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Sparflamme: Gut essen für wenig Geld

Fonduevariationen, Filet, Dessert: Über die Festtage liessen es sich viele von uns gut gehen. Wie wir das Portemonnaie nun wieder schonen und trotzdem ausgewogen und gut essen können, weiss Ursula Grimm-Hutter von Budgetberatung Schweiz.

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Heiner H. Schmitt
02. Januar 2017

Reportage

Spätestens mit dem Mitternachtsläuten am 31.Dezember nahmen wir uns vor: Nach den üppigen Tafeln über die Festtage darfs wieder ein bisschen weniger sein. Wir wollen strikt nach Einkaufszettel posten und vermehrt auf Aktionen achten. Wo wir wirklich sparen können, zeigt Ursula Grimm-Hutter, Präsidentin der Budgetberatung Schweiz, auf.

Übersicht und Ordnung schaffen

Ursula Grimm-Hutter, Präsidentin der Budgetberatung Schweiz

Wir beginnen im Kühl- und im Küchenschrank. Vielleicht gibt es noch Menüreste von den Festtagen oder sogar einen Geschenkkorb mit Esswaren. Ursula Grimm empfiehlt Sparwilligen, sich erst einmal eine Übersicht zu verschaffen und Vorräte nach Datum zu sortieren. Und dann einen Wochenmenüplan zu erstellen, der einen Restentag oder Restenznacht vorsieht. Familien sollen alle Mitglieder in die Planung miteinbeziehen. Das fördert das Gemeinschaftsgefühl, sagt die Expertin. Und: Die Zubereitung einfacher und frischer Mahlzeiten gehört zur Allgemeinbildung. Für Einzelhaushalte sei es meistens idealer, auf einen Grosseinkauf zu verzichten und stattdessen mehrmals wöchentlich und nur bei Bedarf posten zu gehen.

Einkaufszettel sorgfältig verfassen

Wichtig ist es, sich schon vor dem Einkauf über Aktionen zu informieren. Aber Achtung, warnt Ursula Grimm, nicht alle Aktionen entlasten das Budget. Eigenmarken sind oft günstiger als bekannte Markenprodukte. Den Preisvergleich macht man darum am besten auf der Basis des Kilopreises. Sparen lässt sich schliesslich auch bei der Zusammensetzung eines Menüs. Ursula Grimm empfiehlt, lieber einmal mehr auf teure Fleisch-, Fisch- oder Käsemenüs zu verzichten. Und wenn Fleisch, dann nicht grad das Filetstück wählen. Kartoffeln, Teigwaren, Reis und andere Getreidesorten, kombiniert mit fein gewürzten Gemüsen, ergeben eine vollständige Mahlzeit. Und so ein abwechslungsreicher, mit genug Gemüse und Früchten bestückter Menüplan hat einen weiteren Vorteil: Er macht teure Nahrungsmittelergänzungen wie Vitaminpräparate oft überflüssig. Zudem ist frisch Gekochtes aus saisonalen Zutaten auch preisgünstiger als Fertig- oder Halbfertigprodukte mit unerwünschten Zusatzstoffen.

Sich bücken beim Posten

Doch auch perfekt Vorbereitete sind nicht davor gefeit, im Laden mehr Geld als nötig auszugeben: hier lockt ein Sonderangebot, da ein gluschtiges neues Gebäck. Und wenn am Feierabend bereits der Magen knurrt, hat man eh Lust auf alles. Ursula Grimm rät daher lachend: Gehen Sie nicht hungrig einkaufen! Und: Bücken Sie sich! Die günstigen Produkte finden Sie oft im unteren Teil der Regale. Auf bequemer Augenhöhe befinden sich eher die teureren Alternativen.

Sparpotenzial gibt es schliesslich auch daheim. Das günstigste Getränk ist Leitungswasser, und die einfachste Mahlzeit kann man mit einem schön gedeckten Tisch aufwerten. Zudem lohnt es sich beispielsweise, aufwendigere Gerichte in grösseren Mengen zu kochen. Diese können bei kühler Lagerung in den folgenden drei bis vier Tagen konsumiert werden. So braucht es auch keinen Tiefkühler, der wiederum zusätzliche Stromkosten verursachen würde. Und, wie die Expertin schon eingangs erwähnte: Überprüfen Sie regelmässig Ihren Vorrat und kreieren Sie daraus Gerichte.

