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1, 2, 3 Guetzli für Eilige

Wer mit Fertigteig backt, muss sich nicht schämen. Schon Grossmutter hat das getan. Zudem kann man damit schnell und einfach tolle Kreationen hinzaubern. Betty-Bossi-Frau Antena Ciollaro zeigt wie.

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FOTOS
Christoph Kaminski, Alamy, Beatrice Thommen-Stöckli, zVg
09. November 2015

Nicht viel Zeit? Für Antena Ciollaro kein Problem: Guetzle geht auch auf die Schnelle.


Reportage

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Was früher in der Stadt gang und gäbe war, ist heute auch auf dem Land weit verbreitet. Kaum jemand leistet sich noch den Luxus, stundenlang in der Küche zu stehen, meist muss es schnell gehen. Wie man mit Fertigteigen aus dem Kühlregal im Handumdrehen gluschtige Guetzli macht, zeigt Betty-Bossi-Rezept-redaktorin Antena Ciollaro (26). So wird nicht nur die Weihnachtsbäckerei zum Kinderspiel. Auch der unangemeldete Besuch der Schwiegereltern zum Kaffee ist kein Grund mehr zur Panik.

Teig zu Kugeln formen, eindrücken und backen.

Eine runde Sache

Für ihre Zimthüpferli braucht Antena nicht einmal ein Wallholz. Sie nimmt dazu Zimtsternteig, schneidet den Block in Würfel, formt diese zu Kugeln und drückt mit dem Finger eine Vertiefung hinein. Schon wandern die Guetzli für 8 bis 10 Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen.

Nach Belieben füllen statt Ganache tuts auch Nutella.

Dazu Antenas Tipp: Etwa nach der Hälfte der Backzeit nachschauen und eventuell das Backblech wenden, da auch in modernen Öfen die Hitze nicht immer ganz gleichmässig verteilt ist.Schnell gemacht ist eine Ganache für die Füllung: dl Vollrahm warm werden lassen und mit 200 Gramm klein gehackter Schoggi verrühren. Nach Belieben aromatisieren, etwa mit Zimt oder etwas Alkohol.

Zu dunkler Schoggi passen Amaretto oder Grand Marnier. Weisse Schoggi kann man mit hellem Rum oder Kokosflocken ergänzen. Grundsätzlich empfiehlt Antena Ciollaro: Lieber ein wenig mehr Schoggi als zu wenig! Sind Guetzli und Ganache ausgekühlt, geht es ans Füllen mit dem Spritzsack.

Sieht gluschtig aus und schmeckt: Guetzli aus Betty-Bossi-Fertigteig.

Lieber ein wenig mehr Schoggi als zu wenig!»

Antena Ciollaro (26), Köchin und Rezeptredaktorin

Überraschende Mailänderli

Ebenso schnell und einfach lassen sich individuelle Guetzli mit Mailänderliteig machen: Man schneidet etwa 6 cm breite Streifen vom Block und drückt mit dem Distanzhölzli, das sonst beim Auswallen gebraucht wird, eine Rinne ein. Diese wird gefüllt, zum Beispiel mit Konfi und Crumble Streusel aus Mehl, Butter und Zucker. Obenauf kann gerne auch noch eine Mandel. Dann wandert das Ganze für etwa 13 Minuten bei 180 Grad in den Ofen und wird anschliessend in fingerbreite Stücke geschnitten. Die Alternative: Grundform leer ausbacken und erst danach mit Ganache füllen.

Teig auswallen, mit Konfi bestreichen und einrollen.

Kaum mehr Zeit braucht es für Antenas Mailänderli-Roulade. Der Teig wird auf 2 bis 4 mm ausgewallt, mit einer Mischung aus Zwetschgenkonfi und Zimt bestrichen, eingerollt und in Folie gepackt. So wandert er für etwa eine halbe Stunde in den Tiefkühler. Dann lässt sich die Roulade viel besser schneiden, erklärt Antena Ciollara. Aus der Rolle schneidet sie danach Scheiben etwas weniger als 1 cm dick. Ausgebacken werden sie dann in circa 13 Minuten bei 180 Grad.

In Stücke schneiden, ausbacken, fertig!

Auch Coop führt schon lange Fertigteige im Sortiment. Die Rezepturen wurden mit Betty Bossi entwickelt und werden jährlich zu Weihnachten hin überprüft. Kein Wunder, schmecken die Mailänderli aus Fertigteig auch wie früher bei Mutter oder Grossmutter.

