Musikantengrill: Beim Orchester gehts um die Wurst | Coopzeitung
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Musikantengrill: Beim Orchester gehts um die Wurst

Die Musikgesellschaft Faido für einmal nicht musizierend: Die Trompeter und Klarinettisten treffen sich zu einem lustigen Grillplausch mit Cervelat und Co.

FOTOS
Sandro Mahler, Keystone
31. Juli 2017
Die Mitglieder der Musikgesellschaft Faido sind gesellig und feiern schon vor dem 1. August.

Die Mitglieder der Musikgesellschaft Faido sind gesellig und feiern schon vor dem 1. August.


1. August

Salute: Präsident Emanuele Gambina (links) und Dirigent Andrea Cupia. 

Wenn die rund 50 Bläser und Perkussionisten den Schweizerpsalm, den Star-Wars-Soundtrack oder einen Marsch spielen, ist das ein eindrückliches Erlebnis, das niemanden kalt lässt. Auch die Zusammengehörigkeit der Musikerinnen und Musiker zu spüren, die ihre Leidenschaft miteinander teilen, begeistert. Wir treffen die Musikgesellschaft Faido an einem Grillfest im Vorfeld der Bundesfeier mit Luganighette (einer typischen Tessiner Schweinswurstspezialität), Cervelats und Bratwürsten. Am Grill höchstpersönlich steht Emanuele Gambina, Präsident der Musikgesellschaft und ausgebildeter Metzger. Die Würste werden von ihm fachmännisch zubereitet.

Gut Ding will Weile haben

Für die Cervelats braucht es ein bisschen Geduld, die müssen ungefähr zehn Minuten auf mittlerer Glut grilliert werden, sagt Gambina. Er legt sie darum zuerst auf den Rost und wenn sie gar sind, schiebt er sie in den 80 Grad heissen Ofen (siehe S. 33 für weitere Tipps). Dann erklärt er gut gelaunt: Auf jeden Fall muss man die Haut zuerst einschneiden, sonst platzen die Würste in der Gluthitze. Sind sie einmal gar, sollten sie ausserdem sofort vom Grill genommen werden, weil die Haut sonst zäh wird.

Zu einem Grillfest mit Luganighette, Cervelats und Bratwürsten gehört natürlich auch ein Salatbuffet. Ein Musiker beispielsweise hat einen Quinoa-Salat vorbereitet, während ein anderes Mitglied Tomaten aus dem eigenen Garten mitgebracht hat. Ausserdem darf auch der von allen stets hochgeschätzte Kartoffelsalat eines Kollegen nicht fehlen.

Keine Nachwuchssorgen

Und die letzte, aber nicht minder wichtige Zutat für ein gelungenes Grillfest? Die gute Gesellschaft natürlich! Und an dieser fehlt es unter den Musikern aus Faido TI nicht. Vom Jüngsten bis zum Ältesten, von der Hausfrau bis zum Nuklearingenieur, vom Hornisten bis zur Klarinettistin: Die Musikgesellschaft Faido ist wie eine einzige grosse Familie.

Als ich 2006 dazustiess, war ich gleich von Anfang an von der super Atmosphäre begeistert, sagt Dirigent Andrea Cupia. Die Leute sind unbeschwert, aber mit einem gesunden Ehrgeiz voll dabei. Das ist das Geheimnis, um auch Junge anzusprechen. Entsprechend beträgt das Durchschnittsalter der Mitglieder 24 Jahre. Das können sich viele andere Orchester nur wünschen.

Neben den musikalischen Aktivitäten pflegt die Musikgesellschaft Faido auch ein sehr intensives Sozialleben mit Ausflügen sowie vielen gemeinsamen Tagen und Abenden im Zeichen von Kultur und gemütlichem Zusammensein.

Tatiana Cioccari, seit 25 Jahren aktives Mitglied, erzählt: Die Stimmung ist motivierend und unser Dirigent versteht seine Sache. Wir verfolgen klare Ziele. Darum gibt es auch viele glückliche Momente. Das freut Dirigent Andrea Cupia natürlich ganz besonders, wie er mit einem Lächeln erklärt: Ich denke, dass die Musikerinnen und Musiker die grosse Arbeit, die hinter der Leitung eines Orchesters steckt, wahrnehmen. Es sind alles Laienmusiker, aber ihre Begeisterung ist beachtlich. Alles in allem sind wir eine kleine heile Welt

Nationalhymne im Video

Die Musikgesellschaft Faido unter Leitung des Dirigenten Andrea Cupia ist ein Orchester aus Blas- und Schlaginstrumenten mit mehr als 40 Musikern (www.filarmonicafaidese.ch). Sie existiert schon seit über 150 Jahren. Ihr grosses Repertoire umfasst klassische Märsche und Stücke sowie Soundtracks verschiedener Kinohits.

Für die Coopzeitung hat sie in brütender Hitze den Schweizerpsalm gespielt.

Cervelat

Das gewisse Etwas: Kunstvolle Cervelat

Auf dem Grill

Einschneiden/Einritzen: Parallele schräge Schnitte auf die ganze Länge der Wurst. Varianten: Rhomben, Herzen oder natürlich das Schweizerkreuz (der patriotische Schnitt). Wichtig ist, dass die Haut eingeschnitten wird, sonst platzt sie durch die Hitze auf.

Temperatur: Auf kleiner Flamme bei einer Hitze zwischen 180 und 220 Grad regelmässig wenden.

Grillzeit: Der Cervelat verlangt ein wenig Geduld, mindestens 15 Minuten. Zu nahe über dem Feuer grilliert, wird die Haut hart.

Auf dem Feuer ohne Rost

Das richtige Messer: Taschenmesser, mit gerader Klinge

Der richtige Stecken: Ein grüner Haselzweig, damit er kein Feuer fängt. Oder ein trockener Zweig, der über Nacht in Wasser eingelegt war.

Der Kreuzschnitt: Drei bis vier Zentimeter tiefe Kreuzschnitte an den Enden, damit sich diese schön hochrollen.