinen Temperaturen und vieles mehr.»

 

 

Verliebt in die neue Heimat

Bis vor Kurzem schienen die Brüder beruflich noch unzertrennlich: die Kochausnahmetalente Nicola (29) und Pietro Leanza (28). Seit vier Jahren sorgen die beiden, Nicola als Küchenchef und Pietro als zweiter Küchenchef sowie Pâtissier, für hochstehende Abwechslung im Gault-Millau-Lokal Seven in Ascona TI. Doch jetzt hat für den jüngeren Leanza ein neues Kapitel begonnen. «Seit einem Monat bin ich Chef-Pâtissier im Hotel Eden Roc, vornehmlich für das Restaurant La Brezza mit einem Michelin-Stern», erzählt Pietro begeistert. 

Konditor, das wollte Pietro Leanza seit frühen Teenagertagen werden. Nach seiner Konditorausbildung in Sizilien bot Martin Dalsass vom berühmten Hotel/Restaurant Talvo in St. Moritz GR dem angehenden Feinbäcker die Chance auf höchstem Niveau einzusteigen. «Der Beginn meiner Karriere liegt in der Schweiz und hier will ich bleiben», erklärt Pietro Leanza entschlossen. Denn er hat sich verliebt. In «das schönste Fleckchen Erde der Welt»: Ascona. 

Für sein italienisch inspiriertes Grill-Dessert wollte Leanza saisonale und regionale Produkte aus dem Tessin verwenden. So entstand die Idee der grillierten Nektarinen mit Amaretti-Crumble.