Unterwegs auf den Spuren des Chianti | Coopzeitung
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Unterwegs auf den Spuren des Chianti

Von Florenz nach Siena führt eine der berühmten Weinstrassen der Toskana: die Chiantigiani. Auf über 200 Kilometern gibt es eine Landschaft voller Kunst, Geschichte und Aromen zu entdecken. Eine Kulinarik-Tour in acht Etappen für Feinschmecker.

FOTOS
Hsaskia Cereghetti
02. August 2021

1. Nipozzano

30 km östlich von Florenz

Ein Drittel der Toskana nimmt die Weinbauregion Chianti ein. Hier wird seit Jahrhunderten, wenn nicht gar Jahrtausenden der gleichnamige Rebsaft hergestellt. Eine Tour durch die Landschaft voller lieblicher Rebberge, warmer Farben und alten Gemäuers startet man am besten beim Castello di Nipozzano, einem Landgut der berühmten Familie Frescobaldi. Deren aufwendig restauriertes Schloss steht mitten in einem postkartenreifen Toskana-Idyll: Pinienwälder, Zypressenalleen und Weinberge, so weit das Auge reicht. Hier produziert die Familie ihren Rufina Riserva, einen Chianti DOCG mit dem Körper eines Sangiovese, der perfekt zu Fleischgerichten passt. Das Schloss kann besichtigt werden, die Frescobaldis nutzen es auch weiterhin für Familienanlässe. » www.discoverarezzo.com

2. Castelfranco Piandiscò

35 km südlich von Nipozzano

Von Nipozzano geht es in Richtung Süden, immer dem Arno entlang. Bei Mattasino lohnt sich ein Abstecher zum «Grand Canyon der Toskana», bei Castelfranco di Sopra. Auf einem sechs Kilometer langen Rundweg namens «dell’Acqua zolfina» bekommt man bizarre Felsformationen zu Gesicht, die ihresgleichen suchen. Unterwegs kann man sich in der Osteria Le Balze stärken (Reservierung erforderlich) und Zolfini-Bohnen, eine Ribollita (eine deftige Gemüsesuppe) oder ein grilliertes Bistecca (Steak) probieren. In der Gegend gibts mehrere Olivenhaine und Ölmühlen, die aber selten geöffnet sind. Für Verkostung und Verkauf von Olivenöl extra vergine ist das Geschäft Gonnelli 1585 in Reggello, etwa zehn Kilometer nördlich von Castelfranco, wochentags geöffnet. » www.falorni.it

3. Greve in Chianti

30 km westlich von Castelfranco

Ein authentischer Markt findet samstags in Greve statt. Wegen Corona sind die Obst- und Gemüsestände auf der Piazza della Resistenza untergebracht, getrennt von den anderen Marktständen. Nach dem Schlendern durchs Geschehen ist für Liebhaberinnen und Liebhaber von Salami und Schinken eine Sache Pflicht: ein Stopp bei der Antica Macelleria Falorni, einer Metzgerei, die bekannt für einen feinen Apéro mit ihren lokalen Wurstwaren ist. » www.frescobaldi.com/de

4. Panzano in Chianti

10 km südlich von Greve

Dario Cecchini (66) hat das Städtchen Panzano dank seiner kulinarischen Künste auf der ganzen Welt berühmt gemacht. In seiner Kultmetzgerei kann man Ciccia (wie hier das Rindfleisch genannt wird) in einem Menü zum Festpreis verspeisen – selbstverständlich  bietet der Kult-Metzger auch eine vegetarische Alternative an. Alles wird mit einem eher unprätentiösen Wein heruntergespült. Ein Tipp: Gehen Sie vorher zur nur wenige Schritte entfernten Weinhandlung Baldi, kaufen Sie dort eine wirklich gute Flasche Chianti und nehmen Sie diese mit in die Metzgerei. Ist Cecchini ausgebucht, gibt es die Cantinetta di Rignana mit ähnlichen Spezialitäten. Sie befindet sich etwa zehn Kilometer nördlich. 

5. Radda

15 km südöstlich von Panzano

Krönender Abschluss der Gourmettour ist Radda im Herzen der Chianti-Region. Innerhalb der imposanten mittelalterlichen Dorfmauern befindet sich die «Casa del Chianti Classico», der Inbegriff der Chianti-Weinherstellung. Verkostungen, Veranstaltungen, Wanderungen in den Rebbergen, alles steht unter dem Zeichen des «Gallo Nero», des Schwarzen Hahns, Symbol des Chianti Classico.

6. Fonterutoli

20 km südwestlich von Radda

Durch Wälder und Rebberge führt die Landstrasse 222 weiter in Richtung Süden. Wer sich für Geschichte interessiert, muss in Fonterutoli haltmachen. Der Legende nach sollen sich in der Nähe des Dorfes zu Beginn des 13. Jahrhunderts die beiden Ritter getroffen haben, die beim ersten Hahnenschrei die Grenze zwischen den Provinzen Florenz und Siena festlegten und damit einen jahrhundertelangen Krieg beendeten. In der Ortschaft Poggino wurde eine etruskische Begräbnisstätte ausgegraben; sie ist nicht herausragend, aber auf jeden Fall einen Besuch wert. » www.comune.castellina.si.it


7. Pievasciata

15 km südöstlich von Fonterutoli

Entlang der Landstrasse 9 zweigt ein Weg zum Parco Sculture del Chianti ab. In dieser modernen Open-Air-Ausstellung fügen sich die Skulpturen und Installationen von zeitgenössichen Künstlern perfekt in die mediterrane Umgebung ein. Ein Ausflugsziel, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen gefällt. Im nahe gelegenen Dorf Pievasciata verstecken sich weitere Werke, die zum Fotografieren einladen. » www.chiantisculpturepark.it

8. Poggibonsi

40 km nordwestlich von Pievasc

Nach all der Geschichte und Kunst tut ein Prise Toskana wieder gut. Das Dorf Cinciano, nahe von Poggibonsi, bietet all das: Zypressen, Rebberge, mittelalterliche Gebäude und eine kleine, elegante Kapelle zum Verweilen. Und in der Osteria 1126 gibts kulinarische Spezialitäten, die der heimische Koch in erster Linie aus regionalen Produkten herstellt. Abends wird die Terrasse in warmes Licht getaucht und wenn man ein Zimmer im Dörfchen bucht, taucht man dann ganz in den Charme des zauberhaften Ortes ein. » www.cinciano.it