Für perfekt organisierte Sparfüchse

Wer das ganze Jahr hindurch den Überblick über seine Ausgaben behalten will, sollte einen genauen, dem Einkommen entsprechenden monatlichen Betrag für Haushaltgeld definieren und diesen in wöchentliche Portionen teilen. Ein Haushaltbuch oder die App Budget CH von der Budgetberatung Schweiz helfen, das Haushaltgeld im Griff zu behalten. Damit auch nächste Weihnachten und Silvester wieder genug Geld übrig bleibt für Fondue, Filet und Dessert. Und ein gutes Glas Wein dazu.

Rezepte

Kartoffelpuffer mit Birne und Roquefort

Für 4 Personen
Vor- und Zubereitungszeit: ca. 40 Min.

Zutaten

  • 200 g Roquefort
  • 50 g Zucker
  • 60 g Butter
  • 4 Zweige Rosmarin
  • 2 Birnen, geschält, längs halbiert und Kerngehäuse entfernt
  • Saft einer Zitrone
  • 1 kg festkochende Kartoffeln, geschält und fein geraffelt
  • etwas Salz
  • ca. 1 dl Öl zum Braten

Zubereitung

  • Ofen auf 90 Grad vorheizen.Käse grob zerbröckeln, beiseitestellen. 20 g Zucker in der Pfanne goldbraun schmelzen, die Hälfte der Butter dazugeben und die Rosmarinzweige darin ca. 4 Min. karamellisieren, herausnehmen.
  • Restlichen Zucker zusammen mit der restlichen Butter schmelzen, Zitronensaft und Pfeffer dazugeben und die Birnenhälften ca. 10 Min. goldbraun anbraten.
  • Aus der Kartoffelmasse 8 Taler formen, portionenweise salzen und auf jeder Seite goldbraun backen. Kartoffelpuffer auf Haushaltpapier abtropfen lassen, bei 90 Grad im Ofen warm halten, bis alle Puffer fertig sind.

Servieren: Jeweils zwei Kartoffelpuffer mit einer Schicht Käse auf vorgewärmten Tellern stapeln und mit Birne und Rosmarin garnieren.
Tipp für noch günstigere Varianten: Statt Roquefort Apfelmus oder Sauerrahm servieren.

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Zwiebelsuppe im Brot

Für 4 Personen
Vor- und Zubereitungszeit: ca. 60 Min.

Zutaten

  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 800 g Zwiebeln, geschält und in dünne Ringe gehobelt
  • 2 TL Zucker
  • Salz und Pfeffer
  • 800 ml Wasser
  • 1 Rindsbouillon-Würfel
  • 250 ml Rotwein (z.B. Merlot Veneto Fontanera)
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und gepresst
  • Saft einer Zitrone
  • 1 Roggenbrot à 500 g

Zubereitung

  • Ofen auf 100 Grad vorheizen.
  • Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln darin unter Rühren ca. 15 Min. andünsten. Mit Zucker, Salz und Pfeffer würzen und erneut ca. 10 Min. rührbraten, bis sie eine leicht braune Farbe angenommen haben.
  • Wasser, Bouillon und Wein dazugeben und ca. 15 Min. köcheln lassen. Mit Knoblauch und Zitronensaft verfeinern.
  • Vom Brot einen kleinen Deckel abschneiden unddas Innere aushöhlen. Den Laib im Backofen ca. 10 Min. heiss werden lassen.
  • Herausnehmen, mit Suppe befüllen und auf einem grossen Suppenteller servieren bei Bedarf nachfüllen.

Tipp: Das Innere vom Brot entweder zur Suppe servieren oder zu Paniermehl verarbeiten.

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Pasta mit Kürbis und Amaretti

Für 4 Personen
Vor- und Zubereitungszeit: ca. 35 Min.

Zutaten

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel, in dünnen Streifen
  • ca. Peperoncino, entkernt und fein geschnitten
  • ca. 600 g Hokkaido-Kürbis, entkernt und mit dem Gemüsehobel
  • in Streifen geschnitten
  • Salz und Pfeffer
  • 250 g Pasta (z.B. Linguine)
  • ca. 4 EL Olivenöl zum Verfeinern
  • 1 Amaretti à 70 g von Betty Bossi, zerbröselt

Zubereitung

  • Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln sowie Peperoncino dazugeben und ca. 10 Min. rührbraten.
  • Kürbis dazugeben und weitere 10 Min. dämpfen.
  • Anschliessend mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Teigwaren al dente kochen und vorsichtig unter das Gemüse heben. Grosszügig mit Olivenöl verfeinern und auf vorgewärmten Tellern anrichten.
  • Mit zerbröselten Amaretti garnieren.
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