Die beliebtesten Fertigteige bei Coop

Quelle: Coop

Interview

Teig aus dem Kühlregal statt Selbermachen wie geht das?
In Guetzliteigen hat es mehr Anteile an Fett und Zucker als etwa in einem Hefeteig für Brot. Solche Teige lassen sich daher schon von der Zusammensetzung und Struktur her einfacher lagern. Und an-ders als beim Brotteig spielt die Dauer der Lagerung und die damit verbundene Bildung von Fermentationsaromen keine so grosse Rolle.

Hat Fertigteig auch Nachteile?
Das ist vor allem eine Sache des Geschmacks, und Romantik spielt dabei auch eine Rolle. Da hat jeder seine Lieblingsrezepte und weiss dazu eine Geschichte zu erzählen. Ich finde es auch schade, wenn es nur noch ums Ausstechen und Dekorieren geht so lernen die Kinder nicht die Teigzubereitung. Ausser, man beherrscht die Zubereitung nicht: Dann haben Fertigteige sicher den Vorteil, dass man immer die gleiche Qualität bekommt für die Weiterverarbeitung.

Wie bringt uns die Zukunft selbstbackende Weggli?
Bei der Verpackung und der damit verbundenen Haltbarkeit hat sich in den letzten Jahren viel getan. Folien mit Solarzellen sind keine Utopie mehr, doch dass sich damit die zum Backen nötige Energie erzeugen lässt, halte ich kurzfristig für eher unwahrscheinlich. Wichtig ist heute Individualität: Auf Reisen lässt sich an lokalen Märkten viel entdecken. So kommen stets neue Rezepturen zu uns. Etwa Brot mit Chia-Samen aus Mexiko, das heuer an der Back-Fachmesse IBA in München mehrfach vorgestellt wurde.

Sie betrachten das Backen als Wissenschaftler hat es da noch Raum für Romantik, für das einfache Geniessen? Und was ist Ihr Lieblingsgebäck?
Ich hatte immer schon Freude am Backen, vor allem am Brotbacken, das ich noch als Student als Hobby betrieben habe. Dafür nehme ich mir heute leider keine Zeit mehr. Aber durch Sensoriktrainings habe ich gelernt, Aromen und Texturen bewusster und differenzierter wahrzunehmen. Von daher geniesse ich vielleicht sogar mehr als früher, weil ich gute Qualität zu schätzen weiss. Mein Favorit ist ganz einfach: Ruchbrot. Aber es ist gar nicht so einfach, ein gutes Ruchbrot zu backen.

Rezept

Es muss nicht immer ein ganzer Cake sein. Aus dieser Backmischung lässt sich im Nu ein duftender Tassenkuchen zaubern als Dessert, kleine Belohnung oder Nascherei zum TV.

Vorbereitungszeit: 10 Minuten

Zutaten

Backmischung für 14 Portionen

  • 300 g Zucker extrafein
  • 360 g Weissmehl
  • 1 gehäufter TL gemahlene Vanille (oder Vanillezucker mit echter Vanille, dann den Zucker entsprechend reduzieren)
  • 1 gehäufter TL Zimtpulver
  • 1 Päckchen Backpulver (18 g)
  • 6 EL Kakaopulver ungesüsst
  • 300 g grob gehackte Crémant-Schokolade

Zubereitung

Mischung:Alles in einer Schüssel gut mit-einander vermengen. Zur Aufbewahrung in ein dicht schlies-sendes Gefäss (z.B. grosses Einmachglas) mit etwa 1 Liter Fassungsvermögen geben. Achten Sie auf die Haltbarkeit der verwendeten Zutaten! Meist ist die Mischung aber schneller weg, als man denkt

Tassenkuchen:2 sehr grosszügig gehäufte EL (insgesamt etwa 65g) der Mischung mit 3 EL Milch und 1 EL geschmacksneutralem Pflanzenöl in einer Tasse gut verrühren. Bei 600 Watt für 1 Minuten in der Mikrowelle backen und warm geniessen!

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Bei Coop

Zum Produkt auf der Internetseite vonFust

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Betty-Bossi-Guetzliteig gibts im 500 g-Block in 12 verschiedenen Sorten ab Fr. 3.50.

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