Sarah Meier | Coopzeitung
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Sarah Meier

Die Zürcher Eiskunstlauf-Europameisterin 2011 dreht ihre Pirouetten heute als Journalistin und Mutter.

FOTOS
Keystone, zvg
10. Mai 2021
Sarah Meier mit ihrem Mann Jan.

Sarah Meier mit ihrem Mann Jan.

«Ich komme mir vor wie in einem Film», sagte Sarah Meier, als sie Ende Januar 2011 im letzten Wettkampf ihrer Karriere in Bern EM-Gold gewann. Es war einer der überraschendsten Erfolge im Schweizer Sport. Denn die damals 26-jährige Eiskunstläuferin hatte in jener Saison verletzungsbedingt noch keinen Wettkampf absolviert. Heute lacht sie, wenn sie auf diese Leistung angesprochen wird: «Ich konnte diesen Sieg nicht erwarten. Aber ich lief ungefähr zehnmal besser als zuvor im Training.»

Heute steht sie längst mit beiden Beinen in ihrem neuen Leben – dazu gehört, dass sie seit der Heirat mit dem Spitzentriathleten Jan van Berkel (35) dessen Namen angenommen hat. «Mir gefiel der Gedanke, dass wir alle gleich heissen. Meier ist ja nicht ein wirklich spezieller Name. Jan dagegen verbindet mit seinem Familiennamen die Beziehung zu Holland.»

Beruflich hat sie die Fronten gewechselt. Als Journalistin bei der «Schweizer Illustrierten» ist sie es heute, die den Prominenten die Fragen stellt. Weil sie in ihrer Karriere nur gute Erfahrungen mit Reportern gemacht habe, fiel ihr dieser Rollentausch nicht schwer: «Ich empfand es immer als eine grosse Wertschätzung, wenn Journalisten meinetwegen an einen Wettkampf kamen.»

Den Ehrgeiz aus ihrem Sportlerinnenleben habe sie bewahrt. Doch in ihrem neuen Job komme dieser anders zur Geltung: «Ich möchte die Arbeit so abliefern, dass es am Schluss für alle passt.» Sie ist froh, dass sie dem Leistungsdruck eines Wettkampfes nicht mehr ausgesetzt ist: «Mit meiner Kür von 2011 hätte ich null Chancen.» Was vermisst sie am meisten am Sport? «Das schonungslose Feedback der Jury. Schon wenige Momente nach dem Wettkampf weiss man, woran man ist.»

Auch ihr 16 Monate alter Sohn Tim wartet nicht lange zu, bis er sich bemerkbar macht: Resolut zieht er seine Mutter an den Haaren. Es ist das schönste Feedback, dass sich Sarah van Berkel wünschen kann. 

Sarah Meier 2011 an der Gold-EM in Bern.