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Cocktailkunst

Sarah Leuenberger weiss, worauf es bei einem guten Cocktail ankommt und verrät, wie man ihne zu Hause mixt.

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Heiner H. Schmitt
22. Dezember 2014

Geschüttelt oder gerührt? Sarah Leuenberger hat beides drauf.


Bericht

Wenn der Hahn kräht

Neue Trends kommen meist aus England oder den USA, die als das Ursprungsland der Cocktails gelten. Forscher nehmen an, dass sie aus den Slings einem Mix aus mit Zucker gesüssten und mit Wasser verdünnten Spirituosen entstanden sind, denen man Kräuterbitter zufügte, um sie geniessbarer zu machen. Warum diese Kreationen Cocktails getauft wurden, ist, wie so vieles, unsicher: Die Historiker Jared Brown und Anistasia Miller vermuten den Ursprung in einem französischen Mixgetränk namens coquetel. Der Journalist und Schriftsteller Henry Louis Mencken (18801956) hingegen glaubte zu wissen, dass das Wort aus dem Brauch entstand, Reste aus verschiedenen Alkohol-Fässern zusammenzuschütten und mit einem Schuss Bitter zu servieren. Die Reste nannte man tailings und die Zapfhahnen der Fässer Cock. Eine weitere Version liefert Experte Ted Haigh: Laut ihm heissen sie Cocktails, da sie schon morgens konsumiert wurden und wie der Weckruf eines Hahnes wirkten. In der Tat wurden sie in den USA in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts ihrer angeblich aufbauenden Wirkung wegen schon in der Früh konsumiert. Europa erreichten die Cocktails erst Ende des 19.Jahrhunderts, wo sie American Mixed Drinks genannt wurden.

Für zu Hause empfehle ich Daiquiris.»

Sarah Leuenberger, Barkeeperin

Wer sich zu Hause in der Cocktailmagie üben will, dem empfiehlt Sarah Leuenberger, mit etwas Einfachem zu beginnen, etwa mit einem Daiquiri. Der besteht aus Rum, Zuckersirup und Limettensaft, etwas, das fast jeder zu Hause hat. Wer auf den Geschmack kommt, könne eine Stufe weitergehen und seinen Spirituosenschrank aufstocken. Mit Rum, Gin, Cointreau, Tequila, Wodka, Cola, Limettensaft, Zuckerwasser und vielleicht noch Cranberry-Saft kommt man schon sehr weit, zählt sie auf. Damit lassen sich Long Island Iced Teas, Daiquiris oder Cosmopolitans mixen.

Das Cocktail-Einmaleins

Die nächste Stufe seien dann die Kräuterbitter. Neben dem Mix selber spielt die Dekoration eine grosse Rolle. Neben der Opitk erfüllt sie einen sensorischen Zweck: Durch den Duft von frischen Gewürzen oder Früchten wird die Nase während des Trinkens zusätzlich stimuliert. In welchem Glas man die Cocktails serviert, ist laut Leuenberger nicht matchentscheidend. Wenn sie einen eher eleganten Drink mixt, kommt das Cocktailglass zum Zuge, wird es eher männlich und herb, greift sie zu einem Tumbler. Essentiell sei aber, dass der Cocktail immer frisch zubereitet wird sonst sei es nicht das Gleiche.

Rezepte

Zutaten (Für 1 Person)

  • frischer Apfel, zerstossen
  • 2 cl Zimtsirup
  • 2 cl Apfelliqueur
  • 10 cl Cremant (oder anderen Schaumwein)
  • Zimtstange
  • ein paar Apfelscheiben

Zubereitung

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Zutaten (Für 1 Person)

  • frischer Ingwer (nach Belieben), zerstossen
  • 4 cl Whisky oder Rum
  • 2 TL Zucker
  • 2 TL Honig
  • 2 cl Zitronensaft
  • 1 dl heisses Wasser
  • 2 Anissterne
  • Zitronenzeste

Zubereitung

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Zutaten (Für 1 Person)

  • 1 Rohrzuckerwürfel
  • 4 dash Angostura Bitters (oder Campari Bitter)
  • 3 Tropfen Chiliöl
  • 4 cl Whisky
  • Orangenzeste
  • Nelken
  • Thai-Chili

Zubereitung

Alle Zutaten in ein Tumblerglas geben. Mit einem Barlöffel so lange rühren, bis der Zucker komplett geschmolzen ist. Als Dekoration eine Orangenzeste mit Nelken spicken und eine Chili leicht einschneiden beides an den Glasrand stecken.

