Kürbis: Die Riesenbeere | Coopzeitung
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Kürbis: Die Riesenbeere

Tonnenschwer können Kürbisse im Extremfall werden. Doch botanisch gesehen sind sie nichts anderes als Beeren.

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Ferdinando Godenzi
10. August 2018
Der Butternuss-Kürbis ist eine von Hunderten von Kürbissorten.

Der Butternuss-Kürbis ist eine von Hunderten von Kürbissorten.


Bericht mit Rezept

Vor drei Wochen wurde im zürcherischen Pfungen der wohl grösste Kürbis der Welt geerntet. Stolze 1053 Kilogramm wog das Ungetüm. Um ihn vom Feld zum Hof zu bringen, mussten vier Männer vier Stunden lang schuften, wie der «Blick» berichtete. Den offiziellen Weltrekord von 911 Kilo konnte die tonnenschwere Frucht aber dennoch nicht brechen: Der Kürbis hatte leider ein Loch. Der «Great Pumpkin Commonwealth» schreibt vor, dass der Kürbis unversehrt sein muss – ansonsten könnte das Gewicht des Riesen durch hereingelaufenes Wasser verfälscht worden sein.

Immerhin: Mit diesem Zuchterfolg ist der Kürbis wohl endgültig auch in Europa angekommen. Die bisherigen Rekordexemplare stammten nämlich in erster Linie aus den USA. Kürbisgewächse werden seit über 7000 Jahren angebaut und gehören damit zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Doch erst im 16. Jahrhundert wurden sie von Mittel- und Südamerika nach Europa gebracht. Es heisst, Christoph Kolumbus hatte dabei seine Finger im Spiel.

Und was der Bauer nicht kennt, … genau: Es dauerte nochmals geraume Zeit, bis der Kürbis auch in Europa jene Anerkennung erhielt, die er verdiente. Was bei den Indianern in Mittel- und Südamerika zu den Grundnahrungsmitteln gehörte, wurde hierzulande mit Skepsis betrachtet. Zunächst verwendete man ihn nur als Zierpflanze oder Viehfutter. Und lange Jahre galten Kürbisse als minderwertiges Arme-Leute-Essen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das aber definitiv geändert! Heute hat der «Kaiser des Gartens», wie er in China genannt wird, seinen festen Platz in unseren Küchen – und auch in jenen der Spitzengastronomie – erobert. Sobald im September die ersten Kürbisse geerntet werden, gibt es für Hobbyköchinnen und -köche kein Halten mehr. Da werden Kürbissuppen in allen möglichen Varianten gekocht, es gibt süsse Pumpkin Pies, Kürbis-Ofenfrites, Kürbisrisotto, Gratins, Kürbisstrudel, mit Kürbis gefüllte Ravioli und manche Kürbissorten werden gefüllt und überbacken. Diese Liste liesse sich noch beliebig weiterführen. Denn was die meisten Kürbissorten auszeichnet ist, dass sie keinen starken Eigengeschmack haben. Deshalb lassen sie sich mit den verschiedensten Gewürzen kombinieren und sowohl salzig wie auch süss zubereiten. Einzig die harte Schale kann jetzt noch einen Knackpunkt darstellen. Falls Ihr Garten ein ganz grosses Exemplar produziert hat, hilft vielleicht nur das Beil weiter. Oder Sie lassen den Kürbis einfach auf den Boden fallen. Meistens sollte aber ein grosses Küchenmesser reichen, um einen Kürbis zu halbieren und die Schale zu entfernen. Die Kerne löst man am besten mit einem Löffel heraus.

Manche Sorten machen es uns noch einfacher: Beim Hokkaido-Kürbis – auch bekannt als «kleiner Knirps» – ist die Schale so dünn, dass man sie einfach mitgaren kann. Auch beim Butternuss-Kürbis kann die Schale je nach Gusto dranbleiben oder wird einfach mit einem Sparschäler entfernt. Der Butternuss kann zudem auch roh genossen werden, als Salat oder Dipgemüse.

Übrigens: Zur Familie der Kürbisgewächse gehören auch die uns wohlbekannten Gurken, Zucchetti und Melonen. Botanisch gesehen gehören Kürbisse zu den Beerenfrüchten. Eigentlich ist ein Kürbis also nichts anderes als eine – manchmal tonnenschwere – Riesenbeere.

1/2 Butternut-Kürbis geschält, entkernt und in Stücke geschnitten, 1 kleine Zucchini ebenfalls in Stücke, 125 g Speckwürfeli, 1 Handvoll Cherrytomaten, gehacktes Salbei, Fleur de Sel und Chili-Flocken. Alle Zutaten mit Olivenöl mischen und (ohne die Tomaten und den Salbei) auf ein mit Backtrennpapier belegtes Blech geben und bei 220 Grad in der Mitte des Ofens ca. 15 Min. garen. Nach der Halbzeit die Tomaten und etwas Salbei dazugeben.  Die ganze Mischung mit den inzwischen gekochten Spaghetti mischen, etw. gehackte Salbei darüber streuen und servieren.

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