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Das sind die Weintrends 2021

Wir schauen tief ins Glas und verraten Ihnen, was das neue Jahr in Sachen Wein verspricht. Von A wie Alkoholfrei bis Z wie Zoom-Degustation: Hier kommen die heissesten Trends.

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Heiner H. Schmitt
04. Januar 2021

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Ein Glück, dass es Wein gibt! Er lässt uns reisen, entdecken, teilen und manchmal auch vergessen. Welches andere Getränk kann das schon? Darum: Starten Sie trotz – nein: gerade wegen! – aller Widrigkeiten mit Genuss ins neue Jahr. Wir freuen uns, Ihnen Inspiration zu liefern.

Drink at home

Im surrealen Jahr 2020 hat sich so ziemlich alles nach Hause verlagert: Arbeiten und Shoppen (danke, Internet!), feines Essen (hallo, Küchenexzesse!) und auch das Weintrinken. Die Händler wussten sich anzupassen: Blitzlieferung, geschenkte Portokosten, spannende Entdeckungspäckli – wir konnten zwar nicht reisen, aber unser Weinhorizont ist dadurch nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Sogar der Winzer kommt neu auf Instagram oder Facebook per Livestream direkt zu uns ins Haus. Das sind Trends, die auch nach der ersehnten Rückkehr zur Normalität gerne bleiben dürfen.

Alkoholfrei, bitte

Hand aufs Herz, hat sich bei Ihnen die Apéro-Stunde während der Stay-at-Home-Zeit auch ein bisschen nach vorne verlagert? Kein Drama, doch wenn man am nächsten Morgen frisch sein will fürs Homeoffice, gilt es, Alternativen zu Bier und Wein zu finden. Und so boomen zurzeit alkoholfreie Drinks: Wein mit null Prozent wie etwa der Natureo des spanischen Weinpioniers Miguel Torres, hausgemachte Shrubs, also Drinks auf Basis von essigmazerierten Früchten, alkoholfreie Aperitifs wie der Kräuterbitter Crodino, Kombucha, herber Eistee... Nüchtern, aber nicht ernüchternd.

Die Schweiz hat den vierthöchsten Weinkonsum der Welt: 33,4 Liter, also rund  44 Flaschen, pro Kopf und Jahr.

 

Lass es prickeln

Der Schaumweinmarkt wächst ungebremst. Im Aufwind sind vor allem Nicht-Champagner wie Prosecco, Franciacorta und Cava sowie heimische Winzersekte, von denen auch die Schweiz einige vorzuweisen hat. Diese Schäumer haben in den letzten Jahren rasant an Qualität zugelegt. Und mit oft sanfteren Preisen als der französische Platzhirsch machen sie auch den Wochentag zum Fest. Überzeugen Sie sich selber.

Wein spricht Schweizerdeutsch

Schweizer Wein ist cool! Sogar die hippsten Weinfreaks haben einheimische Tropfen für sich entdeckt. Besonders begehrt sind aktuell Weine aus der Deutschschweiz: duftiger «Cool Climate»-Pinot-Noir etwa, mineralischer Räuschling vom Zürisee oder der uralte Completer aus der Bündner Herrschaft, von dem es weltweit nicht einmal mehr zehn Hektar gibt. Warum in die Ferne schweifen? Ein Trend, der perfekt zum Zeitgeist passt.

Schweizerinnen und Schweizer beginnen durchschnittlich schon mit 24 Jahren, Wein zu trinken.

 

Hoch hinaus

Es wird wärmer in den Weingebieten der Welt. Ein Hitzesommer jagt den nächsten, und vielen Reben wird es an ihrem angestammten Ort langsam, aber sicher zu warm. Die Lösung: Immer mehr Winzer streben in die Höhe. An Berghängen und auf Hochplateaus finden die Weinstöcke die ersehnte

Abkühlung. «High Altitude» heisst das

Stichwort in den Mittelmeerländern und in Übersee. Die Weine danken es mit einem neuen Qualitätshoch.

Fruchtweine

Wein muss nicht zwingend aus Trauben sein. Sicher kennen Sie Cidre oder andere Varianten von Öpfelmoscht. Aber haben Sie schon mal einen Schäumer aus Quitten oder Birnen probiert? Oder Beerenwein aus Skandinavien? Falls Sie jetzt denken «Ist mir zu süss», können wir Sie beruhigen. Genau wie beim Wein aus Trauben kann auch
der Zucker anderer Früchte komplett vergoren werden. Das Resultat ist ein Geschmackserlebnis der besonderen Art.

Wein ist hierzulande das meistkonsumierte alkoholische Getränk, noch vor Bier.

 

Naturwein verlässt die Nische

Kurze Erklärminute für Einsteiger: Als 
Naturwein bezeichnet man Weine aus biologisch oder biodynamisch erzeugten Trauben, die ohne Zusatzstoffe oder kellertechnische Eingriffe erzeugt wurden. Sie sind unter anderem spontanvergoren, kaum filtriert und höchstens mit minimaler Schwefelzugabe gefüllt. Eine Nische, aber eine, in der sich immer mehr Weinfreunde umschauen. Und das lohnt sich: Diese funky und nachhaltigen Tropfen sind es wert, entdeckt zu werden.

Ein Hoch auf die Underdogs

Je mehr Menschen sich für Wein begeistern, desto mehr erweitert sich der kollektive Horizont. Heisst im Klartext: Der 
Wissensdurst wird grösser, unterschätzte Regionen und vergessene Trauben rücken ins Rampenlicht. Ob Weinländer wie Georgien, Kanada oder Slowenien, ultralokale Trauben wie Bondola aus dem Tessin, Poulsard und Trousseau aus dem Jura oder Assyrtiko aus Griechenland – sie erleben gerade ein massives Revival.

Geniessen, was einem schmeckt: Auch Schaumwein, Apfelwein und alkoholfreie Aperitifs liegen  im Trend.

 

Rote Leichtgewichte

Amarone, Primitivo und Co. sind ewige Bestseller. Doch es gibt einen Gegentrend: leichte Rote. Wir lieben sie aus mehreren Gründen. Erstens steigen sie deutlich weniger zu Kopf als ihre opulenten Brüder. Zweitens passen sie fantastisch zum Essen, sogar zu klassischen Weissweingerichten wie Fisch, Geflügel oder Käsefondue. Und drittens zählen duftige, beschwingte Trauben wie Pinot Noir und Gamay zu den absoluten Trümpfen des Weinlands Schweiz. Bringen Sie Leichtigkeit in Ihr Leben!

Schluss mit der Glasmenagerie

Dürfen wir Ordnung in Ihre Schränke bringen? Die Zeit der 1001 Spezialgläser ist vorbei. Lange gehörte es zum guten Ton, für jeden nur denkbaren Wein ein eigenes Glas zu besitzen: für jungen Bordeaux, für reifen Bordeaux, für Champagner und andere Schaumweine, für siebeneinhalb Jahre alten Chianti... Wir übertreiben, aber nur ein wenig. Heute hat sich der Wind um 180 Grad gedreht. Es gibt universal verwendbare Gläser, die zeigen, wie multifunktional ein einziger Kelch sein kann. Entrümpeln ist angesagt.