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Zutaten (Für 1 Person)

  • 10 cl Apfelsaft
  • 8 cl frischer Orangensaft
  • Orangenschnitze
  • Zimtstange
  • Minze

Zubereitung

Eis in ein Rotweinglas geben. Zutaten direkt ins Glas geben. Orangenschnitze auf einen Cocktailspiess aufstechen und über das Glas hängen. Zimtstange ins Glas geben und Minze zwischen Stange und Schnitze drapieren.

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Zutaten (Für 1 Person)

  • 4 cl Cognac
  • 1 cl Vanille-Sirup*
  • 2 cl Chambord Liqueur (oder ähnlichen Beerenlikör)

Zubereitung

Alle Zutaten in einen Cocktailshaker geben und shaken. Mix in ein gekühltes Martiniglas geben und mit Vanillestangen und Minzenspitzen dekorieren.

* Vanille-Sirup kann man ganz einfach selbst herstellen: Für eine 300-ml- Flasche 2 Vanilleschoten längs aufschneiden und das Mark herauskratzen. Mark, Schoten, 200 g Zucker, 200 ml Wasser in einem kleinen Topf aufkochen und 10 Min. weiterkochen lassen. Mit einer Kelle die heisse Schote entfernen und den Sirup in eine sterilisierte Flasche füllen. Abkühlen lassen.

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Cocktailzubehör

Barspoon: Barlöffel, zum Verrühren und Abmessen
Teesieb: Zum Abseien
Rührglas: Glas zum Rühren von Cocktails
Shaker: Zum Schütteln von Cocktails (verschiedene Varianten möglich).
Jigger: metallener Massbecher zum Abmessen des Aklohols.
Muddler: Stössel
Strainer: Barsieb, wird auf den Shaker oder das Rührglas gespannt, um den fertigen Drink ins Glas zu leeren.

Glossar

  • Barspoon: Barlöffel, der zum Verrühren und Abmessen benutzt wird. In den Cocktailrezepten wird oft die Einheit BL, also Barlöffel statt TL benutzt, beide fassen in etwa die gleiche Menge.
  • Blender: Elektromixer zum Mixen von Frozen Cocktails wie Margaritas oder Daiquiris.
  • Dash: ein Spritzer.
  • Jigger: metallener Massbecher mit zwei Messtrichtern zum Abmessen von 2 cl, 3 cl oder 4 cl.
  • Muddler: Stössel zum Zerstossen von Zutaten.
  • Rührglas: Glas zum Rühren von Cocktails es fasst zwischen 0,50,7 l.
  • Shaker: Zum Schütteln von Cocktails: Boston Shaker (Metall-Becher und Mixglas); Cobbler Shaker (3-teilig, Metallbecher, Aufsatz mit integriertem Sieb, Verschlusskappe), French oder Parisian Shaker (2-teilig, Metallbecher und Metallaufsatz ohne integriertes Sieb); Speedshaker (Edelstahlbecher, der über Servierglas gestülpt wird).
  • Strainer: Barsieb, das auf den Shaker bzw. das Rührglas gesetzt wird, damit keine Eiswürfel in den Drink kommen.
  • Double Strain: Zweimal sieben zuerst mit dem Strainer und dann mit dem Teesieb.
  • Flairbartending: Barkeeper, die jonglieren oder sonstige spektakuläre Showeinlagen in das Mixen einbauen.
  • Twist: Zeste, die über Drink gedreht wird um ätherische Öle zu extrahieren.
  • Virgin: Zusatz im Namen eines Cocktails, der darauf hinweist, dass der Cocktail alkoholfrei ist.

Welcher Cocktailtyp sind Sie?»

Klassisch wie in den 50ern oder bunt und fruchtig wie in den 80ern?

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