Dörrbohnen: Winter-Klassiker | Coopzeitung
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Dörrbohnen: Winter-Klassiker

Ein Winter ohne Dörrbohnen? Muss nicht sein! Denn sie schmecken aus Tradition gut.

FOTOS
Ferdinando Godenzi
20. August 2015
Die Dörrbohnen in Wasser einlegen, dann etwas Feines daraus zaubern.

Die Dörrbohnen in Wasser einlegen, dann etwas Feines daraus zaubern.


Reportage

Bevor Kühlschränke erfunden wurden, musste man sich viel überlegen, um Lebensmittel haltbar zu machen. Unsere Vorfahren entwickelten Methoden wie das Dörren, das Pökeln oder das Einmachen.
Und obwohl dies heute eigentlich gar nicht mehr nötig wäre, halten sich gewisse Traditionen auch über das Verfalldatum hinaus. Etwa das Dörren von Bohnen. Traditionell wurden diese Bohnen an Fäden aufgenäht und in der Stube in der Nähe des Ofens getrocknet. Heute gibt es elektrische Dörrgeräte.
Für die Zubereitung kann man die gedörrten Bohnen einige Stunden oder über Nacht in Wasser einlegen und dünstet sie danach mit Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen an, dann mit Bouillon ablöschen. Traditionell werden die Dörrbohnen im Herbst und Winter zu einer Berner Platte serviert.

Dörrbohnen aus der Schweiz

Aufgrund der grossen Nachfrage gibt es nun in der zweiten Saison Schweizer Dörrbohnen im Ladenverkauf. Die Firma Agrofrucht-Inn aus dem Aargau hat dafür an der richtigen Technik getüftelt, bis sie mit Aussehen, Biss, Geschmack und Geruch zufrieden war. Für ihre Dörrbohnen benutzt sie nur Schweizer Bohnen aus der Region, die gleich nach der Ernte gespitzelt und blanchiert werden, bevor sie dann in den Trocknungsanlagen gedörrt werden. Die Schweizer Dörrbohnen Vegusti von der Firma Agrofrucht-Inn gibt es in grösseren Coop-Verkaufsstellen für Fr. 4.50/100 g.

Serviervorschlag

Klassisch kulinarisch: Rippli, Dörrbohnen, Salzkartoffeln

Geräuchertes Rippli mit Dörrbohnen und Salzkartoffeln: Ein Gericht, das währschaft ist und warm gibt an kühlen Herbsttagen. Der Klassiker aus geräuchertem und gepökeltem Schweinefleisch braucht allerdings etwas Vorbereitung, denn die Dörrbohnen müssen über Nacht eingeweicht werden, bevor sie mit angedünsteten Zwiebeln und Bohnenkraut gekocht werden können. Und für die Zubereitung braucht es etwas Geduld, denn auch das Rippli benötigt etwa eine Stunde Kochzeit. Das geräucherte Fleisch auf die Bohnen legen, alles sanft köcheln lassen und nach dem Garen die Kochflüssigkeit abgiessen und die Bohnen sparsam würzen, da das gepökelte Rippli beim Kochen bereits viel Salz und Würze abgibt. Schneller geht das Kochen natürlich mit dem Dampfkochtopf. Das dampfende Rippli und die Bohnen zusammen mit Salzkartoffeln auf dem Teller anrichten.